Frankenthal Die Gitarre, die in den Körper geht

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Diese Gitarre geht bei vielen direkt in den Körper, in die Arme, in die Beine: Jim Kahr gastierte mit Band am Freitagabend im fast ausverkauften Kulturzentrum Gleis 4. Die vier Musiker überzeugten bei ihrem Gastspiel, das dem Bluesmusiker John Lee Hooker gewidmet war.

Schwarzer Hut, leicht gebeugte Haltung, Gitarre – so steht Jim Kahr auf der Bühne. Der Mann erzeugt ohne große Gestik, ohne viele Worte sofort eine Präsenz im Gleis 4. Die Gespräche verstummen, es ist ruhig im Raum. Und Jim Kahr strahlt von Beginn an da oben auf der Bühne Ruhe und Erfahrung aus. Mit seinen 64 Jahren hat der Sänger und Songwriter in seinem Musikerleben schon einiges erlebt, stand mit einigen Bluesgrößen auf der Bühne und im Studio. Auch mit Joe Cocker spielte er. Anfang der 1970er-Jahre wurde er in jungen Jahren von John Lee Hooker engagiert. Einige Songs hat Jim Kahr gemeinsam mit Hooker geschrieben. John Lee Hooker kommt auf mehr als 200 Songs. Nachdem Jim Kahr im vergangenen Jahr in seiner Heimat USA und seiner Heimatstadt Chicago unterwegs war, ist er nun wieder in Europa. Hooker widmet Kahr mit seiner Band die nun begonnene Tournee. Hooker, 1917 im amerikanischen Bundesstaat Mississippi geboren, starb 2001 im Alter von 83 Jahren in Kalifornien. Es dauert nicht lange, und Jim Kahr und seine Mannen haben die Besucher im Gleis 4 in ihren Bann gezogen. Für viele ist es sicher nicht das erste Rendezvous mit dem Blues-Musiker aus Chicago, der schon lange seine zweite Heimat im Rhein-Neckar-Raum hat. Sie wippen vom ersten Takt an mit. „Boom, Boom“, einer der bekanntesten Songs aus der Feder von John Lee Hooker, kommt früh im Programm. Es ist erstaunlich, mit welcher Gelassenheit Jim Kahr die unterschiedlichsten Töne seinem Instrument entlockt. Mal „jammern“, mal „simmern“ die Saiten, mal sind sie hart und klar zu hören, dann wieder formt er durch zartes Klopfen auf die Saiten seiner Instrumente die Töne. Genialer Gegenpart beziehungsweise ein musikalischer Dialogpartner zur Gitarrenmusik Kahrs bildet Alex Logel an der Hammond Orgel. Beide treibt es immer wieder zu solistischen Ausflügen, die den Abend prägen, die ihn hörenswert machen. Doch auch Apollo Munyanchongore (Bass) und Yves DeVille (Schlagzeug) stehen musikalisch nicht nach. Sie alle haben ihre Soloauftritte in „Born To Boogie“. Eher sanft und ein starker Moment im Konzert ist das Stück „Red Like A Rose“. Mitnehmen können Jim Kahr und seine Band die Besucher mit ihrem Song „Like The Way You Do“. Eingängig ist die Interpretation von „Old Love“. „On You“, „Big City Struggle“, „Chicago“ – all diese Titel erzeugen ein Strahlen in den Augen der Fans. Sie haben auch zum Teil weite Anfahrtswege nicht gescheut. Nach den Nummernschildern der Autos zu urteilen kommen die Konzertbesucher aus dem Einzugsgebiet zwischen Haardt und Bergstraße.

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