Römig: Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Am Römig: Firmen brauchen keine Auto-Parkplätze

Enge Angelegenheit: Die Straße zum Industriegebiet ist häufig komplett dicht.
Enge Angelegenheit: Die Straße zum Industriegebiet ist häufig komplett dicht.

Die Stadt möchte das Parkverhalten im Industriegebiet Am Römig südlich von Eppstein in Bahnen lenken. Oft würden Stellplätze für Autos von Lastwagen blockiert, Bäume und Begrünung beim Rangieren beschädigt. Doch wirklich gebraucht werden die Pkw-Parkbuchten in der vorhandenen Anzahl offenbar auch nicht.

Damit keine Lastwagen die Parkbuchten nutzen, wollte die Stadt an den Stellplätzen für Autos zuerst Höhenbegrenzungen anbringen lassen. Neuere Planungen sehen vor, mit Betonklötzen zu verhindern, dass die Sattelzüge dort einparken. Einige Parkplätze wurden mit Stangen zumindest für Lkw unbenutzbar gemacht. Die Bäume müssten gesichert werden, steht in der Projektbeschreibung des Vorhabens. Bereits heute hätten rangierende Fahrer mehr als die Hälfte der Gehölze beim Einparken der Lastwagen beschädigt oder umgefahren. Findlinge, die zum Schutz der Bäume dienen sollten, würden nach Belieben verschoben. Zudem seien die Parkbuchten nicht zum Befahren mit schweren Lastwagen gedacht. Die Folge: Schäden am Pflaster.

Thorsten Schwindhammer, für das Frankenthaler Logistikzentrum zuständiger Sprecher des Versandhändlers Amazon, sagt auf Anfrage der RHEINPFALZ: „Seitens Amazon wurden wir über die Umsetzungspläne der Stadt informiert. Wir befinden uns seit jeher in einem konstruktiven Dialog mit der Stadtverwaltung zu Themen, die das Industriegebiet betreffen.“ Amazon ist das Unternehmen im Industriegebiet, das am meisten Transportverkehr generiert. Fürs Be- und Entladen der Lastwagen gebe es einen Zeitplan, der je nach Verkehrsaufkommen schon einmal ins Wanken geraten könne, sagt Schwindhammer.

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Pufferflächen vorhanden

Auf dem Betriebsgelände von Amazon gebe es Flächen als Puffer für solche Situationen. Schwindhammer sieht es als generelles Problem an, dass es zu wenige Stellplätze für Lastwagen gebe. Das werde tagtäglich entlang der Autobahnen sichtbar. Da sei in der Vergangenheit zu wenig passiert. Dass öffentliche Stellplätze nahe der Autobahn attraktiv sein könnten für Brummifahrer, um Ruhepausen einzulegen, räumt Schwindhammer ein. Ob es sinnvoll ist, das Problem einfach nur zu verschieben, das stellt er infrage. Andernorts habe Amazon mit Städten kooperiert, um Lkw-Flächen zu schaffen. In Frankenthal würden außerhalb des eigenen Geländes keine weiteren Abstellmöglichkeiten für Pkws benötigt. Der Betriebsparkplatz sei für Mitarbeiter und Besucher ausreichend dimensioniert.

Glücklich sei er nicht über die aktuelle Situation am Römig, sagt Stefan Michels, Geschäftsführer bei Kartoffel Kuhn. Für ihn ist ziemlich klar, wem hauptsächlich die Flotte der parkenden Sattelzüge zuzurechnen ist. Er räumt jedoch ein, dass einerseits der Güterverkehr die Wirtschaft am Laufen halte, andererseits müssten die Fahrer der Lastwagen ihre Ruhepausen einhalten können. Soweit es die Betriebszeiten von Kartoffel Kuhn zuließen, werde den Fahrern erlaubt, diese auf dem Betriebsgelände zu machen.

Zufahrtswege zugeparkt

Michels sagt, dass Kartoffel Kuhn im Prinzip nicht auf die Pkw-Stellplätze entlang der Straße Am Römig angewiesen sei. Trotzdem ist er der Meinung, dass Parkplätze so genutzt werden sollen, wie es in der ursprünglichen Planung angedacht worden sei. Ungern würde Kartoffel Kuhn durch die dauerhafte Fehlnutzung der Autoabstellplätze mit zusätzlichen Beiträgen belastet werden. Über eine WC-Anlage für Lastwagenfahrer nachzudenken, das würde Michels schon begrüßen. „Aber die betreibt niemand wirklich gerne“, weiß der Geschäftsführer.

„Die Zufahrtswege sind oft mit Lastwagen zugeparkt, es kommt immer wieder zu gefährlichen Situationen, vor allem Fahrradfahrer sind betroffen“, antwortet eine BASF-Sprecherin auf RHEINPFALZ-Anfrage. Man habe mit der Stadt Frankenthal Gespräche über die Verkehrssituation geführt, heißt es in der Stellungnahme. Die BASF betreibt am Römig ein Zentrallager. Auf dem Gelände seien jedoch für Lieferverkehr und für Mitarbeiter und Besucher ausreichend Parkplätze vorhanden.

Toiletten auf eigenem Areal

Beim Lieferverkehr der BASF – laut Firmenangaben rund 30 Anlieferungen per Lastwagen und Sprinter pro Tag – handele es sich vor allem um Nahverkehr, in der Regel seien die Fahrzeuge innerhalb einer halben Stunde abgefertigt. Es gebe keinen Bedarf an Aufenthaltsräumen. Toiletten für die Fahrer seien auf dem Betriebsgelände vorhanden. Die BASF verfüge für ihren eigenen Lieferverkehr über ausreichend Parkraum auf dem eigenen Gelände, darüber hinaus gibt es von unserer Seite keinen Bedarf, meint die Konzernsprecherin abschließend.

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