Donnersbergkreis Tankstellenraub: Mehrere Jahre Haft für Täter

Die beiden Räuber aus dem Saarpfalzkreis, die im Herbst unter anderem in Winnweiler eine Tankstelle überfallen haben, müssen lange Jahre ins Gefängnis. Der 27-Jährige muss acht Jahre und vier Monate hinter Gitter. Er überfiel die Tankstellen mit einem Revolver in der Hand. Der 33-Jährige muss sechs Jahre ins Gefängnis. Er fuhr seinen Komplizen mit seinem Auto zu den Tankstellen.
«Hornbach.»Beide wurden am Montag, am zweiten Verhandlungstag, von der Großen Strafkammer beim Landgericht Saarbrücken zu den Gefängnisstrafen verurteilt. Wegen ihrer Drogensucht ordnete das Gericht bei beiden die Unterbringung in eine Entziehungsanstalt an. Die Strafe hatten die drei Verteidiger am ersten Verhandlungstag mit dem Staatsanwalt ausgehandelt. Im Gegenzug legten beide Angeklagten Geständnisse ab. Sie überfielen im November 2018 in nur acht Tagen fünf Tankstellen – in Hornbach, in Winnweiler, in Pirmasens und zweimal in Thaleischweiler-Fröschen. Eine Woche zuvor hatten sie in Homburg, in Bexbach-Höchen sowie in Dudweiler und in Schiffweiler Tankstellen heimgesucht. Immer nach dem gleichen Muster. Das Gericht hörte alle überfallenen Opfer als Zeugen. Einige davon leiden heute noch unter den Überfällen und mussten psychotherapeutisch und ärztlich behandelt werden. Eine 40-jährige Kassiererin steckte die Überfälle gut weg. Sie machte gleich zwei Tage hintereinander mit dem Räuber in der Dudweiler Tankstelle Bekanntschaft, als dieser mit der Maske und dem Revolver die Tankstelle betrat und sie bedrohte. „Er trug eine Maske wie die Globalisierungsgegner bei ihren Demos“, sagte sie. „Im Dunkeln hat die weiße Maske was Gespenstisches“, ergänzte sie. Ein Ermittler schilderte, wie die Polizei den Räubern auf die Schliche kam. Nach dem Überfall im Kreis Neunkirchen hat ein Passant den 27-jährigen Räuber auf der Flucht aus der Tankstelle gesehen. Ein Phantombild wurde erstellt. Beim Überfall auf die Tankstelle in Hornbach sahen Zeugen einen Dacia als Fluchtauto. So gelang es den Ermittlern, die beiden Räuber zu identifizieren und nach ihrem letzten Coup, am 19. November, den 27-Jährigen bei seiner Flucht mit der Beute festzunehmen. Spezialkräfte der Polizei schnappten gleich noch den 33-Jährigen, der mit dem Fluchtauto auf seinen Kumpel wartete. In der ehemaligen Wohnung des 27-Jährigen in Homburg fanden die Ermittler die Maske und ein Handy. Das Handy wurde ausgewertet. Darauf fanden sich Chats über die Überfälle: „Ich habe das ganze Geld versoffen“, „Ich war im Spielcasino“, „Ich brauche Geld“. Und sie fanden Zeitungsartikel über die Überfälle.