Fußball
Dem Frankenthaler FCK-Fanklub Strohhood Devils geht es um mehr als um Fußball
Von Christian Gaier
Frankenthal. Wenn auf dem „Betze“ vor den Spielen des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern das „Pfalzlied“ angestimmt und gemeinsam gesungen wird, dann steigen Oliver Dämgen schon einmal die Tränen in die Augen. Der 34 Jahre alte Frankenthaler ist vom FCK-Virus infiziert, ist nach eigenen Angaben „FCK-verrückt“. Seit 6. Juli vergangenen Jahres fühlt er sich im Kreise von Gleichgesinnten gut aufgehoben. Mit ihnen gründete er vor einem Jahr den FCK-Fanklub Strohhood Devils. Mit dabei war auch sein Freund Patrick Divivier, den er bei der DJK Eppstein kennenlernte und der seine Leidenschaft für den FCK teilt. Dämgen ist jetzt Vorsitzender des Fanklubs, Duvivier sein Stellvertreter.
Bei Oliver Dämgen hat die Leidenschaft für den FCK „klassisch“ begonnen. „Der Papa hat einen mitgenommen mit vier oder fünf und seitdem bin ich infiziert. In unserer Familie sind wir alle FCK-Fans“, blendet der Industriekaufmann, der bei der BASF arbeitet, zurück. Eine Dauerkarte hat er seit seinem 16. Lebensjahr. „Neben meiner Familie und meinen Freunden ist der FCK das, woran ich am meisten denke“, bekennt Dämgen, der die Faszination, die vom Pfälzer Kultklub und nicht so recht beschreiben kann. „Das kann man der Ehefrau oder Freundin nie erklären, wie und warum das so ist. Es geht einfach um Emotionen, um die Liebe zum Fußball“, sagt er. Als sichtbarer Ausdruck seiner Begeisterung für den FCK ziert ein entsprechendes Graffiti seine Garage. Die FCK-Bettwäsche habe allerdings nicht mehr, erzählt der Ehemann und Vater einer zwei Jahre alten Tochter augenzwinkernd. Als „radikalen“ Fan sieht er sich nicht. Dämgen, Divivier und deren Mitstreiter bei den Strohhood Devils seien einfach begeistert von „Pfälzer Lebensfreude gepaart mit dem FCK“, so der Vorsitzende.
Umweg über München
„Wenn man hinaufmarschiert, dann fühlt man schon die Anspannung und die Vorfreude, und wenn man runterläuft, dann ist es, egal wie das Spiel ausgegangen ist, ein gutes Gefühl. Der Zusammenhalt ist das Wichtige“, erklärt der 37 Jahre alte Patrick Divivier, der über Umwege zum FCK kam. Seit Vater sei nämlich Fan von 1860 München gewesen und habe ihn oft in die bayrische Landeshauptstadt mitgenommen, wo man dann auch Spiele des FC Bayern besucht habe. „Aber klar sind die Freunde hier alle Lautrer und so kam ich dann auch zum FCK und so ging das los. Und ausgerechnet im schlimmsten Jahr, dem Abstieg in die Dritte Liga, habe ich meine erste Dauerkarte erworben“, schildert der Schichtführer und Ausbilder bei der Firma EM-Technik in Maxdorf.
„Man geht nicht auf den Betze, weil dort so ein wunderschöner Fußball gespielt wird. Man geht hin, wegen dem Kampf, der Leidenschaft, dem Zusammenhalt und den Fritz-Walter-Werten“, beschreibt Dämgen sein Betze-Gefühl und schwärmt von der „Explosion“ der Emotionen, wenn der FCK ein Tor schießt. „Da krieg’ ich immer wieder Gänsehaut“, sagt er.
In Lücke gestoßen
Die Idee, einen Fanklub zu gründen, hatten die beiden im Frühjahr vergangenen Jahres. „Wir haben ja immer so viele Fans aus Frankenthal und Umgebung auf dem Betze getroffen und die Fußballer kennen sich sowieso alle untereinander, dass die Idee aufkam, sich unter eine Flagge zu organisieren“, sagt Patrick Divivier. „Wir wollten die FCK-Fankultur in der Region pflegen und einfach eine Gemeinschaft gründen, um gemeinsam zu den Spielen zu fahren und gemeinsam zurückzufahren“, beschreibt Dämgen die Motivation.
Seit 6. Juli 2022 sind die Strohhood Devils ein offiziell eingetragener Fanklub. Die beiden Frankenthaler merkten schnell, dass ihre Initiative auf fruchtbaren Boden fiel. „Wir haben Freunde gefragt, ob sie mitmachen wollen und dann hatten wir am Anfang gleich einmal 20, 25 Leute zusammen“, erinnert sich Divivier. Mittlerweile ist die Schar der Strohhood Devils auf 70 Personen aller Altersklassen angewachsen. „Viele haben gesagt, so etwas hat hier gefehlt“, sagt Dämgen.
Fanklub-Banner prominent platziert
Zu den bisherigen Höhepunkten des Klublebens zählt das Duo eine Stadiontour und die Möglichkeit, sich am Rande des Vorbereitungsspiels gegen Norwich mit einem Stand zu präsentieren. „Cool war natürlich das Strohhutfest, wo wir beim Auftritt der Band Grabowsky unser Banner auf der Bühne aufhängen durften“, erzählt der Vorsitzende. Lebhaft ist die Erinnerung an die Fahrt zum Auswärtsspiel beim Hamburger SV in der Hinrunde, als 10.000 FCK-Fans im Stadion waren. „Wir wussten, wir gehören zusammen, das war ein geiles Gefühl“, erinnert sich Dämgen. Erreichen will er, dass die Mitglieder des Fanklubs verstärkt gemeinsam zu Auswärtsspielen fahren.
Begeistert war Dämgen, als er beim FCK-Auswärtsduell mit Eintracht Braunschweig das Banner der Strohhood Devils sah. „Wir schauen Fernsehen und auf einmal sieht man seinen Banner und denkt, was für ein Aufwand das ist, den aufzuhängen. Das war einfach überragend“, dankt er. Klar, dass er am Samstag mit seinen Strohhood Devils beim Saisonauftakt des FCK gegen den 1. FC St. Pauli auf dem Betze ist um die Pfälzer Lebensfreude und die Liebe zum FCK zu zelebrieren.
Info: Anfragen für eine Mitgliedschaft nehmen die Strohhood Devils per E-Mail an shd.frankenthal@gmail.com entgegen.