Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Corona-Krise: Gymnasien in Frankenthal wollen Abifeier nachholen

Ein in jeder Hinsicht besonderer Jahrgang des Albert-Einstein-Gymnasiums in Frankenthal: die Abiturienten 2020.
Ein in jeder Hinsicht besonderer Jahrgang des Albert-Einstein-Gymnasiums in Frankenthal: die Abiturienten 2020.

Das Abitur 2020 wird den Schülern des Albert-Einstein und des Karolinen-Gymnasiums in Frankenthal wohl immer in besonderer Erinnerung bleiben. Kein Abiball, keine feierliche Zeugnisübergabe. Und auch größere Treffen sind in Zeiten der Corona-Pandemie nicht möglich. „Es fehlt irgendwie ein schöner Abschluss nach 13 Jahren Schulzeit“, finden viele.

Freitag der 13.: Im März war dieser Tag wirklich ein turbulenter Tag – nicht nur für Schüler, Lehrer und Eltern. Nach einigen Gerüchten gab es am späten Nachmittag die offizielle Bestätigung: Ab Montag, 16. März, sind alle Schulen in Rheinland-Pfalz geschlossen. Ob, wann und wie das mündliche Abitur stattfinden kann, darüber gab es im Laufe des Tages von Bildungsministerium und Aufsichtsbehörde ADD unterschiedliche Informationen. Am Abend kam dann aus beiden Frankenthaler Gymnasien die Nachricht: Die Prüfungen am AEG sind am Montag und Dienstag, am KG finden sie von Mittwoch bis Freitag statt.

Über WhatsApp- und E-Mail-Gruppen hielten sich auch die Gymnasiasten in Frankenthal gegenseitig auf dem Laufenden. Dabei hätten sie eigentlich gerne noch für die anstehenden Examen gelernt. „Die Verunsicherung, ob die Prüfungen überhaupt stattfinden, hat einen sehr abgelenkt“, berichtet Maja Gruber. Die 19-Jährige aus Frankenthal war am AEG direkt montags um 8 Uhr eingeteilt. Als dann am Freitagabend die Info über die Schulhomepage kam, dass alle Prüfungen wie geplant stattfinden können, sei sie „sehr glücklich“ gewesen.

Angespannte Stimmung

Bei der Prüfung selbst sei die Stimmung angespannt gewesen, „alles roch nach Desinfektionsmittel“, Lehrer und Schüler saßen mit reichlich Abstand voneinander entfernt, erzählt Alicia Fernholz vom AEG. Sie hätte sich gewünscht, dass die Situation zumindest kurz angesprochen worden wäre. „Es hätte die Anspannung etwas genommen, wenn jemand gefragt hätte, wie es einem denn geht“, findet die 19-Jährige aus Großniedesheim.

Um das Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten, sollten die Schüler an den Gymnasien nach Bekanntgabe der Noten direkt das Schulgelände verlassen und sich nicht treffen. Der Gedanke, Mitschüler eventuell nie wieder zu sehen und zum letzten Mal die Schule betreten zu haben, sei „sehr traurig“ gewesen, sagt Pauline Wendler vom Karolinen-Gymnasium.

Zeugnisse kommen per Post

Klar ist an beiden Gymnasien: Alle Veranstaltungen, die geplant waren, können aufgrund der aktuellen Situation nicht stattfinden. Geschockt und traurig hätten ihre Mitschüler auf die Nachricht reagiert, dass es weder einen Abiball noch eine feierliche Zeugnisübergabe und einen Abistreich geben soll. „Da ist schon ein bisschen eine Welt zusammengebrochen, und es sind Tränen geflossen“, erzählt AEG-Schülerin Inès Ben Haj Salem. Schließlich habe man seit eineinhalb Jahren Geld für geplante Events gesammelt und auch in der Lernphase viel Zeit für die Vorbereitung investiert.

Die Vorfreude aufs Feiern habe beim Lernen motiviert, sagt Pauline Wendler vom KG. „Eine Zeugnisfeier macht ja auch die Eltern stolz“, sagt Maja Gruber. Nun sollen die Dokumente per Post zugestellt werden. „Das ist nichts Besonderes“, findet sie. Trotzdem habe sie großes Verständnis für die Situation. „Das Wichtigste jetzt ist, auf unsere Großeltern Rücksicht zu nehmen und älteren Menschen in der Nachbarschaft zu helfen.“

Das Congress-Forum, in dem die Abiturienten ihre Bälle mit jeweils rund 600 Gästen feiern wollten, hat nach Darstellung der Schüler kulant reagiert und keine Kosten in Rechnung gestellt. Außerdem seien Ersatztermine angeboten worden. Ob man diese nutzen will, ist noch offen. Wie etliche ihrer Altersgenossen wollte Natalie Tosic vom AEG die Zeit nach dem Abitur zum Reisen nutzen. Die Pläne liegen nun auf Eis. Auch, ob ein geplanter Medizinertest stattfinden kann, weiß Pauline Wendler im Moment nicht.

Direktoren bedauern Umstände

Großes Mitleid mit den 126 Abiturienten hat AEG-Direktorin Sabine Schanz. Es sei schon merkwürdig gewesen, nach den Prüfungen nicht mit Handschlag oder Umarmung gratulieren zu können – auch wenn sie erleichtert ist, dass das Abitur unter diesen Umständen überhaupt laufen konnte. Zusammen mit den Abiturienten habe die Schule für den 15. Mai oder den 26. Juni vorsorglich die Aula reserviert. „Spätestens das Einjährige wollen wir dann 2021 feiern“, so Schanz.

Auch ihr KG-Kollege Christian Bayer sucht mit Schülern und Lehrern nach Lösungen, um die ausgefallene Verabschiedung nachzuholen. Trotz einer räumlichen Distanz habe man bei den Abiturprüfungen große Herzlichkeit und tollen Zusammenhalt spüren können. „Ganz viele Lehrkräfte verabschieden sich mit persönlichen Briefen von ihren Schülerinnen und Schülern“, berichtet Bayer.

Heute Prüfungen an IGS

An der IGS Robert Schumann sollen die mündlichen Prüfungen wie geplant am Montag und Dienstag stattfinden. Ob und wie das Abitur gefeiert werden könne, dazu gebe es keine Informationen. Das sagte Abiturient David Radulovic auf Nachfrage am Sonntag. Eine offizielle Mitteilung der Schule gab es dazu nicht.

Ein in jeder Hinsicht besonderer Jahrgang des Albert-Einstein-Gymnasiums in Frankenthal: die Abiturienten 2020.
Ein in jeder Hinsicht besonderer Jahrgang des Albert-Einstein-Gymnasiums in Frankenthal: die Abiturienten 2020.
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Ein in jeder Hinsicht besonderer Jahrgang des Albert-Einstein-Gymnasiums in Frankenthal: die Abiturienten 2020.
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