FRANKENTHAL
DGB besorgt wegen Stadtklinik
„Angeblich sollen ja alle Stellen in der Stadtklinik besetzt sein“, sagte DGB-Stadtverbandsvorsitzender Rüdiger Stein. Von den Kollegen im Betrieb könne man aber immer wieder hören, dass es Personalengpässe gebe. Das habe selbst OB Martin Hebich (CDU) gegenüber der RHEINPFALZ noch im September eingeräumt.
Dass die Stadtklinik wegen sinkender Erlöse tief in die roten Zahlen geschlittert ist (wir berichteten am Montag) und der Nachtragswirtschaftsplan nun einen doppelt so hohen Fehlbetrag ausweist – er stieg von 1,7 auf 3,4 Millionen Euro – nahm die Runde zur Kenntnis.
Reizthema Beraterkosten
Ein besonderer Dorn in den Augen der Gewerkschafter sind die Kosten für Berater und Wirtschaftsprüfer, die zur Aufarbeitung der Klinik-Affäre engagiert wurden. Sie belaufen sich auf 1,58 Millionen Euro. Darüber hinaus habe auch das Betriebsklima unter den Prüfungsarbeiten gelitten. Stein rechnete vor, dass man mit diesem Geld eine Erhöhung der Corona-Prämie für die Pflegekräfte wie auch die Ausweitung des Personenkreises, dem diese Sonderzahlung zukommt, hätte finanzieren können. Dies fordere der DGB auch weiterhin.
Kritisch sahen die Gewerkschafter auch die noch laufende Arbeitsgerichts-Auseinandersetzung mit einem ehemaligen Verwaltungsdirektor der Klinik. Hier sei man ein großes finanzielles Risiko eingegangen, unterstrich der IG-BAU-Bezirksvorsitzende Rüdiger Wunderlich. Im Fall einer Niederlage vor Gericht kämen weitere Belastungen auf die Stadt zu.