Fussball-Mini-EM
Vorrunde: Belgien gegen Österreich
„B-Klasse wir kommen.“ Jüngst hat der TuS Dannenfels auf seinem Sportgelände an der Steinbacher Straße den Aufstieg aus der untersten Liga gefeiert. Coronabedingt natürlich im kleinen Rahmen. Heute ist deren vom feinsten gepflegter Rasenplatz unsere Spielstätte für das zweite Zusammentreffen in der Vorrunde. Bei einer EM-Endrunde standen sich Belgien und Österreich übrigens noch nie gegenüber – dafür jetzt bei unserer Fußball-Mini-EM.
Runde 1
Der Österreicher Ingo Pregernig – in Jeans und Trekkingschuhen alles andere als optimal gekleidet – gewinnt die „Platzwahl“ und lässt Mitstreiter Jonathan Overlaet aus Belgien beim Elfmeterschießen beginnen. Die drei Schüsse netzt der 30-Jährige humorlos ein. Torhüter Pregernig ist ohne Abwehrchance und verwandelt dann selbst nur einen von drei Versuchen. 3:1 für Belgien nach der ersten Runde.
Erst seit drei Jahren lebt Jonathan Overlaet in Deutschland. Im Juli 2017 ist der Belgier zu seiner Freundin nach Börrstadt gezogen. Die beiden sind Eltern einer Tochter und eines Sohnes. 1990 geboren, wuchs Overlaet in Wommelgem, einem Ort in der Nähe von Antwerpen, auf. Mindestens alle zwei Monate verbringt er mit seiner Familie ein Wochenende in seiner Heimat. „Wenn ich an Belgien denke, dann denke ich an gutes Bier mit Freunden zu trinken, leckere Pommes zu essen und durch die Straßen von dem schönen Antwerpen zu laufen. Und im Schokolade machen, sind die Belgier auch Weltklasse.“
„Belgier eher locker und lässig“
Bis 2009 schnürte Overlaet als Jugendspieler und Aktiver die Schuhe für K.Ternesse V.V, ehe er zu den Daltons Wommelgem wechselte. Nach einem kurzen Intermezzo beim ASV Winnweiler schloss sich der heute 30-Jährige im Winter 2017 dem B-Klassisten SV Imsbach an. Als Triebwerk-Mechaniker ist er bei der Lufthansa Technik Aero in Alzey beschäftigt. Die Spiele der Deutschen Nationalmannschaft hätte der Belgier gerne beim Public Viewing gesehen – für die Auftritte seines Heimatlandes wäre er möglichst nach Antwerpen gefahren, um dort mit seinen Kumpels die Siege zu feiern.
„Mein Lieblingsspieler der belgischen Nationalmannschaft ist momentan Dries Mertens. Er ist als Fußballer ein genialer Spieler und als Mensch sehr bodenständig und sympathisch.“ Overlaet räumte dem Benelux-Staat sehr gute Chancen für den Turniergewinn ein. Und die Unterschiede zwischen und Belgien und Deutschland? „Meiner Meinung nach sind die Deutschen oft ein bisschen strenger und strukturierter, wo Belgier eher locker und lässig sind.“
Runde 2
Weiter geht es mit der zweiten Aufgabe. Die Fragerunde beginnt der Belgier:
1. Was war die beste Platzierung von Belgien bei einer EM?
Das kann Overlaet genau sagen: Platz zwei 1980.
2. Schätzfrage: Wie viele EM-Spiele hat Belgien bisher absolviert?
Overlaet tippt auf 35. Es waren aber nur knapp die Hälfte: 17.
3. Welche Aussage stimmt?
A) Die höchste Niederlage bei einer EM war ein 0:10 gegen Frankreich.
B) In Belgien wurde bereits viermal eine EM ausgetragen.
C) Das erste Tor für Belgien bei einer EM fiel in einem Halbfinale.
Overlaet antwortet B. Wir geben zu, die Frage war etwas gemein. Die richtige Antwort ist C, weil 1972 als EM nur die Endrunde mit Halbfinale und Finale galt und es Belgiens erster Einzug ins Halbfinale war. Mal schauen, wie für Pregernig jetzt läuft.
1. Was war die beste Platzierung von Österreich bei einer EM?
Das weiß Pregernig: In der Vorrunde war bisher für die Österreicher immer Schluss.
2. Schätzfrage: Wie viele im Ausland spielende Spieler standen 2016 im EM-Kader?
Pregernig: 19. Die richtige Antwort wäre sogar 22 gewesen, das lassen wir gelten.
3. Wer hat mit fünf Spielen die meisten EM-Einsätze für Österreich?
A) Christian Fuchs
B) Sebastian Prödl
C) Martin Harnik
Pregernig tippt auf C, hat wieder recht und holt damit alle drei Punkte in der Fragerunde.
1970 wurde Ingo Pregernig in Ludwigshafen geboren, schnupperte lediglich als Säugling ein knappes Jahr bei seiner Tante in Sistrans, wo er das Laufen lernte, „Alpenluft“. Mit Österreich verbindet er „in erster Linie die Berge und die gigantische Landschaft. Gelegentlich besuche ich meine Verwandtschaft in Österreich und fahre dorthin immer mal wieder zum Skilaufen.“ Seine Eltern – waschechte Innsbrucker – sind im Herbst kurz vor seiner Geburt nach Deutschland gezogen, später in Kirchheimbolanden sesshaft geworden.
Beim TVK durchlief Pregernig sämtliche Jugendmannschaften, wurde in die Kreisauswahl berufen und einmal zum Training zur Südwestauswahl nach Edenkoben eingeladen. Seine fußballerischen Fähigkeiten, so sagt er selbst, waren aber begrenzt. Aktiv spielte Pregernig 2007 nur sporadisch für die zweite Mannschaft des FV Rockenhausen.
Platz zwei bei der süddeutschen Meisterschaft
Sportlich war es vielmehr die Schnelligkeit, die ihn auszeichnete. Seine größten sportlichen Erfolge verbuchte er in der Leichtathletik. Seine Bestzeiten von 10,9 Sekunden über die 100-, 22,1 Sekunden über die 200-, und 48,3 Sekunden über die 400 Meter (Top-Ten-Platzierungen in der Verbandsbestenliste) können sich sehen lassen. Ein Höhepunkt: die Teilnahme bei den Deutschen Jugendmeisterschaften als 17-Jähriger in Dortmund. Danach war er im Trikot des USC Mainz fester Bestandteil der 4x-400-Meter-Staffel. 1990 gelang der zweite Platz bei den süddeutschen Meisterschaften.
Heute wohnt Pregernig wieder in Kibo und fährt viel Fahrrad. Normalerweise wäre er am 5. Juli in Roth beim größten Triathlon-Event weltweit mit einer Staffel als Radfahrer über 180 Kilometer an den Start gegangen. Parallel hat der 49-jährige zweifache Vater, der als Werbetechniker bei „Indesign“ in Rockenhausen arbeitet, auch wieder mit dem Leichtathletik-Training begonnen. Einen Titel für Österreich sieht Pregernig im Moment nicht in Frage kommen. „Das überstehen der Vorrunde hätte ich ihnen aber durchaus zugetraut.“ Seine Lieblingsspieler sind David Alaba und früher Hans Krankl.
Runde 3
Beim abschließende Zielschießen aus 25 Meter Entfernung patzt Overlaat: null aus drei. Pregernig trifft zumindest einen. Somit ist der Endstand dieses Treffens momentan eine knappe 5:4-Führung für Österreich. Bei der Facebook-Abstimmung haben die beiden nun noch die Chance, den Sonderpunkt zu ergattern. Gerade für Belgien wäre dies wichtig, um dranzubleiben.
Die Tabelle:
1. Frankreich (6 Punkte/4 Aufgaben)
1. Italien (6 Punkte/4 Aufgaben)
3. Österreich (5 Punkte/3 Aufgaben)
4. Belgien (4 Punkte/3 Aufgaben)
Das Duell Frankreich gegen Italien gibt es hier zum Nachlesen.
Zur Sache: Der Modus
In der Vorrunde der Mini-EM hat jeder Spieler die Chance, zehn Punkte im Elfmeterschießen, in einer Fragerunde und im Zielschießen auf ein Mini-Tor zu erspielen. Einen Sonderpunkt gibt für ein Video, in dem der Spieler sein Fußballkönnen präsentiert. Auf der Facebookseite der RHEINPFALZ Donnersberg können Sie ab heute, 12 Uhr, 24 Stunden lang abstimmen, wer den Sonderpunkt verdient. Nächste Woche folgt dann das dritte und letzte Duell. Die besten Vier ziehen anschließend ins Halbfinale ein.