Donnersbergkreis Wehrleiter wünscht sich ein „Zuckerchen“
Zum zweiten Mal gab es ein Feuerwehrfest für alle Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinde Winnweiler. Nicht nur Ehrungen standen am Freitagabend in der Gemeindehalle in Börrstadt auf dem Programm, auch Beförderungen, Ernennungen und Entlassungen wurden verkündet – wenn auch mancher Floriansjünger auf Grund von Einsätzen an einem ereignisreichen Tag etwas später eintraf.
, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Winnweiler, hatte die Idee eines solchen Festes aus einer Not heraus initiiert. „Jede Feuerwehr hatte meist bei ihrer Weihnachtsfeier die Ehrungen für die jeweilige Ortschaft vorgenommen. Als Verbandsbürgermeister war es mir nicht nur ein persönliches Anliegen, bei allen Wehren vorbeizuschauen, es wurde natürlich auch ein Stück weit erwartet.“ Es sei ihm aber nicht immer möglich gewesen, an allen Veranstaltungen teilzunehmen, da einige zeitgleich verliefen. Und so entstand die Idee eines Feuerwehrfestes, das im vergangenen Jahr erstmals in Breunigweiler stattfand. In diesem Jahr war man zu Gast in der noch nicht vollständig renovierten Gemeindehalle in Börrstadt – an einem Freitag, an dem Feuerwehren der Verbandsgemeinde Winnweiler mehrmals ausrücken mussten – zum Beispiel zu dem schweren Unfall auf der Autobahn 63 (wir berichteten). Und kaum hatte der Bürgermeister seine Ansprache begonnen, ging es weiter: Ein Rauchmelder in der Prinzenstraße in Winnweiler hatte Alarm geschlagen. Viele Feuerwehrleute hatten an diesem Tag außerdem mit Martinsumzügen zu tun. So kam zwar nicht jeder pünktlich zum Ehrungsabend, aber auch die Nachzügler wurden von Rudolf Jacob und Wehrleiter Robert Blanz ausgezeichnet. Blanz teilte mit, dass er sich um die Personalstärke in der Feuerwehr Sorgen macht. Angesichts des sinkenden Ansehens der Feuerwehrleute in der „Wohlstandsgesellschaft“ beklagt er die erschwerten Bedingungen der ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmänner und -frauen, weshalb diese wiederum häufiger den Dienst quittieren. Zwar habe die Mindestzeit von der Alarmierung bis zum Eintreffen am Einsatzort von acht auf zehn Minuten angehoben werden können, dennoch wünscht sich der Wehrleiter von Seiten der Politik „ein Zuckerchen“. Er selbst plädiere immer wieder für Steuervorteile im Ehrenamt. Von Seiten der Bevölkerung kämen immer höhere Ansprüche, die schwer erfüllbar seien. Schon gar nicht, wenn es immer weniger ehrenamtlich Tätige gebe. Die Auszeichnung „Partner der Feuerwehr“ erhielt in diesem Jahr die Langmeiler Firma „Mobotix“. Stellvertretend nahm Oliver Gabel, der selbst in Weilerbach bei der Freiwilligen Feuerwehr tätig war, von Landrat Winfried Werner die Plakette entgegen. „Es muss auch Spaß machen, bei der Feuerwehr tätig zu sein. Und hier ist es ganz wichtig, dass die Arbeitgeber dies auch unterstützen“, betonte der Landrat. Geehrt wurden außerdem zwei Männer, die aus der Feuerwehr ausschieden. Sicherheitsbeauftragter Alexander Schenk aus Breunigweiler musste seine Tätigkeit aufgeben, da er die Verbandsgemeinde Winnweiler verlässt. Marcel Huschitt, Ortsvorsteher von Langmeil, war für die Risikoanalyse zuständig. Roland Wurm, dessen Modelle der Feuerwehrwache Winnweiler und von Einsatzfahrzeugen es in die Zeitschrift „Der Maßstab“ geschafft hatten, erhielt von Jacob eine Auszeichnung. Einer der Ehrengäste war der Direktor der Notfalldienste der US-Army, George Brown. Als Oberstleutnant hat er die Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizei der Army in Rheinland-Pfalz „unter sich“. Seine Berufsfeuerwehr besteht aus rund 200 deutschen Feuerwehrmännern. Er sei sehr stolz auf seine „german“ Feuerwehrleute und wisse auch, dass er im Notfall auf die deutsche Freiwillige Feuerwehr zurückgreifen kann, betonte Brown. Das Gleiche gelte selbstverständlich auch umgekehrt. Großartig findet er zudem, dass 90 Prozent seiner Leute in ihren Heimatorten zusätzlich ehrenamtlich tätig sind. (gom)