Frankenthal
Baugebiet „Bornfeld“ Eppstein: Brückenausbau als Zankapfel
Raum für etwa 300 Einwohner soll das Baugebiet „Bornfeld III“ im Osten Eppsteins bieten. Der Stadtrat begrüßte das städtebauliche Konzept mehrheitlich. Diskussionsstoff lieferten aber die möglichen Ausmaße der Gebäude und das Thema Verkehr.
Eine „lockere Bebauung mit Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern“ ist nach Angaben der Verwaltung auf dem bisher landwirtschaftlich genutzten Areal vorgesehen. Zudem soll „bezahlbarer Wohnraum in Form von Mehrfamilienhäusern“ entstehen.
Das städtebauliche Konzept der Verwaltung sehe vor, dass auf dem 3,1 Hektar großen Gebiet rund 30 Wohneinheiten in Ein- und Zweifamilienhäusern oder Reihenhäusern gebaut werden sollen, erklärte Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU). Etwa 113 Wohnungen könnten in Mehrfamilienhäusern geschaffen werden.
Nur zweieinhalb Stockwerke?
Erschlossen werde das Plangebiet östlich der Gerhart-Hauptmann-Straße in einem „Ringsystem“ über einen nördlichen und südlichen, bereits bestehenden Straßenanschluss. „Großzügige Grünflächen“ seien eingeplant. Mit dem Konzept sollten planungsrechtlich zudem die Voraussetzungen für einen künftigen Isenach-Rundweg geschaffen werden. Die Isenach begrenzt das Gebiet nach Norden; „langfristig“ ist für diesen Gewässerabschnitt laut Verwaltungspapier eine Renaturierung vorgesehen.
„Wir sehen Bedarf vor allem für Mehrfamilienhäuser“, sagt für die SPD-Fraktion Uwe Klodt, der Eppsteiner Ortsvorsteher ist. Der Ortsbeirat habe das Konzept einstimmig gebilligt, bitte aber darum, mehrere Punkte zu prüfen. So stelle sich die Frage, ob über die Isenachbrücke und einen Straßenausbau der Verkehrsanschluss nach Flomersheim verbessert werden könne. Auch „das Thema Baustraße“ sollte geprüft werden, forderte Klodt.
Zu überlegen sei auch, ob man Gebäude auf zweieinhalb Stockwerke begrenze. Klodt nahm damit Bezug auf Aussagen im städtebaulichen Konzept, nach dem „in den Randbereichen hin zu den Landwirtschaftsflächen und der Isenach“ Mehrfamilienhäuser „mit bis zu drei Vollgeschossen zuzüglich Staffelgeschoss angedacht“ seien. „Es gibt Bedenken, dass das alles zu wuchtig wird“, sagte Klodt. Überlegt werden sollte nach seiner Ansicht auch, das Angebot an Parkplätzen zu erweitern. Eine Veranstaltung zur Bürgerinformation sollte bald stattfinden, forderte Klodt.
Hebich warnt vor hohen Kosten
„Wir sehen die Notwendigkeit, Wohnraum zu schaffen“, erklärte Hans Dropmann für die CDU-Fraktion. Eine zu hohe Verdichtung der Bauten solle aber vermieden werden; sprich: Dreigeschossige Häuser sollte es nicht geben. Auch Dropmann regte an, über eine zusätzliche Verkehrsverbindung nach Flomersheim nachzudenken.
„Wir nehmen die Wünsche mit, die im Ortsbeirat geäußert wurden“, versicherte OB Hebich. Ein Straßenausbau über eine „Fortführung des Studernheimer Wegs“ werde aber „nicht funktionieren“, warnte der Verwaltungschef. Die Kosten dafür könne die Stadt nicht aufbringen.
Von einem „zukunftweisenden Wohnprojekt“ sprach Ulrich Pender, Fraktionsvorsitzender der Linken. Seine Fraktion unterstütze das Vorhaben, auch „bezahlbaren Wohnraum“ zu schaffen. Die besonderen Bedürfnisse von Älteren und Behinderten sollten bei der weiteren Planung berücksichtigt werden.
„Es wird mehr Verkehr geben“
FWG-Fraktionsvorsitzende Ingrid Hezel begrüßte das Konzepte und lehnte eine Verkehrsanbindung via Studernheimer Weg ausdrücklich ab. Erfreulich sei die Vielfalt der vorgesehenen Wohnstrukturen, sagte Hezel. Klar sei aber auch: „Es wird mehr Verkehr geben.“
„Wir haben Bornfeld I und II abgelehnt, weil hier im Außenbereich geplant wird“, sagte Gerhard Bruder, Sprecher der Fraktion Grüne/Offene Liste. Wenn bei Bornfeld III nun wieder von einer „Abrundung“ gesprochen werde, könne die Stadt „weiter abrunden, bis wir in Oggersheim sind“. Als „illusionär“ wies Bruder Forderungen nach einem Straßen- und Brückenausbau Richtung Flomersheim zurück. Millionenkosten dafür seien nicht aufzubringen.
Die Ratsmehrheit billigte das Konzept, das nun eine „frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit“ vorsieht. Dagegen stimmten die drei Mitglieder der Grünen/Offenen Liste. Günther Serfas (FDP) enthielt sich.