Frankenthal Copacabana am Nachtweideweiher

Placeholder-Image

Die Copacabana und der Lambsheimer Weiher schienen am Mittwoch sehr nah beieinander zu liegen. Nicht nur, weil an der Beachbar die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft ausgestrahlt wurden. Auch nicht wegen des warmen Abends am Strand unter blauem Himmel. Sondern vor allem wegen der heißen Rhythmen: Die Mannheimer Band Mocabo war zu Gast und verwandelte die Beachbar am Nachtweideweiher in ein Sommermärchen.

Passend zur WM in Brasilien brachten die fünf Musiker das Publikum mit ihren Latino-Rhythmen zum Tanzen. „Ein Mix aus den Ländern, wo die Sonne scheint“, so beschrieb Mocabo-Gitarrist Harald Wester die Musik der Formation. Und sommerliche Gefühle verbreiteten die Musiker mit ihrer Mischung aus treibenden spanischen Rhythmen und südamerikanischem Groove wirklich. Neben den gelegentlichen Instrumentalstücken kam Jutta Gückels Gesang nicht zu kurz. Mit hauptsächlich spanischen Texten und kräftiger Stimme gab sie den Arrangements Temperament. Bei ihren Soloeinlagen konnten die beiden Gitarristen, Harald Wester und Burny Schwarz, sich voll ausleben. Mit Django Reinhardts „Minor Swing“, begaben sich die beiden Gründungsmitglieder zurück zu ihren Wurzeln: Mit Gipsy-Swing hatten sie vor zehn Jahren die Band Mocabo gegründet. Das rhythmische Fundament für die flotte Interpretation des Klassikers lieferte Percussionist Gero Fei zusammen mit Bassist Martin Simon. Gekonntes Zusammenspiel zeigten die Musiker auch in dem Stück „Mi diario personal“, das von Geschichten aus dem eigenen Tagebuch handelt. Aufgepeppt wurde es durch Call and Response, ein Ruf- und Antwort-Spiel zwischen Sängerin Gückel und Gitarrist Burny. Höhepunkt des Stücks war ein freies Schlagzeugsolo, das mit Sambarhythmen zum Mittanzen anregte. Dass fast alle Bandmitglieder Profis sind, merkte man ihnen auf der Bühne an. Die komplexesten Rhythmen verschmolzen mühelos zu einem Ganzen, und die abwechselnden Soli gaben den Stücken ihre Vielfalt. Während sich das Publikum in der ersten Hälfte des Konzerts noch etwas zurückgehalten hatte, ließen sich nach der Pause einige Gäste von der südländischen Lebensfreude zum Tanzen animieren. „Das Besondere sind einfach die Rhythmen und Virtuosität“, fand Helga Schweitzer zu Abschluss des Konzertes. Ingrid Mühleck, die Mocabo zum ersten Mal gesehen hatte, war „total begeistert“, vor allem von Gückels Stimme. „Ich würde sie mir wieder anschauen“, so ihr Fazit. Und das vielleicht größte Kompliment für die Musiker: Trotz der aufgebauten Fernseher konnten sie sich spätestens ab der „zweiten Halbzeit“ ihres Konzertes gegen den Fußball durchsetzen und den Großteil der Gäste zu sich locken. Aber nicht nur den Zuschauern gefiel die Beachbar: So ein schönes Ambiente mit Blick auf den See habe man nicht alle Tage, befand Gitarrist Wester. Die Beachbar bietet weiter jeden Abend Public Viewing zur WM. Als nächste musikalische Gäste sollen die Dubbeglas-Brieder kommenden Mittwoch für gute Stimmung sorgen – diesmal mit pfälzischen statt spanischen Texten.

x