Donnersbergkreis Vierbeiner mit besonderen Genen

91-81556239.jpg

Frühling – in der Tierwelt bedeutet das Paarungszeit. Bei der Zucht hochkarätiger Sportpferde wird hier jedoch nichts dem Zufall überlassen. Bei der Hengstparade des Pferdezuchtverbands Rheinland-Pfalz Saar (RPS) wurden im Pferdezentrum in Standenbühl verheißungsvolle Vererber vorgestellt.

Züchter wählen den Hengst, der ihre Stute decken soll, genau aus. Das Fohlen soll von den Vorzügen der Vater- und Mutterseite profitieren. Umgänglichkeit, Rittigkeit, Springvermögen oder Bewegungsqualität können bei der Wahl des vererbenden Hengstes mögliche Auswahlkriterien sein. Eine besondere Rolle spielt auch die Abstammung des Hengstes. Trägt er Gene von erfolgreichen Sportpferden in der Vater- und der Mutterlinie in sich? Haben diese Pferde bereits erfolgreiche Nachkommen? Ist der Hengst selbst erfolgreich in Wettbewerben? All das sind Fragen, die sich den Züchtern bei der Hengstparade in Standenbühl stellten und die ihnen beantwortet wurden. Mehr als 20 Hengste wurden präsentiert. Die Vorstellung geschah sowohl unter dem Sattel, als auch an der Hand. Neben Tieren aus dem eignen Zuchtverband kamen auch welche aus anderen Verbänden, um für sich zu werben. Ein echter Hingucker war das Pferd Fahrenheit GT vom Gestüt Tannenhof in Heidenrod-Watzelhain bei Wiesbaden. Sein Fell glänzte, die weißen Bandagen bildeten einen tollen Kontrast zur braunen Färbung des Hengstes. Reiter in Zylinder und Frack, wie es sich in den Wettbewerben der Dressur gehört. Die Strass-Steine an der Trense funkelten unter dem Lichtspot, der Pferd und Reiter zum Leuchten brachte. Der Rest der Halle war abgedunkelt. Bereits an den ersten Trabschritten des Hengstes zeichnete sich sein enormes Bewegungspotenzial ab. Kein Wunder, schaut man auf seine Abstammung: Der Vater ist der bekannte Fidertanz, seine Mutter stammt vom großen Hengst De Niro ab, der bereits viele erfolgreiche Nachkommen hat. Was für den Laien bloße Namen von Pferden sind, ist für den Experten ein echtes Zuckerstück. Und seine Vererber haben ihm nur Gutes übergeben. Bei der Passage, einem extrem versammelten Trab, zeigte Fahrenheit erneut seine enorme Bewegungsqualität. Die Passage ist eine Lektion, die im Grand Prix verlangt wird, also den hochprofessionellen Wettbewerben auf nationaler und internationaler Ebene. Ebenfalls gefiel der Hengst Deja Vu vom Gestüt Rettinahof in Albig. Das im Jahr 2005 geborene Tier hat bereits zwei gekörte Söhne. Außerdem ist er doppelt veranlagt, seine Gene vererben sowohl Potenzial in der Dressur als auch im Springen. Mit Deja Surprise wurde einer seiner Söhne in Standenbühl gezeigt. Bei der Aufstellung in der Mitte der Halle beeindruckte sein vielversprechender und hübscher Körperbau, und auch seine Bewegungen beim Führen ließen Züchterherzen höher schlagen. Doch auch für Springpferde-Interessierte war einiges geboten. Der Hengst Donnersberger im Besitz von Sandra und Sven Bischoff ist, wie es sein Name bereits verrät, in der Nordpfalz gezogen. Das 2008 geborene Pferd zeigte sein enormes Springvermögen: Die Hindernisse, die bis zum Maximum erhöht wurden, konnte er problemlos überwinden. Von ebenso hoher Qualität ist Camargo, 2008 geboren. Der Hengst des Landgestüts Zweibrücken stammt von der Stute Fit for Fun ab, die unter Luciana Diniz für Portugal international siegreich ist. Der Hengst selbst bewies sein Potenzial schon im Mächtigkeitsspringen, bei dem Hindernisse über 2,15 Meter überwunden werden müssen. Ebenfalls gezeigt wurden zwei Pfalz-Ardenner von Lothar Walter in Standenbühl, eine Rasse, die ihren Ursprung in der Pfalz hat. Die Pferde überzeugen vor allem durch ihre gute Umgänglichkeit und ihre Charakterstärke.

x