Frankenthal Auch zum Arbeitskampf bereit

Mit dem von der Schließung bedrohten Ludwigshafener Werk des Pumpenherstellers Halberg hat sich die Gewerkschaft IG Metall bei ihrer Bezirkskonferenz im Congress-Forum beschäftigt. Vor Gewerkschaftsvertretern der Verwaltungsstellen Kaiserslautern, Ludwigshafen-Frankenthal und Neustadt hat der Frankenthaler Bevollmächtigte Günter Hoetzl auch Arbeitskampfmaßnahmen nicht ausgeschlossen.
Hoetzl beschrieb am Mittwochabend im Congress-Forum zudem die schwierige Lage, in der sich die Industrie in der Region befinde. Einige Betriebe im Organisationsbereich der Verwaltungsstelle seien geschlossen worden, so beispielsweise der Maxdorfer Armaturenhersteller WT-Armaturen, dessen Belegschaft zu 90 Prozent in der Gewerkschaft organisiert ist, sowie der Büromöbelhersteller Vielhauer in Dannstadt-Schauernheim. Nun drohe die Stilllegung von Halberg in Ludwigshafen, das der amerikanische Besitzer „plattmachen möchte“. Hoetzl sagte, man prüfe das genauestens und wolle die Schließung nicht einfach so hinnehmen. Man sei auch zu Arbeitskampfmaßnahmen bereit. Die Anzahl der Mitglieder sei im hiesigen Verwaltungsbezirk um 26 gestiegen – auf derzeit nun 9678 Metaller. Das Beitragsaufkommen stieg um 5946 (2,8 Prozent) auf 221.000 Euro im Monat. Der neue Leiter des IG-Metall-Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger, stellte sich der Delegiertenversammlung mit einem Referat über die Gewerkschaften in der sich wandelnden Wirtschaft und Gesellschaft vor. Günter Hoetzl begrüßte Köhlinger als einen guten Bekannten, einen Teamworker, der lange Zeit als Tarifsekretär im Bezirk tätig war. Köhlinger gestand, dass auch er von dem Weggang seines Vorgängers Armin Schild überrascht war. Schild ist seit Juni Geschäftsführer des Vereins „Netzwerk Zukunft der Industrie“. Großen Stellenwert soll nach Köhlingers Überzeugung der Kampf um die Arbeitszeitsouveränität, den Zugriff auf Arbeitszeitkonten, die Planbarkeit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Pflegezeiten haben,. Auch gesellschaftspolitische Themen wie die Rente blieben aktuell. „Wir werden nicht alles auf den Kopf stellen“, versprach Köhlinger und wies auf seine langjährige Tätigkeit in der Führung des IG-Metall-Bezirks Mitte hin. Doch müsse man zukünftig neben den lohnpolitischen Initiativen qualitative Themen in den Fokus rücken. Große Probleme habe man auch bei den Themen Umstrukturierungen und Auslagerungen in der Industrie. Das Prinzip „eine Belegschaft, eine Gewerkschaft, ein Betriebsrat“ sei in Gefahr. Und was der Abgasskandal bei VW für die Autobauer und Zulieferer bedeute, sei noch gar nicht abzusehen. Einstimmig beschloss die Versammlung die Resolution „Für eine solidarische und nachhaltige Flüchtlingspolitik“. Die Mitglieder und Belegschaften werden zur Solidarität mit den Flüchtlingen aufgerufen. Es müsse dem Fremdenhass entgegengetreten werden. (enk)