Sportschießen RHEINPFALZ Plus Artikel Tobias Bumb deutscher Meister mit der Pistole

Der in Obermoschel wohnende Tobias Bumb bei der Siegerehrung nach seinem DM-Titel in München.
Der in Obermoschel wohnende Tobias Bumb bei der Siegerehrung nach seinem DM-Titel in München.

Wenige Sekunden blieben dem Sportschützen des SC Landsberg Obermoschel für den letzten Schuss. Tobias Bumb schoss und siegte in einem Wettkampf, der ihn „enorm schlauchte“.

Für Außenstehende ist es eine große Überraschung, wenn nicht sogar eine Sensation, für Insider und Schützenkollegen eher nicht: Der für den Schützenclub Landsberg Obermoschel startende Obermoscheler Sportschütze Tobias Bumb gewann bei den deutschen Meisterschaften in München in der Disziplin „50 Meter Pistole“ den Titel.

Der 41-jährige Zahntechnikermeister konnte mit 530 Ringen Kai Abraham vom SV Eisleben, der einen Ring weniger schoss, auf Platz zwei verweisen. Dritter wurde Felix Hermann (SG Gailingen) mit 527 Ringen. Den Weltrekord hält ein Südkoreaner mit 583 Ringen.

Gutes Gefühl beim Probeschießen

„Der Wettkampf hat für mich sehr stark begonnen. Zuvor in der Probeschießzeit hatte ich schon ein sehr gutes Gefühl und habe auch viele gute Treffer landen können“, so Tobias Bumb am Telefon aus München. „Nach dem Wettkampfstart der in dieser Disziplin angetretenen insgesamt 57 Sportschützen hatte ich in den ersten 30 Schüssen einen Vorsprung auf meine direkten Gegner auf den beiden Nachbarständen herausgeholt. Erst dann dämmerte mir allmählich, dass das heute eine gute Platzierung geben kann“, so Bumb weiter. Bei der Disziplin, die allgemein als „Königsdisziplin“ bei den Sportschützen gilt, aber aus dem olympischen Programm genommen wurde, wird die Pistole am ausgestreckten Arm gehalten und über Kimme und Korn die Zielscheibe (52 cm hoch/55 cm breit) in 50 Meter Abstand anvisiert. Deshalb ist ein sehr hohes Maß an Konzentration, Kraftausdauer und Koordination notwendig. „Das Ziel ist aus meiner Sicht als Schütze leider dann nur noch stecknadelkopfgroß“, so der Sportschütze.

Bumb hat für die 60 Schuss auch das volle Zeitlimit von 90 Minuten benötigt. „Meinen letzten Schuss gab ich drei Sekunden vor Zeitablauf ab, der Wettbewerb schlaucht einen schon enorm, aber es macht halt auch viel Spaß“, so der Routinier. Zwischenzeitlich fiel er auch in ein kleines Loch mit einigen Abzugsfehlern, die dann als Ergebnis mehrere „Siebener“ auf der Zielscheibe erbrachten. „Danach nahm ich den Kampf um den Titel wieder auf, und die Schüsse wurden wieder besser“, so Bumb im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Tobias Bumb ein Meister in vielen Waffenarten

Seine direkten Standnachbarn, die ihn zu diesem Topergebnis anspornten, wurden am Ende Vierter und Fünfter. Das in München anschließend gefeiert wurde, versteht sich von selbst. Für Insider und Sportkameraden, die Bumb kennen, ist der Erfolg nicht so überraschend. Er ist seit 1996 Sportschütze, schießt seit zehn Jahren für den deutschen Rekordmeister SGi Waldenburg/Baden-Württemberg in der Disziplin Luftpistole in der Bundesliga und wurde dort 2022 auch mit der Mannschaft deutscher Meister. Bumb startet mit der Luftpistole auch für den SC Rammelsbach und geht mit weiteren anderen Waffenarten für seinen Heimatverein SC Landsberg Obermoschel an den Start. Während er früher vier- bis fünfmal die Woche trainierte, sind es momentan nur zwei Trainingseinheiten wöchentlich.

Der neue Stadtbürgermeister Piotre Fidurski war ganz stolz, dass der deutsche Meistertitel in die kleinste Stadt der Pfalz geholt wurde.

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