Frankenthal Corona: Tests wieder kostenlos, dezentrales Impfen geplant

Die Stadt sucht nach Möglichkeiten, das Testangebot in Frankenthal wieder hochzufahren.
Die Stadt sucht nach Möglichkeiten, das Testangebot in Frankenthal wieder hochzufahren.

Die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Frankenthal seit 1. November um fast 200 gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt seit Ende Oktober wieder über der 100er- und seit Anfang dieser Woche sogar über der 200er-Marke. Kurzfristig sollen zwei Dinge helfen: Testen und Impfen.

Eine aus Sicht vieler gute Nachricht ist noch am Freitagnachmittag gekommen: Ab Samstag sind Corona-Schnelltests nach Angaben der Stadtverwaltung im Testzentrum auf dem Festplatz an der Benderstraße wieder kostenlos möglich. Hintergrund sei das Inkrafttreten der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigten neuen Testverordnung. Die Stadtverwaltung führe Gespräche mit Hilfsorganisationen und gewerblichen Testanbietern, um das Angebot an Schnell- und PCR-Tests zeitnah wieder auszuweiten, heißt es in der Pressemitteilung.

Zur Erinnerung: Die kostenlosen Bürgertests waren zum 11. Oktober eigentlich abgeschafft worden. Seitdem verlangten die Betreiber im Frankenthaler Testzentrum im Regelfall 20 Euro pro Antigen-Schnelltest. Die Johanniter hatten sich zuletzt aus dessen Betrieb verabschiedet. Der Malteser Hilfsdienst kündigte kurz darauf die Schließung seines Testangebots in der Villa Malta an. Begründet hatten beide Organisationen den Schritt mit den vielen Diskussionen und unangenehmen Situationen, denen die überwiegend ehrenamtlichen Helfer zuletzt ausgesetzt gewesen waren.

Situation spitzt sich zu

Dass die Abschaffung der kostenlosen Testangebote jetzt wieder rückgängig gemacht wird, hat in erster Linie mit der zunehmend bedrohlichen Infektionslage zu tun. Auch in der Vorderpfalz spitzt sich die Situation demnach in den zurückliegenden zwei Wochen wieder deutlich zu: Für Frankenthal haben die Gesundheitsbehörden des Landes am Freitag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 221,5 gemeldet – in die Nähe solcher Werte war die Stadt zuletzt im April dieses Jahres gekommen. Fast 200 neue Fälle sind seit Anfang November dazugekommen. Besonders betroffen: die Altersgruppe unter 20 Jahren mit einer Inzidenz nahe der 500er-Marke.

Auch im Frankenthaler Umland grassiert Sars-CoV-2: Im Rhein-Pfalz-Kreis wurden allein am Freitag vom Landesuntersuchungsamt 138 neue Fälle gemeldet, vier weitere Menschen sind an und mit Covid-19 gestorben. Die Inzidenz: 250,7. Im Kreis Bad Dürkheim sind 47 Ansteckungen mit dem Virus hinzugekommen. Auch hier rangiert der auf 100.000 Einwohner berechnete Inzidenzwert für die zurückliegenden sieben Tage knapp über 200.

Weitere Angebote geplant

Kein Wunder also, dass in den Städten und Gemeinden nach der Schließung der Impfzentren Ende September und dem meist großen Andrang bei Stopps des Impfbusses über Möglichkeiten nachgedacht wird, wie zusätzliche Kapazitäten fürs Verabreichen der schützenden Spritze aufgebaut werden können. Zwei Möglichkeiten fallen nach Auffassung von Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) aus: eine von seinem Parteifreund Christian Baldauf geforderte Wiederbelebung des Impfzentrums und ein Angebot in der Stadtklinik.

Die bis vor sechs Wochen in der Turnhalle der Andreas-Albert-Schule betriebene Einrichtung sei innerhalb kurzer Zeit nicht wieder hochzufahren – unter anderem, weil dafür laut Hebich sehr viel Personal gebraucht werde. Mitten im laufenden Betrieb eines Krankenhauses noch eine Anlaufstelle für Impfwillige zu schaffen, funktioniert aus Sicht des OB auch nicht. Ein dezentrales Angebot, das regelmäßig an bestimmten Tagen, aber wechselnden Orten zur Verfügung stehe, schwebe ihm vor, sagte der Rathauschef auf Anfrage.

Eignen würden sich dafür unter Umständen Räumlichkeiten in Schulen oder Sportanlagen – damit niemand derjenigen, die sich die schützende Spritze abholen wollen, in der Kälte stehen müsse, hielt Hebich mit Blick auf die langen Wartezeiten vor dem Impfbus am Donnerstag fest. Denkbar seien Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten, aber auch mit Medizinern der Stadtklinik.

Noch Fragen?

Die Öffnungszeiten des Schnelltestzentrums auf dem Festplatz: Montags und mittwochs, 16 bis 19 Uhr, testet die DLRG-Ortsgruppe Frankenthal. Freitags, 13 bis 17.30 Uhr, samstags, 12 bis 15 Uhr, und sonntags, 11 bis 15 Uhr, ist die MKS-Medical GmbH (Ludwigshafen) aktiv.

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