Frankenthal Aus Werksfürsorge wird weltweite Hilfe

Was wenige vielleicht wissen: Die BASF unterhält eine Stiftung. Sie ist zwar erst 2012 gegründet worden, blickt aber mit Vorläuferstiftungen und -einrichtungen auf eine lange Geschichte zurück. Die BASF-Stiftung hat zwei Schwerpunkte: Unterstützung für Mitarbeiter und deren Angehörige in Krisensituationen sowie die weltweite Unterstützung für Notleidende, humanitäre Hilfsprogramme und Katastrophenhilfe.
Als die BASF 1940 ihr 75-jähriges Bestehen feierte, war dies Anlass für die Gründung der BASF-Jubiläumsstiftung. Ihre Aufgabe: Mitarbeitern zu einer Erholung zu verhelfen. Bereits seit 1938 gab es den Hermann- und Margarethe-Schmitz-Fonds, 1948 kam die Heinrich-von-Brunck-Gedächtnisstiftung hinzu, die an den 1911 verstorbenen „Vater der betrieblichen Sozialfürsorge“ erinnert. 1999 wurde die 1922 gegründete Sozialberatung in die BASF-Jubiläumsstiftung überführt. Aufgaben der Sozialberatung haben sich in den über 90 Jahren seit ihrer Gründung der gesellschaftlichen Entwicklung angepasst: Mit zunächst einer Fabrikpflegerin startete im Oktober 1922 die Werksfürsorge, wie die Sozialberatung bis 1968 hieß. Ihre Aufgabe war es, gesundheitliche und soziale Probleme bei Mitarbeitern und ihren Familien zu lindern. Bis in die Nachkriegszeit hinein stand die Existenzsicherung durch Versorgung mit Nahrungsmitteln und Kleidung, aber auch die Gesundheitsfürsorge im Fokus dieser betrieblichen Sozialeinrichtung für unverschuldet in Not geratene Werksangehörige. In den 50er- und 60er-Jahren waren vor allem Informationen rund um die staatlichen Sozialleistungen gefragt. Nach und nach verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Beratung in schwierigen Lebensumständen: etwa bei schweren Krankheiten, Lebenskrisen wie Scheidung oder Tod eines Angehörigen, aber auch Fragen rund um die Pflege von Angehörigen oder eine Schuldnerberatung. Heute beschäftigt die Sozialberatung 13 Mitarbeiter, die Aniliner an allen deutschen Standorten beraten. Mit der Eröffnung des neuen Zentrums für Work-Life-Management 2013 sind die Angebote der Sozialberatung zusammen mit weiteren Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen der BASF gebündelt worden. 2012 ging die heutige BASF-Stiftung aus der Jubiläumsstiftung hervor. Zuvor waren 2005 die Brunck-Gedächtnisstiftung, der Schmitz-Fonds und die 2001 neu gegründete Katastrophenhilfe zur damaligen Sozialstiftung zusammengeführt worden. Die Aufgaben der einzelnen Einrichtungen wurden dabei auf die Jubiläumsstiftung übertragen. Die erneute Namensänderung zur BASF-Stiftung 2012 ist der Globalisierung des Konzerns geschuldet. Gleichzeitig kam noch der Bereich Bildung dazu. Neben der Unterstützung der Mitarbeiter verfolgt die BASF-Stiftung die weltweite Hilfe für Notleidende. Unterstützt werden Bildungsinitiativen im Ausland sowie Projekte der Vereinten Nationen und von Nicht-Regierungsorganisationen – dies alles mit einem Schwerpunkt in Schwellen- und Entwicklungsländern. Nach eigenen Angaben hat die BASF-Stiftung in den letzten zehn Jahren im Schnitt zwei Millionen Euro jährlich für humanitäre Zwecke im In- und Ausland aufgewendet. (rad)