Donnersbergkreis
Winnweiler: Renaturierung der Alsenz in „Weiherwiesen“ rück näher
Wie berichtet, hatte eine Gruppe engagierter Winnweilerer Senioren das Projekt vor ein paar Jahren angestoßen. Auf einer Länge von 617 Metern soll die Alsenz, die in diesem Bereich als Gewässer dritter Ordnung gilt und damit in die Zuständigkeit der Verbandsgemeinde fällt, renaturiert werden. Die Gewässergüte, die derzeit auf einer Skala von maximal vier als schlechtester Wert bei 2,7 liege, werde sich dadurch um mindestens einen kompletten Punkt verbessern, so Schreiber.
Bereits 2018 sei für die Nettoangebotssumme von 24.000 Euro ein erster Planungsauftrag vergeben worden. Auf dessen Basis und auf Grundlage einer Höhenvermessung sei Ende Juni 2019 ein erstes Konzept zur Förderung eingereicht worden. Geld soll aus dem Programm Blau Plus fließen – ein Fördertopf des Landes, aus dem Maßnahmen zur Verbesserung von Gewässergüten bis 90 Prozent gefördert werden.
Sondierung durch Kampfmittelräumdienst
Nach einer weiteren Abstimmung mit den Wasserbehörden beim Kreis und vor allem bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion sei am 31. Januar ein wasserrechtlicher Antrag auf den Weg gebracht worden. Derzeit werde ein zusätzliches Bodengutachten erstellt. Bekannt sei der VG, so Schreiber, dass es in diesem Bereich Altablagerungen geben, beispielsweise im Umfeld des Bahnhofs; allerdings seien diese Areale bewusst von der Renaturierung ausgenommen worden. Nötig gewesen sei auch eine Sondierung des Geländes durch den Kampfmittelräumdienst, da der Verdacht bestehe, dass Reste aus dem Weltkrieg im Gelände verborgen sein könnten.
„Der derzeit absolut gerade Verlauf der Alsenz ist kritisch für die Wasserqualität. Es geht bei der Renaturierung um die Stärkung der Biotope, um die Schaffung von Retentionsräumen und Lebensräumen für Amphibien und Fische“, erläuterte Schreiber weiter. Hochwasserschutz im eigentlichen Sinn werde dadurch nicht betrieben – allerdings führe die Veränderung des Gewässers automatisch dazu, dass die Alsenz langsamer fließe und sich Rückstauräume bilden.
Kosten in Höhe von 517.000 Euro veranschlagt
Bei den Bauarbeiten, die in der vegetationslosen Zeit im Winter 2020/2021 durchgeführt werden sollen, werde darauf geachtet, dass bestehende Biotope – beispielsweise vorhandene Schilfgürtel – nicht beeinträchtigt werden. Die benötigten Flächen seien mittlerweile alle im Eigentum der Verbands- oder Ortsgemeinde. 346.000 Euro Baukosten, 88.000 Euro Baunebenkosten und 83.000 Euro für den Grundstücksankauf sind veranschlagt. Ergibt Gesamtkosten von 517.000 Euro, von denen das Land 465.000 Euro übernimmt. Bürgermeister Rudolf Jacob (CDU) betonte, dass eine Nutzung des Renaturierungsbereichs zur Naherholung nicht vorgesehen sei. Allerdings werde ein vorhandener Weg entlang der Weiherwiesen erhalten bleiben.