Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Bezirksliga: VfR Frankenthal empfängt SC Bobenheim-Roxheim zum Derby

Yannik Baro (rechts), hier im Trikot des VfR Frankenthal, hat mittlerweile die Seiten gewechselt. Gegen die alten Kollegen soll
Yannik Baro (rechts), hier im Trikot des VfR Frankenthal, hat mittlerweile die Seiten gewechselt. Gegen die alten Kollegen soll er mit seinen Flanken und seiner Schusskraft Akzente setzen.

Derbyzeit im Ostparkstadion: Am Sonntag (15.30 Uhr) treffen die Bezirksligisten VfR Frankenthal und der SC Bobenheim-Roxheim zum dritten Mal in der Spielzeit aufeinander. Die beiden ersten Begegnungen gewann das Team von VfR-Coach Martin Wohlschlegel. Die Gäste kommen mit einer Menge Euphorie und einem Insider zur Auswärtspartie.

Ungleicher könnten die Voraussetzungen vor dem Derby kaum sein. Beide Teams trennen nicht nur sieben Plätze in der Tabelle, sondern auch 27 Punkte. Während der SC Bobenheim-Roxheim nach 13 Spielen immer noch bei null Punkten steht, befindet sich der VfR mit 27 Zählern auf Rang zwei der Bezirksliga-Tabelle. Die Favoritenrolle scheint also klar.

Einer, der viele Spieler und beide Trainer sehr gut kennt, ist Yannik Baro. Der Flügelstürmer des SC Bobenheim-Roxheim spielte von 2013 bis 2019 beim Konkurrenten aus Frankenthal und machte unter dem jetzigen Trainer Martin Wohlschlegel seine ersten Schritte im Herrenbereich.

Taktik greift

Über Fußgönheim und Freinsheim gelangte der 21-Jährige zum SC Bobenheim-Roxheim. Dort wird er seit Kurzem von Norbert Prehn trainiert. „Er und Wohlschlegel sind unterschiedliche Trainertypen“, verrät Baro. Während Wohlschlegel eher ein ruhiger Vertreter seiner Art sei, der sehr viel Wert auf Taktik lege, komme Prehn vor allem über die Motivation. „Er ist ein Aktivposten von außen“, erläutert der Offensivmann.

Die Taktik komme aber auch bei Prehn nicht zu kurz, fügt er an. Und die griff bereits am vergangenen Mittwoch bei der 1:2-Niederlage gegen Tabellenführer BSC Oppau. „Das war ein super Spiel von uns. Wir haben den Kampf gut angenommen“, berichtet der SC-Coach. Seine Mannschaft ging nach langer Zeit mal wieder in Führung und hatte sogar die Gelegenheit, diese auszubauen.

13. Niederlage

„Wenn wir das 2:0 machen, sieht das Spiel ganz anders aus“, glaubt Prehn. Doch – wie so oft in dieser Spielzeit – wendete sich das Blatt, und der SC verlor zum 13. Mal. Diesmal jedoch habe es sich nicht wie eine Niederlage angefühlt. Die Stimmung sei weiter gut, sagt Baro, der Sportbusiness Management an der Fernuniversität Düsseldorf studiert.

Ebenfalls gut dürfte die Stimmung beim VfR Frankenthal sein. Auch wenn die Mannschaft von Martin Wohlschlegel mit zuletzt nur zwei Punkten aus den Begegnungen gegen Freinsheim (1:1) und Weisenheim (1:1) sicher keine zufriedenstellende Ausbeute erwischte. „Wir haben beim Spiel gegen Weisenheim kein Mittel gegen die tief stehende Abwehr gefunden“, erklärte Wohlschlegel.

Corell fehlt verletzt

Damit das nicht erneut passiert, hat sich der Trainer etwas einfallen lassen. „Wir werden schauen, dass wir Passwege trainieren und variabler agieren“, verspricht Übungsleiter. Er hat allerdings noch andere Probleme als die taktische Marschroute. Gegen Bobenheim-Roxheim fällt Kapitän Patrick Corell verletzt aus.

„Er ist ein wichtiger Mann, der ein großes Standing hat“, sagt der Coach. Wie er die Lücke schließt, ist noch nicht sicher. Ein Ausfall des erfahrenen Abwehrspielers könnte eine Chance für die Gäste sein. Die wollen mit einem guten Umschaltspiel Nadelstiche setzen.

Schnelle Offensive soll’s richten

Prehn will von seiner schnellen Offensive mit Fabio Rantsch, Denis Reinwald und Yannik Baro gefährliche Aktionen sehen. „Yannik kann uns mit seiner Schusskraft und seinen guten Flanken weiterhelfen“, sagt der SC-Trainer. Dass Baro gegen Frankenthal treffen kann, zeigte er sowohl in der Liga als auch im Pokal.

Baro bleibt auch beruflich dem Sport treu. Bei Engelhorn Sports in Mannheim arbeitet er in der Fußballabteilung. „Ich musste wenig eingelernt werden“, berichtet er schmunzelnd. Baro berät Kunden unter anderem beim Kauf von Fußballschuhen. Den perfekten Schuh habe er für sich gefunden. „Der ,Phantom’. Das Problem ist, dass es ein altes Modell ist. So wie ich ihn brauche, wird er nicht mehr produziert.“

Am Sonntag wird er den Schuh aber noch tragen. Erst im Frühjahr wird er wohl neues Schuhwerk benötigen. Das zu finden, dürfte ihm nicht allzu schwer fallen – sitzt er doch an der Quelle. Bis dahin würde er sicher gerne noch ein drittes Mal gegen seine alten Mitspieler treffen.

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