Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Autohaus Weismann in neuen Händen

Einst startete das Autohaus Knapp mit nur fünf Mitarbeitern und wuchs stetig. Im Bild: Volker Knapp, der scheidende Geschäftsfüh
Einst startete das Autohaus Knapp mit nur fünf Mitarbeitern und wuchs stetig. Im Bild: Volker Knapp, der scheidende Geschäftsführer Volker Weismann und der neue Verkaufsleiter Michael Strietzel (von links).

Beim traditionsreichen Frankenthaler Autohaus Weismann hat sich ein Wechsel vollzogen. Das in der Heßheimer Straße ansässige Unternehmen, das die Marken Opel und Ford vertreibt, ist von der Firma Auto Knapp mit Hauptsitz in Weinheim übernommen worden.

Die Entscheidung, aus dem Automobilgeschäft auszusteigen und seinen Betrieb in fremde Hände zu geben, habe er sich nicht einfach gemacht, bekennt der scheidende Geschäftsführer Volker Weismann im RHEINPFALZ-Gespräch. Das Autohaus innerhalb der Familie an die nächste Generation zu übertragen, war keine Option, nachdem Sohn Felix beruflich einen anderen Weg eingeschlagen hat.

„Ich habe dann nach einem Investor gesucht, was im Hinblick auf den Umbruch in der Automobilbranche nicht gerade einfach war“, berichtet der 66-Jährige. Die Kollegen hätten nicht gerade euphorisch reagiert.

Mit Auto Knapp, mit dessen Seniorchef er seit geraumer Zeit in persönlichem Kontakt gestanden habe, sei ein Nachfolger gefunden worden, der das Unternehmen in seinem Sinne weiterführen werde.

20 Mitarbeiter übernommen

Seit 1. Juli hat Michael Strietzel als Center- und Verkaufsleiter in Frankenthal das Sagen. Die 20 Mitarbeiter wurden von Auto Knapp – das Unternehmen gehört zur Ebert-Gruppe in Weinheim – übernommen. „Wir wollen expandieren und haben bereits zwei neue Leute eingestellt“, sagt Strietzel, der auch die Marken Skoda und Ssangyong am Standort etablieren möchte. Er habe ein gut bestelltes Autohaus übernommen, betont er.

Die bescheidenen Anfänge der Firma gehen auf das Jahr 1934 zurück. Volker Weismanns Großvater Heinrich hatte sich in der Wallgasse mit einem Landmaschinenhandel und einer Schmiede angesiedelt. Die beiden Söhne Walter und Heinz führten den Betrieb weiter. Der Verkauf von Berieselungsanlagen und Traktoren kam hinzu. Es gab in der Innenstadt keine Erweiterungsmöglichkeiten, sodass man sich 1960 für einen Umzug in die Heßheimer Straße entschied. Auf dem Gelände wurde anfangs auch eine Tankstelle betrieben. Mitte der 1960er startete der Verkauf von Fahrzeugen der Marke Opel.

Weismann trat nach seiner Ausbildung zum Kfz-Mechaniker bei Opel Einig in Ludwigshafen und einer Lehre als Bürokaufmann – unterbrochen von der Bundeswehrzeit – 1980 in den elterlichen Betrieb ein. „Anfangs waren wir nur fünf Mitarbeiter“, erinnert er sich. Mit dem Autohaus ging es steil bergauf, es wurde mehr Platz benötigt. „Das Geschäft hat regelrecht gebrummt“, sagte Weismann, der zwischenzeitlich seine Meisterprüfung gemacht hatte. Größere Investitionen ließen sich nicht mehr auf die lange Bank schieben. Es entstand eine neue Ausstellungshalle mit einer Fläche von über 4500 Quadratmetern. Die Werkstatt wurde in den rückwärtigen Bereich des Firmengeländes verlegt. 2002 musste noch einmal erweitert werden.

„Opel war damals ein überaus begehrtes Produkt“, hebt Weismann hervor. In Frankenthal habe die Marke zeitweise vor VW rangiert. In der Spitze bestand die Belegschaft aus mehr als 30 Mitarbeitern. Einen weiteren Aufschwung erlebte die Firma 2008 durch die Übernahme des Ford-Autohauses von Axel Schumm. „Das Potenzial war da, das Klientel ähnlich, es hat alles gepasst“, kommentiert Weismann diesen unternehmerischen Schritt. Auch die Corona-Zeit habe man gut überstanden, die Verkaufszahlen seien zufriedenstellend.

In Innung engagiert

Wenn es um die Interessen seiner Branche und Berufsgruppe ging, hat Volker Weismann stets die Stimme erhoben und seine Meinung dezidiert kundgetan. Seit 1992 gehört er dem Vorstand der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Vorderpfalz an, seit 2002 ist er deren Obermeister. Darüber hinaus agiert er als Vizepräsident des Kfz-Landesverbands Rheinland-Pfalz. Diese Ehrenämter möchte er niederlegen, nachdem er nicht mehr im operativen Geschäft aktiv ist.

Ein Leben ohne Autohaus kann sich Volker Weismann sehr wohl vorstellen. Für die Zukunft hat er einige ambitionierte Pläne in petto, die allerdings noch nicht ganz spruchreif sind. Und sollte doch einmal Langeweile aufkommen, kann er im Weingut seiner Schwester, die wie er in Bissersheim wohnt, zur Hand gehen.

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