Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Winnweiler: Aus Blumen Hess wird Blütenzauber – Neueröffnung am Samstag

Lisa Denowell (links) mit ihren Mitarbeiterinnen Karin Petzold (Mitte) und Nicole Heim. Foto: Loeffel
Lisa Denowell (links) mit ihren Mitarbeiterinnen Karin Petzold (Mitte) und Nicole Heim.

Für eine Generation geht ein Kapitel zu Ende, für die andere beginnt ein neues: Wenige Monate nach der Eröffnung von „Blütenzauber – Blumen und Geschenke“ in Sippersfeld wagt Hans-Peter Dech mit seiner Lebensgefährtin Lisa Denowell die Erweiterung seines Geschäfts. Am Samstag feiern sie in der Winnweilerer Kirchstraße Neueröffnung, dort, wo das Ehepaar Hess bislang seinen Blumenladen inne hatte.

Die Aufregung, die Hans-Peter Dech und Lisa Denowell aktuell spüren, ist ihnen nicht unbekannt: Vor einem knappen Jahr eröffneten sie in Sippersfeld ihren ersten eigenen Blumenladen. Die Idee, das Hobby zum Beruf zu machen, kam der gelernten Einzelhandelskauffrau während ihrer Schwangerschaft: „Meine Schwester, die hier ebenfalls angestellt ist, und ich haben schon immer viel und gerne mit unserer Mutter gebastelt. Und da mir während meiner Schwangerschaft manchmal langweilig war, dachte ich, jetzt einen kleinen Blumenladen in Sippersfeld zu haben, wäre schön.“ Als sie zufällig den Laden in der Hauptstraße entdeckten, wagte sie einen Versuch. Mittlerweile ist die 30-jährige Denowell Mutter einer Tochter, hat nach der Elternzeit ihren alten Beruf aufgegeben und ist voll in das Unternehmen eingestiegen.

Erwartungen übertroffen

„Ich ging davon aus, dass sich die meisten Leute ihre Blumen im Supermarkt holen“, erinnert sich Dech an seine damaligen Vorstellungen. Doch jetzt ist seine Lebensgefährtin froh, wie sich das kleine Geschäft entwickelt hat. „Unsere Erwartungen wurden sogar übertroffen. Wir haben schnell festgestellt, dass uns die Bevölkerung unterstützt und hinter uns steht. Zum Beispiel war unsere Adventsausstellung gut besucht.“

Mittlerweile beliefert „Blütenzauber“ sogar die Wasgau-Märkte in der Umgebung mit kleinen Sträußen oder Pflanzschalen. Vor allem aber werde der Bringservice von den Sippersfeldern gut genutzt. „Wir holen Kübel, bepflanzen sie und bringen sie wieder zurück. Oder wir bringen Pflanzen und Blumenerde auf den Friedhof, weil gerade die älteren Leute gerne die Bepflanzung selbst übernehmen wollen, aber keine Möglichkeit haben, alles zu transportieren“, spricht Dech aus Erfahrung. Aber auch Kunden außerhalb der Ortsgemeinde und sogar über die Grenzen der Verbandsgemeinde hinweg zählen mittlerweile zum Stamm.

Zufällig erfuhr das kreative Paar von einem Kunden, dass die Eheleute Hess nach einem halben Jahrhundert Selbstständigkeit in Winnweiler nun einen Nachfolger suchten. Nur vier Monate nach der Eröffnung ihres Ladens in Sippersfeld griff Denowell zum Hörer und erkundigte sich bei der Familie. Schnell wurden sich die beiden Unternehmer einig. „Wir wissen, dass es große Fußstapfen sind, in die wir treten. Und ehrlich gesagt, habe ich auch einen Heidenrespekt vor Robert Hess, der seit 50 Jahren voll dabei ist und jeden Morgen in der Früh Richtung Großmarkt fährt“, sagt der 31-Jährige, der hauptberuflich als Servicetechniker im Energiebereich tätig ist. Allerdings spreche die zentrale Lage in Winnweiler für diese Entscheidung. „Die Nähe zum Friedhof und zur Fußgängerzone ist ideal. Zudem gibt es in Winnweiler im Gegensatz kaum Leerstände. Und wir haben etwas gesucht mit größerer Lagermöglichkeit, damit man für Anlässe wie Allerheiligen oder Weihnachten produzieren und lagern kann“, nennt das Paar die Vorteile, die es endgültig überzeugten.

Hess „by Blütenzauber“

Große Veränderungen wollen die beiden jedoch erst einmal nicht vornehmen. Lediglich ein paar leichte Renovierungen und ein paar neue Möbel sollen folgen. Außerdem werde das Angebot dem aus Sippersfeld angepasst: Unter anderem bieten sie neben saisonalen Pflanzen und Schnittblumen, Tischdekoration, Hochzeits- und Trauerfloristik auch Grabpflege, Edelrostdeko und Geschenkartikel an.

„Eigentlich wollen wir den Laden so weiterführen, wie es die Eheleute Hess lange Jahre gemacht haben. Dann werden wir einfach mal gucken, was der Kunde sich wünscht“, so Dech. Der Name des Winnweilerer Standorts wird sich nicht verändern und weiterhin unter Blumen Hess mit dem Zusatz „by Blütenzauber“ weiterlaufen. Das bestehende Team wächst außerdem um zwei Floristinnen auf insgesamt fünf Mitarbeiter an, die selbst zum Teil vor Jahren bei Blumen Hess angestellt waren und daher die Abläufe gut kennen. „Unsere Mitarbeiter sind im Alter von 30 bis über 60. Damit sollte für jede Generation jemand vertreten sein“, hofft Denowell dem Geschmack der Kunden gerecht zu werden.

Für die Eröffnung am Samstag wünschen sich die beiden vor allem eins: „Wir hoffen, dass uns die Kunden das gleiche Vertrauen schenken, das sie Frau Hess und ihrem Team all die Jahre geschenkt haben. Und dass sich der gute Eindruck vom Laden, der nach 50 Jahren immer noch gut läuft, auch bei uns bestätigt.“

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