Göllheim RHEINPFALZ Plus Artikel VG schafft mehr Platz für Wind- und Sonnenstrom

Blick auf den Donnersberg mit Windrädern: Links sind die Anlagen auf dem Rüssinger Berg zu sehen, rechts die auf dem Hungerberg.
Blick auf den Donnersberg mit Windrädern: Links sind die Anlagen auf dem Rüssinger Berg zu sehen, rechts die auf dem Hungerberg.

„Was wir an Flächen für Windkraft und Photovoltaik haben, reicht.“ Das war lange Konsens in der VG Göllheim. Doch jetzt herrscht Energiekrise – und der Rat hat umgedacht.

Bis zu zwei Prozent der Gesamtfläche in Rheinland-Pfalz kann für die Erzeugung von erneuerbaren Energien verwendet werden. Das hat die Landesregierung festgelegt. Diese zwei Prozent dienen auch als Richtwert für Kommunen – natürlich mit Abstrichen, denn alles hängt von den Gegebenheiten vor Ort ab. Wer, wie die Verbandsgemeinde Göllheim, viel guten Ackerboden hat, wird eher weniger ausweisen. Unterm Strich kann man aber sagen, dass die Rechnung, landesweit betrachtet, mehr oder weniger aufgeht.

Die VG Göllheim jedenfalls hat ihr mögliches Kontingent fast erfüllt. Insgesamt 159 Hektar darf sie für Photovoltaik ausweisen, was sie mit Rücksicht auf die Landwirtschaft aber nicht ausgereizt hat. Für die Windkraft beträgt die ausgewiesene Fläche 443 Hektar. Für Photovoltaik war bisher nur ein einziger Standort vorgesehen, nämlich auf dem Areal des Steinbruchs Hohe Benn, der sich rechts der Straße von Göllheim zum Elbisheimer Hof befindet. Tatsächlich gebaut werden kann dort allerdings erst im Zuge einer Folgenutzung, also erst dann, wenn der Steinbruch erschöpft ist. Windräder gibt es derzeit unter anderem auf dem Hungerberg bei Albisheim und auf dem Rüssinger Berg zwischen Rüssingen und Marnheim.

Energiekrise erfordert erneutes Nachdenken

Im Rahmen der ohnehin anstehenden Fortschreibung des Teilflächennutzungsplans „regenerative Energien“ – mit einem solchen legt eine VG fest, wo PV- und Windkraftanlagen stehen dürfen und vor allem wo nicht – sollen hier aber ein paar Änderungen eingeplant werden. „Wir wollen dem gestiegenen Energiebedarf in der Bevölkerung Rechnung tragen“, sagt Bürgermeister Steffen Antweiler dazu. Deshalb sollen weitere Standorte freigegeben werden. „Durch die Energiekrise hat sich unsere Perspektive gewandelt“, so Antweiler.

Mit einem entsprechenden Beschluss in seiner jüngsten Sitzung hat der VG-Rat den Weg jetzt prinzipiell freigemacht für drei weitere Freiflächen-PV-Anlagen und fünf bis sechs Windräder auf der Gemarkung der VG. Konkret betrifft dies einmal den Windpark auf dem Hungerberg, auf dem bisher 13 Windräder stehen, davon drei auf Albisheimer Gemarkung, der Rest gehört zur VG Kirchheimbolanden. Er kann auf dem Gebiet der Göllheimer VG um eine Anlage erweitert werden. Auf dem Rüssinger Berg können außerdem zu den vorhandenen drei Windrädern (eins davon gehört zur VG Kirchheimbolanden) noch fünf bis sechs hinzukommen. „Obwohl dort Platz für noch mehr wäre, wollen wir das nicht ausreizen, weil wir östlich davon Rücksicht auf die Aussiedlerhöfe nehmen und weil auf der nördlichen Seite gutes Ackerland liegt“, sagt Antweiler zur Erklärung.

Investoren haben schon angefragt

Was die Potenzialflächen für Photovoltaik angeht, so liegen diese auf Göllheimer (Richtung Füllenweide), Dreiser (Richtung Standenbühl) und Lautersheimer Gemarkung. Wie Antweiler mitteilt, gibt es zur Photovoltaik bereits konkrete Anfragen von möglichen Investoren. Diese müssen allerdings noch etwas Geduld mitbringen, denn zunächst wird die gesamte Planung – sie findet ja, wie erwähnt, im Rahmen der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes statt – in die zweite Offenlage gehen. Dann können Träger öffentlicher Belange und Bürger mögliche Bedenken oder Einwände dagegen vorbringen. Diese werden dann abgewogen, anschließend wird im VG-Rat noch einmal abgestimmt. Danach kann es, wenn positiv beschieden, mit der Planung weitergehen. Die Interessenten müssen dann auf die Ortsgemeinden zugehen.

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