Donnersbergkreis
Winnweiler: Teilnehmer des Oktobermarkt-Umzugs trotzen dem Regen
Petrus hatte es nicht gut gemeint mit dem Oktobermarkt-Umzug. Doch die Teilnehmer trotzten dem Regen und präsentierten viele originellen Ideen. Darüber hinaus setzte die Ortsgemeinde an dem viertägigen Fest neue Akzente.
Natürlich litt der Umzug – traditioneller Höhepunkt des Oktobermarktes – unter der feuchten Witterung am Sonntag. Dennoch waren erstaunlich viele Kiebitze gekommen, um das bunte Treiben vom Straßenrand aus zu verfolgen und bejubeln. Der Musikverein Winnweiler hat den Lindwurm angeführt und sofort für den guten Ton gesorgt. Die Werbegemeinschaft machte auf den vielfältigen Winnweilerer Einzelhandel aufmerksam und appellierte an die Kunden, die Kaufkraft im Ort zu halten. Mit einem mobilen Biergarten schlängelte sich die Privatbrauerei Bischoff durch die Straßen und schenkte Getränke aus. Ihre Kreativität zeigte die Winnweilerer Jugendfeuerwehr mit einem umgebauten Leiterwagen, während die Debeka-Versicherung für sich und ihre Angebote warb.
Wie gewohnt stark vertreten war der Turnverein um den ersten Vorsitzenden Tobias Wendt. Die Montagsturner um Abteilungsleiter Erich Buschmann hatten einmal mehr eine zündende Idee: Da das Freibad zwecks Sanierung in diesem Jahr geschlossen blieb, nahmen die Sportler nun ein transportables Schwimmbad mit „Rudis Riesen-Rutsche“ in Betrieb – das auch woanders eingesetzt werden kann. Die „Purple Diamonds“ – die Garde- und Schautanzgruppe im Turnverein – verwiesen auf ihr Benefiz-Tanzevent im November im Festhaus. „Spaß an Bewegung“ ist das Motto beim Mädchenturnen, deren Teilnehmerinnen ebenso Kostproben ihres Könnens lieferten wie die Abteilungen Zumba und Rope Skipping.
Viel Nebel und „neurosige Zeiten“
Für frische Waren aus der Region warben rund 30 gut gelaunte Beschäftigte des Edeka-Marktes, Lust gemacht wurde auch auf das Musical hoch zu Ross „The Greatest Showman“, das im November von Peggy Steuerwald in Gauersheim aufgeführt wird. Stark im Kommen ist seit einigen Jahren der Dart-Sport, die Dart-Lounge in der Schlossstraße lud zu einem Besuch der dortigen Turniere ein. Danke sagten die Jugendfußballer des ASV für die finanzielle Unterstützung, die sie – neben Zuschüssen von Orts- und Verbandsgemeinde – bei einem Spendenlauf für eine neue Küche im Sportheim erhalten haben. Ihr breites Spektrum an Leistungen brachte die Firma Autotechnik Kroll den Besuchern näher, die Albert-Schweitzer-Realschule plus machte auf ihr 50-jähriges Bestehen in diesem Jahr aufmerksam. Für mächtig Stimmung und viel Nebel sorgten die ehemaligen Winnweilerer Straußborsch mit ihrem ideenreichen Umzugswagen. „Neurosige Zeiten“ stehen im November in Münchweiler bevor: Dann zeigt die örtliche Theatergruppe die gleichnamige Komödie im Bürgerhaus.
Neues Konzept mit drei Bühnen
„Wir haben das Ziel, beim Konzept des Oktobermarktes neue Wege zu gehen, um dieses Fest attraktiver zu machen“: Das hatte Ortsbürgermeister Rudolf Jacob (CDU) am Samstag bei der offiziellen Eröffnung mit Fassbieranstich betont. Aus diesem Grund hat man das Angebot – vor allem in puncto Unterhaltung – um einiges ausgeweitet. Dem wurde mit drei an unterschiedlichen Stellen platzierten Bühnen Rechnung getragen, auf denen am Samstagabend „Acoustic Fight“, „Hertzmusic Kaiserslautern“ und Stefan Glass spielten. Die Umsetzung der neuen Strategie obliegt Christian Bolzer, dem besonders die Stärkung des musikalischen Bereichs am Herzen liegt und der sich mit der Premiere – allen voran am Samstag – rundum zufrieden zeigte. Das von der Brauerei Bischoff spendierte Fass hat Jacob unter Anleitung des Braumeisters Marc Osterholzer angeschlagen. Für die musikalische Begleitung sorgte der Musikverein Winnweiler (Leitung von Jens Illichmann), der auch anschließend Kostproben seines umfangreichen Könnens lieferte.
Stimmung im „Schnorres-Zelt“
Begonnen hatte das Programm bereits am Freitag im „Schnorres-Zelt“ in der Neugasse – neben Musik stand dabei ein Maßkrugstemmen im Mittelpunkt. Dieses sorgte ebenso für Erheiterung wie tags darauf der „Bierpong“-Wettbewerb, bei dem Tischtennisbälle in Bierbecher versenkt werden müssen. Am Samstagnachmittag fand der traditionelle Oktobermarktlauf des Turnvereins für Kinder und Jugendliche statt, in der „Kääsgass“ gab es einen Flohmarkt für Spielzeug.
Nach dem Umzug am Sonntag gab es an verschiedenen Stellen Kaffee und Kuchen, um 16 Uhr erklang erneut Musik von den drei Bühnen. Zudem hatten am Nachmittag zahlreiche Geschäfte geöffnet. Trotz des schlechten Wetters nutzten eine Reihe von Gästen die Möglichkeit zum Stöbern und Kaufen – Gunter Franck, erster Vorsitzender der Werbegemeinschaft, zeigte sich mit Resonanz und Umsatz zufrieden. Auf dem Schlossplatz stand ein Vergnügungspark mit Fahrgeschäften und Verkaufsständen bereit, in der Schlossstraße offerierten Gastronomen und Vereine Spezialitäten. Zum Ausklang wurde am Montag bei Stimmungsmusik im „Schnorres-Zelt“ gefeiert.