Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Deutsche Gehörlosenhandballer ziehen Lehren aus Auftaktschlappe

Dominik Götz brillierte zum Auftakt mit fünf Treffern.
Dominik Götz brillierte zum Auftakt mit fünf Treffern.

Die Niederlage zum Auftakt der WM in Kopenhagen haben die deutschen Gehörlosen-Handballer schnell abgehakt. Bereits am ersten Tag nach der Eröffnungsfeier in der dänischen Metropole musste sich die Mannschaft des aus Freinsheim stammenden Bundestrainer Alexander Zimpelmann in der Neuauflage des Finales der Deaflympics, dem Goldmedaillen-Gewinner Kroatien mit 19:28 (9:15) geschlagen geben.

Die zweite WM-Vorrundenpartie der deutschen Gehörlosenhandballer, die überwiegend dem GSC Frankenthal angehören, ist schon richtungsweisend, will man bei der WM-Premiere um die Medaillen mitspielen. „Wir haben uns nach der Niederlage gegen Kroatien noch intensiv mit unserem Spiel beschäftigt“, bestätigte Linksaußen Dominik Götz. Der gebürtige Lambsheimer, seit 2017 eine feste Größe bei den Deafboys sieht trotz der Auftakt-Niederlage die Mannschaft für die kommenden Aufgaben gerüstet. „Uns ist klar, wenn wir erfolgreich sein wollen, dass wir von der ersten Minute an fokussiert sein müssen und nicht erst nach 15 Minuten wie gegen Kroatien“, sagte er.

Der 28-jährige, der mit fünf Treffern brillierte, war auch mit seiner eigenen Leistung nicht zufrieden. „Zumindest in der ersten Hälfte war meine Wurfausbeute einfach miserabel. Ich bin sicher, dass sich das ändern wird“, meinte Götz, der sich – wie seine Kameraden – inzwischen mit den kommenden Gegner eingestellt habe. „Jeder weiß, um was es geht, wir haben alles nochmals über alles gesprochen und bin mir sicher, dass wir ab sofort mit einer ganz anderen Einstellung in das Spiel gehen werden“, meinte Götz.

Schwachstellen erkannt

Die deutsche Mannschaft hat auch einige Schwachstellen der Serben, deren Prunkstück der Innenblock sein wird, ausfindig machen können. Das Rezept: „Wir müssen einfach wieder den Weg zu unserem Tempospiel kommen, aber auch in der Abwehr da hin gehen, wo es weht. Wenn uns das gelingt, dann sollten wir die ersten zwei Punkte holen“, so Götz. Man spürt bei ihm auch die Vorfreude auf die nächste Aufgabe. „Die Anspannung ist da, sie ist aber nicht weniger als bei den Deaflympics in Brasilien.“ Dabei setzt der bei TE Connectivity ins Bensheim tätige kaufmännische Mitarbeiter derzeit auch die gute Stimmung in der Mannschaft. „Alle sind sehr fokussiert, aber auch motiviert und die gute Stimmung kann für den weiteren Turnierverlauf noch ganz wichtig sein“, glaubt Götz.

Die Bedingungen vor Ort sind aus seiner Sicht top. Alle Mannschaften sind in einem Hotel untergebracht, aber eine intensive Kommunikation mit den Akteuren anderer Mannschaften finde eher nicht statt. „Jeder ist da aktuell zu sehr auf sich selbst fokussiert, es ist eher ein kurzer Talk oder ein loses Gespräch“, meinte Götz. Mit den weiteren Aussichten bei seiner WM-Premiere will sich der mit seiner Verlobten in Mannheim lebende Rechtshänder noch nicht beschäftigen. „Wir schauen einfach nur von Spiel zu Spiel“, so Götz, der bedauert, dass die beiden afrikanischen Teams aus Kamerun und Kenia kurzfristig die WM abgesagt haben. Dafür ist Gastgeber Dänemark vor eigener Kulisse dabei. „Es ist immer schön, wenn bei einer WM möglichst viele Mannschaften dabei sind“. Götz nicht nur das sportliche Aushängeschild des Gehörlosensportclubs (GSC) Frankenthal, sondern auch das Gesicht der Bewerbung von Frankenthal für die WM 2026. Die Entscheidung darüber soll noch bei der WM, die bis zum 15. Juli dauert, fallen.

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