Frankenthal „Brauchen dringend neue Plätze“
„Bei den Kindergartenplätzen herrscht nach wie vor Mangelverwaltung“, sagte Bürgermeister Andreas Schwarz (SPD) bei der Vorstellung der Bedarfsplanung Kindertagesstätten 2018/2019. Für 2018 ergibt sich nach der Aufstellung der Verwaltung ein Rechtsanspruch für 1518 Kinder über drei Jahren. Bei den zwei- bis dreijährigen Kindern wird mit einem Bedarf von 541 und bei den ein- bis zweijährigen Kindern von mindestens 175 Plätzen geplant. Der starke Geburtenjahrgang 2016 (541 Kinder) komme nun in den Ü-3-Bereich und habe damit einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, so die für die Planung zuständige Andrea Schlossarczyk vom Familienbüro. Somit könnten weitere Kinder angemeldet werden, die bisher keinen Kindergartenplatz in Anspruch genommen hätten. Deshalb sei trotz des kleineren Geburtenjahrgangs 2017 (500) und voraussichtlich 2018 (bisher 375) keine Entspannung in Sicht. Im Bereich der unter Dreijährigen hätten nach wie vor jene Kinder Vorrang, dessen Eltern berufstätig oder in Ausbildung seien. In der Ganztagesbetreuung sei ein Anstieg des Bedarfs zu verzeichnen. „Wir brauchen dringend neue Plätze“, betonte auch Schlossarczyk. Ein weiterer Faktor sei der steigende Förderbedarf. In der Stadt gebe es zwei integrative Kindergärten im Pfalzinstitut und in Eppstein. Auch im Umland besuchten Kinder mit Förderbedarf integrative Kindergärten. Es sei aber ein Trend zu verzeichnen, dass Eltern die Einzelintegration in Kindertagesstätten wünschten. „Dies hat zur Folge, dass wir mit den Gruppengrößen haushalten müssen“, so Schlossarczyk, was wieder zur Verknappung der Plätze beitrüge. Viele Kinder mit erhöhtem Förderbedarf seien jedoch überfordert, wenn die Gruppen dann mit 25 Kindern voll besetzt seien. Positiv sei, dass relativ zügig Integrationskräfte zur Verfügung stünden. „Uns fehlen weitere Immobilien“, betonte Schwarz. Weitere Plätze in Aussicht stünden durch den Neubau des Kindergartens in der Eppsteiner Weidstraße, für den in der vergangenen Woche der Spatenstich erfolgt sei. Mit einer Inbetriebnahme rechnet die Verwaltung für Anfang 2020. Geprüft wird derzeit laut Schwarz, auf ein Grundstück östlich des Ostparkstadions nicht nur einen, sondern zwei sechsgruppige Kindergärten zu bauen. Der Bürgermeister verwies allerdings darauf, wie lange es dauern könne, bis solche Projekte umgesetzt würden. Das zeige der Neubau in Eppstein. Hier sei alles sehr schleppend vorangegangen. Die Größenordnung der sechsgruppigen Einrichtungen habe sich bewährt, sagte er auf Nachfrage, warum dann nicht eine größere Einrichtung am Ostpark geplant werde. „Bis zu 250 Kinder in einem Kindergarten, das ist zu viel.“ Ins Stocken geraten sei der Neubau des Waldorfkindergartens aufgrund von Umplanungen des Schulvereins, so Schwarz. Nicht bekannt sei ihm derzeit, wie weit die Planungen für den katholischen Kindergarten Heilig Kreuz in Mörsch (Frühlingstraße) seien. Weniger als Problem stellt sich nach der Darstellung von Schlossarczyk die Personalgewinnung da. Laut Schwarz gibt es die Ermächtigung, bereits 2019 neues Personal für die neuen Einrichtungen einzustellen. Es gebe zahlreiche Bewerbungen und Vorstellungsgespräche. Die derzeit drei Springerkräfte würden jedoch oft schnell auf feste Arbeitsplätze springen. „Immer wenn man denkt, dass alles abgedeckt ist, tun sich neue Löcher auf“, verdeutlichte Schlossarczyk die Schwierigkeiten bei der Personalplanung. Wenn es aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben zu einer Erweiterung des Rechtsanspruches käme, könnte es jedoch noch schwieriger werden, sagte Schwarz. Hier drohe unter anderem der Entzug des Personalkostenzuschusses, wenn die Personalstärke unter einen Schwellenwert fiele. Auch solle im Kita-Zukunftsgesetz des Landes ein Rechtsanspruch für unter Einjährige sowie ein Anspruch auf eine Betreuung von durchgängig sieben Stunden am Tag festgeschrieben werden. „Das ist für die Verwaltung nicht aufkommensneutral zu bewältigen“, betonte Schwarz. Obwohl es keinen Rechtsanspruch gibt, steige auch der Betreuungsbedarf bei Grundschulkindern. Nicht für alle Eltern sei da das Ganztagesangebot der Schulen optimal. Derzeit gebe es zehn Plätze, so Schlossarczyk.