Kirchheimbolanden RHEINPFALZ Plus Artikel Warum der Neubau am Krankenhaus ein historischer Tag ist

Symbolischer Spatenstich bei Sonnenschein: Jetzt hoffen alle Beteiligten auf einen milden Winter. Die Bauaufsicht übernimmt der
Symbolischer Spatenstich bei Sonnenschein: Jetzt hoffen alle Beteiligten auf einen milden Winter. Die Bauaufsicht übernimmt der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB).

Eine lange Geschichte hat ein vorerst gutes Ende genommen. Nach etlichen Debatten ist der Startschuss für den Erweiterungsbau am Westpfalz-Klinikum in Kirchheimbolanden gefallen. Eine Großinvestition in für Krankenhäuser turbulenten Zeiten.

Unbeabsichtigt, aber zur Freude der durchweg gut gelaunten Gäste, fliegt am Freitagnachmittag ein Sektkorken hoch durch die Luft, bevor er auf dem Boden landet. Am Zugang des Westpfalz-Klinikums in Kirchheimbolanden wird erst gesprochen – und dann ein klein wenig gefeiert. Anlass ist der symbolische Spatenstich für den Erweiterungsbau auf dem Gelände der früheren Radiologie. Seit der ersten Idee bis September 2024 sind gut acht Jahre ins Land gegangen, nun aber soll der Neubau bis Anfang 2027 bezugsfertig sein. Im Gegenzug wird der Standort Rockenhausen geschlossen, das Westpfalz-Klinikum auf die Standorte Kaiserslautern, Kusel und Kirchheimbolanden konzentriert.

Mit Blick auf die vergangenen Jahre spricht der Geschäftsführer der kommunalen Klinikum GmbH, Thorsten Hemmer, denn auch von einem besonderen Tag. An die Adresse des rheinland-pfälzischen Ministers für Wissenschaft und Gesundheit, Clemens Hoch (SPD), gewandt, sagt er: „Das kann ruhig zur Dauereinrichtung werden.“ Der Spatenstich in Kirchheimbolanden ist der zweite gemeinsame Termin in dieser Woche. Erst am Dienstag hatten sich beide in Kaiserslautern getroffen, wo mit der Semmelweis-Universität Budapest eine Kooperation beim Medizinstudium vereinbart wurde. Vor diesen beiden guten Nachrichten hatte das Klinikum vor allem in Kaiserslautern Kritik für seine Entscheidung einstecken müssen, die Zentralküche aus Kostengründen 2026 zu schließen.

Hohe Investition

50 Millionen Euro werden in den Neubau in der Nordpfalz investiert, den größten Batzen übernimmt mit 42,7 Millionen Euro das Land. „Ich danke Ihnen für das Papier, das vor Ihnen liegt, und das Sie mir sicher gleich geben werden“, so Hemmer an Hoch. Der Minister räumt ein, dass im Normalfall der Ministerpräsident derart hohe Förderungen überreiche und spricht ebenfalls von einer „Westpfalz-Festwoche“. Landrat Rainer Guth (parteilos) kann dem nur zustimmen: Der symbolische Spatenstich sei ein „wichtiger und historischer Tag“ für den Donnersbergkreis. Die Westpfalz-Klinikum GmbH fokussiere sich auf einen Standort im Kreis, der der Gesundheitsversorgung in einer Bandbreite diene, die bisher nicht möglich sei.

Geschäftsführer Thorsten Hemmer (links) und Gesundheitsminister Clemens Hoch. Auch Hoch hat eher selten eine so hohe Förderzusag
Geschäftsführer Thorsten Hemmer (links) und Gesundheitsminister Clemens Hoch. Auch Hoch hat eher selten eine so hohe Förderzusage in der Hand.

Der Neubau wird laut Klinikum modernste medizinische Standards erfüllen und auch künftig eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung ermöglichen. Der Umzug der Inneren Medizin und der Geriatrie (Altersmedizin) von Rockenhausen nach Kirchheimbolanden im Jahr 2027 solle sowohl das Behandlungsspektrum am Standort erweitern, als auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern. Denn künftig würden Chirurgie, Unfallchirurgie, Gynäkologie, Innere Medizin und Geriatrie an einem Standort angeboten.

Ärzte waren dafür

Wie Hemmer unterstreicht, war dieses Ziel vor allem von der Ärzteschaft gefordert worden. Bis 1. Januar 2025 werde „die halbe Chefarzt-Riege durchgewechselt und für die Zukunft besetzt“. Mit dem Neubau, dem möglichen medizinischen Angebot und dem Klinikteam sei das Westpfalz-Klinikum am Standort Kirchheimbolanden gewappnet für die bevorstehende Gesundheitsreform.

Dass Hemmers Dank außer den Architekten des Büros Sander und Hofrichter (Ludwigshafen) und Regionaldirektor Manuel Matzath auch der kommunalen Familie gilt, liegt also auf der Hand. Der Donnersbergkreis hält mit 15 Prozent den kleinsten Anteil an der Klinikum-Gesellschaft, gefolgt vom Kreis Kusel mit 25 und der Stadt Kaiserslautern mit 60 Prozent. Alle Gesellschafter hätten die medizinische Versorgung im ländlichen Raum unterstützt, lobt Hemmer.

Verkehr beobachten

Ein guter Tag ist dieser Freitag auch für Kirchheimbolandens Stadtbürgermeister Marc Muchow (CDU), der den Erweiterungsbau als Segen für den Donnersbergkreis bezeichnet. Dankbar ist er in diesem Zusammenhang vorneweg den Anwohnern des Krankenhauses. Diese seien früh ins Boot geholt worden und seien der Stadt bei der einvernehmlichen Lösung im Zusammenhang mit dem Großbauprojekt entgegengekommen. In Sachen erhöhtes Verkehrsaufkommen geht Muchow davon aus, dass die geschätzte Anzahl an zusätzlichen Fahrzeugen von der vorhandenen Straßeninfrastruktur aufgenommen werden kann. Aber man werde die Lage im Blick behalten.

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