Handball
Bei der HSG Eckbachtal geht die Ära Thorsten Koch zu Ende
Der sportliche Leiter der HSG Eckbachtal Rainer Schantz verkündete völlig unspektakulär einen Trainerwechsel zur kommenden Saison bei den Eckbachtaler Gekkos an. Trainer Thorsten Koch selbst habe sich an die Verantwortlichen gewandt und um eine Aufhebung seines Vertrages gebeten. „Diesem Wunsch entsprechen wir selbstredend, Thorsten hatte bei uns quasi einen Vertrag auf Lebenszeit, er selbst bat um diese Pause und somit ist klar, nach der Saison ist Schluss für das Urgestein Thorsten Koch“, schilderte Schantz.
Koch erklärte seinen freiwilligen Rücktritt. „Es war keine einfache Entscheidung, da es mich extrem gereizt hätte, die neuen jungen Wilden weiter zu formen. Ich denke, jetzt ist dennoch der richtige Zeitpunkt gekommen. Nach insgesamt 15 Jahren auf der Bank der Ersten will ich mich wieder mehr auf Familie, Freizeit und Freunde konzentrieren. Klar ist, dass ich bis zum letzten Tag meine Energie in die Gekkos, die Mannschaft und den Klassenverbleib investiere. Es freut mich sehr, dass Philip mein Nachfolger wird. Ich bin mir sicher, dass er genau der richtige Mann ist, um der Mannschaft neue Impulse zu geben“, sagte Koch Mit Philip meint der scheidende Übungsleiter seinen ehemaligen Kreisläufer Philip Rogawski.
Familiäre Verbindungen
Rogawski freut sich auf die neue Aufgabe, einen Vorteil sieht er in der Tatsache, dass er zum einen eine kurze Zeit selbst als Spieler bei den Gekkos agierte, zum anderen gibt es familiäre Verbindungen zur HSG. Neben seiner Schwester Ronja, agieren auch seine beiden Brüder Silas und Jona im Verein, somit war der Kontakt zur HSG nie gänzlich gebrochen. Philip Rogawski musste sich aufgrund einiger Verletzungen vom aktiven Sport zurückziehen, er konzentrierte sich immer mehr auf das Trainerdasein. Zuletzt sammelte er als Co-Trainer beim Drittligisten TSG Haßloch Erfahrungen.
Die Beweggründe, von der dritten Liga zu den Gekkos zu wechseln, begründete der 29-jährige Student vor allem in der Tatsache, dass ihm die Philosophie der HSG Eckbachtal gefällt. „Die Gekkos bieten bei den Herren I ein tolles Konstrukt zwischen jung und alt. Ich finde es sehr sympathisch, auf die eigene Jugend zu setzen und nicht mit aller Gewalt den Erfolg zu erzwingen. Von Vorteil ganz sicher, dass hier im Eckbachtal allen aus der Jugend entwachsenen Spielern Möglichkeiten geboten werden.“ Damit spricht Rogawski vor allem die Pfalzligamannschaft an. Neben dieser bieten die Gekkos mit der dritten und vierten Mannschaft weitere Möglichkeiten an, in den Aktivenbereich hineinzuwachsen.
Volles Verständnis für Koch
Sicher bringt der B-Lizenz-Inhaber frischen Wind in die Mannschaft, doch bis zum Saisonende wird er sich zurückhalten. „Ganz sicher werde ich beim Nachwuchs öfters vorbeischauen und auch mit Peter Baumann, Trainer der HSG II, sowie mit Mohamed Subab, Co-Trainer der HSG I, eng austauschen“, kündigt Rogawski an. Thorsten Koch saß erstmals als Verantwortlicher bereits zur Saison 2006/07 – damals noch in der Pfalzliga – bei den Aktiven auf der Bank. Seine Trainerkarriere begann früh. Bereits als er in der C-Jugend spielte, wurde er damals von Willi Obermayer gefragt, ob er sich nicht vorstellen könne, bei der Jugend etwas auszuhelfen. Jetzt nimmt er sich den selbstbestimmten Abstand.
Rainer Schantz, der sportliche Leiter bei den Gekkos, zeigte völliges Verständnis: „Thorsten war und bleibt ein Glücksfall für uns. Es war für uns selbstverständlich, dass wir seinem Wunsch entgegenkommen. Mit Philip konnten wir direkt unseren Wunschkandidaten verpflichten. Uns war auch wichtig, die Mannschaft zu involvieren, wir wollten kein fremdes Gesicht in die Halle schicken und sagen, das ist der Neue.“ Die Mannschaft sei involviert gewesen und somit sollte auch die Tatsache, dass der „Neue“ zum Teil jünger als einige Spieler ist, keine große Rolle spielen, betont Schantz. „Die Älteren kennen ihn und respektieren ihn und die Jüngeren innerhalb der Mannschaft freuen sich auf einen ,Kumpel’, der Chef im Ring ist“, führt der Sportliche Leiter aus. Beste Voraussetzungen, sollte der Klassenerhalt nicht gelingen, den Wiederaufstieg in Angriff zu nehmen.