Frankenthal
Wochenende in Wartestellung: Was die Fahrer sagen

Am Samstagnachmittag waren die Parkmöglichkeiten für Lastwagen im Industriegebiet Am Römig ausgeschöpft. Es war eine zufällige Stichprobe – aber von zehn Fahrern, die sich entlang der Ringstraße aufhielten, gaben zehn als Ziel das Logistikzentrum des Versandhändlers Amazon an. Alle sagten, dass sie ausschließlich für den Konzern unterwegs seien. Bei vielen Lastwagen war deutlich sichtbar, für wen sie fahren. Es war somit zumindest an diesem Tag unter den Befragten kein Fahrer, der von der nahen Autobahn abgefahren war, um das Gebiet als Rast- und Ruheplatz zu nutzen.
Deutsch ist keine besonders verbreitete Sprache auf den Abstellplätzen für Lastwagen. Alle am Samstag befragten Fahrer kamen aus der Ukraine und aus Rumänien. Sie alle gaben an, warten zu müssen, bis sie bei Amazon be- beziehungsweise entladen werden. Die meisten sagten, dass sie wohl das komplette Wochenende bei ihren Lastwagen verbringen würden. Einige zeigten sich unzufrieden mit den sanitären Einrichtungen vor Ort. Sie gaben an, oft in der Gegend herumfahren zu müssen, um Toiletten aufzusuchen.
In umliegenden Einkaufsmärkten seien sie keine gerngesehenen Gäste, erzählt ein rumänischer Fahrer. Im Gewerbegebiet Oggersheim-West habe er zuletzt eine Toilette gefunden. Trucker aus der Ukraine berichten, dass sie in der Zeit, die sie außerhalb des Amazon-Areals verbringen müssten, weil innerhalb des Betriebsgeländes der Aufenthalt nicht gestattet sei, Toiletten und Duschen des Betriebs nutzen könnten.
„Es ist kein schlechter Platz hier“, sagten drei Männer aus der Ukraine, die es sich im Industriegebiet um einen Kocher gemütlich gemacht haben. „Es ist keine schöne Situation hier“, meinen dagegen zwei rumänische Fahrer.
