Rockenhausen Wochenmarkt: Standbetreiber Herbert Kilian nach 36 Jahren verabschiedet
„Ich würde sagen, ich bin alt genug um aufzuhören“, sagt Kilian schmunzelnd im Gespräch mit der RHEINPFALZ. 73 Jahre alt ist er, „ich werde dieses Jahr noch 74“. Für ihn und seine Frau sei es daher an der Zeit, sich zurückzuziehen – aus dem Ladengeschäft im wenige Meter hinter der Grenze zum Donnersbergkreis gelegenen Becherbach, aber auch von den Märkten. Seine Stände in Lauterecken und Wolfstein (beide Kreis Kusel) hat er bereits zuvor aufgegeben, sein Engagement in Rockenhausen endete nun mit dem 30. Juni.
Das Alter ist ein, aber nicht der einzige Grund für seinen Abschied: Generell sei es für kleinere Gärtnereien immer schwieriger, die Resonanz zwar auch, aber nicht nur auf Märkten rückläufig. „Die Probleme summieren sich auf“, sagt Kilian. Zu schaffen machen den Blumenhändlern bekanntlich größere Geschäfte, Discounter oder das Internet. Eine sich rapide verändernde Bestattungskultur spiele ebenfalls eine gewichtige Rolle: Alternative Formen sind zunehmend gefragt – „bei Wald- und Wiesengräbern braucht man gar keine Pflanzen, bei Urnengräbern ist nicht viel Platz übrig“, so Kilian. Dennoch werde er die Trauerfloristik auch nach Aufgabe der Gärtnerei vorerst fortsetzen.
„Habe immer gerne Markt gemacht“
Trotz der genannten Schwierigkeiten war natürlich ein bisschen Wehmut dabei, als Stadtbürgermeister Michael Vettermann dem Wochenmarkt-Beschicker und seiner Tochter Liane Neubrech für die langjährige Treue dankte. „Ich habe immer gerne Markt gemacht, und gerade in Rockenhausen war es schön“, betont Kilian. Es sei eine gute Adresse für Standbetreiber, wenn auch hier in den letzten Jahren der Zulauf nachgelassen habe. „Ich hatte aber sehr gerne mit den Menschen zu tun“, zu vielen Stammkunden habe er ein herzliches Verhältnis aufgebaut.
Und umgekehrt war auf den Blumenhändler stets Verlass: „Ob Sturm, Hagel, Hitze oder Frost – wir haben alles mitgemacht.“ Zumindest solche Kapriolen bleiben ihm nun im wohlverdienten Ruhestand erspart. Aber er werde sicher auch künftig ab und zu die 20 Kilometer von Becherbach nach Rockenhausen fahren, sagt Kilian. Beispielsweise zum Einkaufen – vielleicht ja auf dem Wochenmarkt ...