Kaiserslautern
Versorgungslücke geschlossen: Hilfe für hustende Kinder
Eltern kennen es: Das Kind hustet und hustet und hustet. Und manchmal hört der Husten einfach nicht auf. Für dieses Problem gibt es jetzt gute Nachrichten: Kinder und Jugendliche mit chronischem Husten, Asthma oder schweren Allergien erhalten im Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern ab sofort Hilfe. Mit der neu gegründeten Ambulanz wird eine bislang bestehende Versorgungslücke in der Region geschlossen: Kinder und Jugendliche mit chronischem Husten, Asthma oder Allergien bekommen nun eine spezialisierte und wohnortnahe Diagnostik und Therapie.
„Mit dem neuen Schwerpunkt reagieren wir auf einen seit Jahren bestehenden Versorgungsbedarf“, sagt der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Thomas Kriebel. „Unser Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen mit komplexen Atemwegs- und Allergieerkrankungen eine hochqualifizierte, wohnortnahe Betreuung zu ermöglichen und Familien zu entlasten.“ In den vergangenen Jahren sei die Nachfrage stark gestiegen. Zum einen nehmen allergologische Erkrankungen wie Nahrungsmittelallergien zu, zum anderen rücken chronisch lungenkranke Kinder – etwa mit langanhaltendem Husten – stärker in den Fokus. Bisher mussten betroffene Familien bei schweren oder lebensbedrohlichen pneumologischen Erkrankungen zur gezielten Diagnostik weite Wege auf sich nehmen.
Neue Fachkompetenz für Kinderpneumologie
„Wir sehen immer mehr Kinder mit chronischem Husten oder schwer einstellbarem Asthma, bei denen eine präzise Ursachenklärung entscheidend ist“, erklärt Marcus Dahlheim, der seit 1. Januar 2026 als Facharzt für Kinderpneumologie und Allergologie am Westpfalz-Klinikum tätig ist. „Eine frühzeitige Diagnostik ist der Schlüssel, um unnötige Therapien zu vermeiden und die Lebensqualität der Kinder langfristig zu verbessern.“ Das Angebot des Westpfalz-Klinikums richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahren; ein chronischer Husten wird differenziert abgeklärt: Durch eine ausführliche Erhebung der Krankheitsgeschichte, die Unterscheidung verschiedener Hustenformen – akut oder chronisch, trocken oder feucht, belastungsabhängig oder nächtlich – sowie die Einbeziehung der gesamten Krankheitsgeschichte von Geburt an, wird die Ursache der Beschwerden geklärt. Ziel ist es, alle relevanten Informationen zusammenzuführen, um eine angepasste individuelle Therapie zu planen.
Zur Abgrenzung allergischer und nicht-allergischer Atemwegserkrankungen werden Haut- und Bluttests eingesetzt. Bei Verdacht auf Asthma bronchiale kann ab etwa sechs Jahren zusätzlich das exhalierte Stickstoffmonoxid gemessen werden, das bei allergischem Asthma häufig erhöht ist. „Gerade bei allergischen Erkrankungen ist es wichtig, Sicherheit zu schaffen, für die Kinder ebenso wie für ihre Familien“, sagt der Arzt Thomas Austgen, der sich in der Weiterbildung zum Kinder- und Jugendpneumologen befindet.
Aufklärung und Schulungen als Therapieschlüssel
Ein zentraler Baustein des neuen Schwerpunkts sind Schulungen und Aufklärung. Kinder mit Asthma erhalten bereits in der Ambulanz eine intensive Einweisung inklusive Inhalationstraining. Gleiches gilt für Familien mit schweren Nahrungsmittelallergien. Dieses Wissen soll in Asthma- und Anaphylaxie-Schulungen weiter vertieft und in Kooperation mit niedergelassenen Kinderärzten regional etabliert werden. Für eine optimale Versorgung setzt die Klinik auf den Austausch mit Kinderärzten, Hausärzten, HNO-Ärzten, Gastroenterologen und Ärzten anderer Fachrichtungen. Geplant sind regelmäßige Treffen, gemeinsame Fortbildungen und interdisziplinäre Fallbesprechungen.