Serie „Mein erstes Spiel“ RHEINPFALZ Plus Artikel Christian Baldauf hat schon früh die Liebe zum 1. FC Kaiserslautern entdeckt

Erinnerungen an die gute alte Zeit auf dem Betzenberg: Christian Baldauf mit dem Wimpel vom ersten Spiel und dem Hasen, zu dem i
Erinnerungen an die gute alte Zeit auf dem Betzenberg: Christian Baldauf mit dem Wimpel vom ersten Spiel und dem Hasen, zu dem ihm seine Schwester einen rot-weißen Pullover gestrickt hat.

Früher war nicht alles besser, aber zumindest vieles anders. In dieser Serie lassen wir Persönlichkeiten aus Frankenthal und Umgebung sowie RHEINPFALZ-Redakteure und -Mitarbeiter in ihrer Erinnerung kramen: Was war das erste Spiel im Profisport, das Sie live im Stadion miterlebt haben? Bei Christian Baldauf war es natürlich der Besuch eines Spiels des 1. FC Kaiserslautern auf dem Betzenberg. Der Frankenthaler Christdemokrat erinnert sich an selbstgestrickte Schals und Mützen, Autogramme und ein frühes Tor.

Dass Christian Baldaufs Herz in sportlicher Hinsicht für den 1. FC Kaiserslautern schlägt, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Der Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl im kommenden Jahr jubelt und leidet seit Jahrzehnten mit den Roten Teufeln. Da ist es kaum verwunderlich, dass Baldaufs erste Erlebnisse im Zusammenhang mit professionellem Sport auf dem Kaiserslauterer Betzenberg stattfanden.

Da das allerdings schon über 40 Jahre her ist, muss erst mal das Internet mit seinem umfassenden Informationsschatz bemüht werden, um ein paar Details zu klären. Der erste Anhaltspunkt: „Hans-Peter Briegel hat früh ein Tor geschossen“, erinnert sich Baldauf. Die „Walz von der Palz“ bestritt zwischen 1975 und 1984 258 Partien für den FCK und erzielte dabei 49 Tore.

Frühes Briegel-Tor grenzt Suche ein

Aber gut, das grenzt die Suche schon mal ein. Der Gegner? Da muss Baldauf überlegen. „Nürnberg war es. Oder Bremen.“ Und die Partie fand zwischen 1979 und 1982 statt. Mit diesen Rahmendaten landen wir schließlich beim 10. März 1979. Der FCK – damals noch in der Ersten Bundesliga – empfing Eintracht Braunschweig auf dem Betzenberg.

Was passte: Briegel hatte in der Partie den FCK bereits in der siebten Minute in Führung geschossen. „Briegel hat sich durchgetankt, vorne rein und den Ball im Tor versenkt“, erinnert sich Baldauf noch an den Lauterer Führungstreffer. Passend dazu sei das erste Autogramm, das er von einem FCK-Spieler bekommen habe, das von Hans-Peter Briegel gewesen.

24.300 Zuschauer im Stadion

Gesehen hat er das Tor von der Südtribüne aus. Denn das Stadion war damals noch lange nicht für die WM 2006 umgebaut. „Die Westkurve glich eher einem Wall“, sagt Baldauf. Glaubt man dem Datencenter des Deutschen Fußballbunds (DFB), waren seinerzeit 24.300 Zuschauer im Stadion.

Baldauf war damals mit seinem besten Freund und dessen Tante auf dem „Betze“. „Alle hatten selbstgestrickte Mützen oder Schals an“, erinnert sich der Christdemokrat. Und es sei viel los gewesen. „Überall Fahnen, Fans mit Jeanskutten, voll mit Aufnähern, vorzugsweise mit Sprüchen gegen die Bayern.“ Einen richtigen Fan-Shop, wie er heute überall Standard ist, habe es nicht gegeben. Vor dem Stadion seien aber ein paar Wagen gestanden, aus denen heraus Devotionalien verkauft worden seien. „Da habe ich einen Wimpel bekommen. Da stehen noch zwei deutsche Meisterschaften drauf“, erzählt Baldauf.

Liebe zum FCK in Grundschule gewachsen

Die Liebe zum FCK sei schon in der Grundschule gewachsen. Baldauf ist 1973 eingeschult worden, ging in Frankenthal auf die Friedrich-Ebert-Grundschule. „Meine Schwester hat mir damals für mein Kuscheltier, einen Hasen, einen rot-weißen Pullover gehäkelt“, erzählt er. Den Hasen hat er heute noch. Ansonsten habe er wenige FCK-Fanutensilien gehabt. „Das war damals alles noch relativ teuer.“

Vom Stadionbesuch habe er natürlich sofort am Montag in der Schule berichten müssen. „Das war das Ereignis“, sagt er. Schon die Anfahrt auf der A6 mit all den Schals, die in Fenstern eingeklemmt aus den Autos heraus geweht hätten, sei beeindruckend gewesen.

Ergebnisse prägen Grundstimmung

Das kann jeder Fußballfan nachempfinden: Die Ergebnisse des FCK haben beim jungen Christian Baldauf auch für eine entsprechende Grundstimmung gesorgt. „Heute ist es aber nicht mehr ganz so intensiv wie damals als Kind“, gesteht er. In der Jugend auf dem Schulhof habe er es noch ganz gut gehabt. Im Freundeskreis seien Anhänger des FC Bayern München und von Borussia Mönchengladbach gewesen. Die hatten in der Regel wenig zu lachen, wenn es damals auf den „Betze“ ging.

Christian Baldauf hat sich allerdings auch für die Gästeteams interessiert und ist bei denen auf Autogrammjagd gegangen. Wolfgang Kleff und Jupp Heynckes habe er unter anderem bekommen. Da kam ihm der Heimvorteil zu Pass. „Die Teams, die beim FCK zu Gast waren, haben in Frankenthal im ehemaligen Hotel Kurfürst übernachtet“, berichtet er.

FCK gewinnt 2:1

Doch zurück zum Spiel: Das gewann der FCK 2:1 (2:1). Alle Tore fielen vor der Pause. Briegels Führungstreffer glich Harald Nickel in der 16. Minute aus. Klaus Toppmöller sorgte zehn Minuten später für die Entscheidung.

Beim FCK spielte damals Ronnie Hellström im Tor, aber auch Hannes Bongartz, Werner Melzer, Reiner Geye und Josef Pirrung gehörten zum Team. Coach der Mannschaft war Karl-Heinz Feldkamp. Bei Eintracht Braunschweig stand Bernd Franke im Tor. Im Feld spielte unter anderem Wolfgang Dremmler, der nach dieser Saison zum FC Bayern wechselte. Trainer der Eintracht war Werner Olk.

Aktualität heißt Dritte Bundesliga

Die Zeiten der Helden von einst sind vorbei. Die Aktualität bei den Roten Teufeln heißt Dritte Bundesliga. Das hat die Liebe von Christian Baldauf zu „seinem“ FCK aber nicht erkalten lassen. „Ich möchte gerne helfen“, sagt er. Grundsätzlich nehme er es so wahr, dass Markus Merk einen guten Job mache. Aber in den vergangenen Jahren seien beim FCK eben viele am Ruder gewesen, die gemeint hätten, sie könnten es, hätten es aber nicht gekonnt. „Traurig“, meint Baldauf. Dritte Liga, das habe er sich damals als kleiner Bub nicht vorstellen können. „Der FCK war für uns immer irgendwie unabsteigbar. Es war nicht unbedingt schön, was auf dem Betzenberg gespielt wurde, aber es wurde gekämpft.“

Markenzeichen runtergekrempelte Stutzen: Hans-Peter Briegel.
Markenzeichen runtergekrempelte Stutzen: Hans-Peter Briegel.
Der zwölfte Mann: Die Fans auf dem Betzenberg können schon mal den Unterschied machen.
Der zwölfte Mann: Die Fans auf dem Betzenberg können schon mal den Unterschied machen.
Karl-Heinz Feldkamp war damals Trainer des FCK.
Karl-Heinz Feldkamp war damals Trainer des FCK.
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