Frankenthal
Carl-Bosch-Schule: Schulhofsanierung mit vielen Abstrichen
Die Pläne für die Gestaltung des Hofs der Grundschule im Frankenthaler Süden lesen sich eher wie eine Auflistung dessen, was alles nicht möglich ist. Keine Kleinspieltore auf der Grünfläche im Norden des Areals, keine Verbesserung der vielfach monierten Müllsituation, Verzicht auf die Einzäunung des Geländes, ein Klettergerät ohne Haus und Rutsche, die alten Kunststoffbänke und Fahrradständer werden weiter verwendet, die Überdachung an den Eingängen und über den Radstellplätzen bleibt: So steht es in den Unterlagen, über die der Planungs- und Umweltausschuss am Donnerstag in einer Onlinesitzung berät.
Erhalten bleibt demnach der Verkehrsparcours zwischen Schulgebäude und Fahrradständern, allerdings eckig, mit kleinerer Spurbreite und mit Rechteckpflaster „als günstigstes Material“. Auf den Freiflächen zwischen den Straßen waren ursprünglich Spielangebote angedacht. Hier soll es nun aus Kostengründen fast ausschließlich Grünflächen geben. Immerhin sind in dem Plan Hängematten für ein wenig Gemütlichkeit vorgesehen. Der Schulhof werde so gestaltet, dass auch nachträglich Spielgeräte aufgestellt werden könnten. Im Norden des Schulgeländes soll ein großes Klettergerüst mit Seillandschaft Platz zum Toben für 40 Kinder gleichzeitig bieten. Am Rande des Verkehrsparcours ist eine Tischtennisplatte vorgesehen. Ob ein Balancierparcours, den die Schule gerne hätte, über die Dietmar-Hopp-Stiftung finanziert werden kann, werde derzeit geprüft.
Altlasten schlucken Großteil des Budgets
Der Schulhof müsse nach einem neuen pädagogischen Konzept saniert werden, das die kognitive, motorische und psychologische Entwicklung der Kinder fördere. Altersgerechte Spielgeräte, neue Sitzbänke und Mülleimer sollen angeschafft werden. Das hatte Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) im Juli 2019 im Haupt- und Finanzausschuss angekündigt. Dass eine Sanierung im Anschluss an die Arbeiten am Schulgebäude dringend nötig ist, darin waren sich damals alle Fraktionen einig.
Die Flächen sind durchgehend asphaltiert, zahlreiche Stellen wurden bereits ausgebessert, Spielangebote gibt es im Grunde nicht. Doch ein Großteil des Budgets von 400.000 Euro dürfte nun nach den Sitzungsunterlagen für die Entsorgung des teerhaltigen Belags und des Bodens darunter draufgehen. Weil die Flächen als Aufenthalts- und Spielbereich für Kinder genutzt werde, führe daran kein Weg vorbei. „Dies sind entscheidende Baukosten“, heißt es in dem Papier, über das der Ausschuss öffentlich beraten soll.