Donnersbergkreis Titelkampf spitzt sich nach Eiche-Erfolg zu
«Sippersfeld.» In der A-Klasse Kaiserslautern-Donnersberg geht es heiß zu an der Spitze. Extrem heiß, denn im Dreikampf schenkt man sich nichts. Jüngstes Beispiel war das rassige Top-Spiel des Nicht-mehr-Tabellenführers SV Gundersweiler beim auflauernden FC Eiche Sippersfeld: Die Maue-Elf holte den SVG mit einem 4:1 (3:1) vom Liga-Thron, Nutznießer ist der TuS Bolanden, der dankend vorbeizieht. Abgezockte Sippersfelder machten genau eine Sache besser als die Gäste – sie trafen. Es winkt ein dramatisches Saisonende.
Im Visier hatte er nur die Ersatzbank. Und Michael Kühner rannte. Wie entfesselt, den Finger hochgestreckt, im Vollsprint. Nach seinem satten Rechtsschuss, der mit Wucht beinahe das Tornetz zerriss, drehte er direkt ab. Kühner stürzte sich mit Anlauf auf die Bank, um prompt im grün-weißen Getümmel zu versinken. Viel hatte der Joker davor nicht am Ball zeigen können, er war gerade fünf Minuten vor seinem Hammer aus der Reservistenrolle geschlüpft – vielleicht zweimal hatte er bis dato das Leder am Fuß. Eigentlich war die Partie da entschieden. Doch Kühners Abzug zum 4:1 (90.+4) war eben das Sippersfelder Goldkrönchen in einem knackig-harten A-Klasse-Gipfel, weniger geprägt durch Eleganz, als mehr durch robustes Drauflos-Stürmen. „Gundersweiler war stetig brandgefährlich“, war Eiche-Trainer Peter Maue noch auf dem Rasen aufgewühlt und geschlaucht. „Es hatte ein bisschen Pech im Torabschluss. Unser Ding war: „Brust raus, selbstbewusst sein. Das hat geklappt.“ Maues Elf war strikt effizient – und hatte einige Male richtigen Dusel, wie der Coach erkannte: Michael Hammerschmidt hatte den Ball in die Wolken (70.) oder in Keeper Leitsbachs Beine gejagt (45.), der SVG zudem eine Kombi-Chance vergeigt (54.) und dreimal einen Verteidiger angeschossen. Sicher war das Sippersfelder 3:1 nicht. Gundersweiler kämpfte, verlor den Kampf aber gegen sich und seine fahrlässigen Abschlüsse. Zum Missmut von Stürmer und Trainer Hammerschmidt, auf den sich alle Konzentration der Platzherren richtete. „Ich kann uns nur die Chancenverwertung ankreiden. Sippersfeld hat alles genutzt. Spielerisch war das von ihnen nix. Fast nur lange Bälle. Aber sie haben das gut gelöst“, mäkelte der Angreifer. Der FC besaß gestern die Note, die dem Rivalen abhandengekommen war: Eiseskälte im Angesicht des Torhüters. Michael Molters 2:0 (28.), ein trockener präziser Flachschuss, war ein Exempel für Coolness, Abwehr-Bulle Thomas Buhrmann knallte später eine stramme Siebecker-Flanke per Schädel unter die Stange (37.). Arg viele Torraumszenen mehr hatte die Eiche nicht. Das 1:0 war schon eine Mischung aus Abwehrschnitzer und glücklichem Zufall: Ein Schlag aus der Defensive landete gleich in Sippersfelder Füßen, Jonas Windecker zog aus 25 Metern mal ab, der Ball prallte gegen einen Gegner und flatterte im Bogen unhaltbar ins Tor (19.). Slapstick. Den einzigen Hoffnungsschimmer für den SVG initiierte Bastian Steer: Tom Leitsbach ließ einen Strich von Jerome Cornelius vor die Füße des Ex-Winnweilerers abprallen, er bedankte sich mit dem 1:2 (33.). Eigentlich hätte der SV öfter treffen können. Gar müssen. „Vielleicht waren wir unkonzentriert“, mutmaßte Hammerschmidt. Das 4:1 stand für den FC voll im Zeichen des Teamgeists – nachdem es nicht immer einfach lief. „Wir haben uns nicht so wie im Hinspiel einschüchtern lassen, sondern befreit dagegengehalten. Als Mannschaft sind wir wieder näher zusammen gerückt“, bescheinigte Kapitän Molter. „Wir hatten erst eine tiefe Phase, die Vorbereitung mit dem Platz war schwierig. Wir hatten heute extremen Siegeswillen“, so Molter weiter. Mit Hartmüller, Windecker und Bartels wartet fast die komplette Offensive auf Genesung. Maues Basteleien im Sturm haben sich gelohnt. Vier Buden sprechen Bände. Der FC hat den SVG nicht nur von der Spitze gestoßen, er ist bei einem Spiel weniger bis auf einen Punkt dran. Ein Donnersberg-Trio strebt gen Titel. Nuancen entscheiden. Maue: „Abwarten. In den nächsten sechs Wochen wird man sehen, wer oben steht.“ So spielten sie FC Eiche Sippersfeld: Leitsbach - Buhrmann, Siebecker, Frühbeiser - Wagner, Jonas Windecker, Matinski (89. Grabowsky), Robin Windecker - Molter (87. Kühner), Ratkoceri (89. Bechberger) SV Gundersweiler: Heske - Stumpf (46. Tobias Basalyk), Fingerhut, Navarro, Gress (79. Gramsch) - Wasem, Sajoscha Basalyk - Paul (46. Ayikbaba), Steer, Cornelius - Hammerschmidt Tore: 1:0 Jonas Windecker (19.), 2:0 Molter (28.), 2:1 Steer (33.), 3:1 Buhrmann (37.), 4:1 Kühner (90.+4) - Gelbe Karten: Ratkoceri, Siebecker, Wagner, Hochwärter - Wasem - Beste Spieler: Buhrmann, Siebecker - Steer, Cornelius - Zuschauer: 140 - Schiedsrichter: Babacan (Ludwigshafen).