Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Straße, Kanal, Wasser: Sanierungsarbeiten unter und über der Erde

Betroffen von den Sanierungsarbeiten sind die Straßen Am Weidengarten, Kämswiese und Am Niederborn in Rockenhausen.
Betroffen von den Sanierungsarbeiten sind die Straßen Am Weidengarten, Kämswiese und Am Niederborn in Rockenhausen.

Es ist ein großes Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Verbandsgemeinde mit einem Volumen von insgesamt rund zwei Millionen Euro: Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Straßen Am Weidengarten, Kämswiese und Am Niederborn in Rockenhausen werden auch Kanal- und Wasserleitungsarbeiten ausgeführt. Die Verantwortlichen haben das Projekt in einer Einwohnerversammlung vorgestellt – rund 50 Bürger sind gekommen.

Von Dieter Kaffenberger

Michael Cullmann, Bürgermeister der VG Nordpfälzer Land, zeigte sich erfreut über das rege Interesse. Auf den Punkt gebracht, sei die Verbandsgemeinde für alle Maßnahmen unter, die Stadt für die über der Erde zuständig. Stadtbürgermeister Michael Vettermann formulierte zwei Anliegen: eine rege Bürgerbeteiligung bei der Gestaltung der Maßnahmen sowie der Hinweis auf die Chance, sich bereits ein Leerrohr für späteres – bei entsprechendem Interesse – schnelles Internet bis ans Haus verlegen zu lassen.

Volker Schaak vom mit der Planung betrauten Ingenieurbüro Monzel-Bernhardt erläuterte, dass die Stadt für den Straßenausbau zuständig ist, während die Sanierung von Wasserleitung und Kanal in den Händen der VG-Werken liegen. Der Ausbau erfolgt auf einer Länge von 290 Metern und einer Fläche von 2890 Quadratmetern. Beide Kanaltypen – für Schmutz- und für Regenwasser – müssten erneuert und auch größer dimensioniert werden. Für das Schmutzwasser sind Rohre mit einem Durchmesser von 25 bis 30 Zentimeter und einer Gesamtlänge von etwa 270 Metern vorgesehen; die Anschlussleitungen werden bis an die Grundstücksgrenzen erneuert. Beim Regenwasserkanal sind auf eine Länge von 360 Metern deutlich größere Querschnitte von 30 bis 90 Zentimeter geplant. Für den Auslaufbereich in die Alsenz ist eine Neukonzeption vorgesehen. Die Wasserleitungen sind ebenfalls erneuerungsbedürftig. Veranschlagt sind etwa 300 Meter Länge bei einem Durchmesser von zehn bis 15 Zentimeter.

Mit und ohne Bürgersteig

Die Straße Am Weidengarten wird auf einer Länge von 140 Metern ausgebaut. Die Fahrbahn ist 5,50 Meter breit, die Gehwege sind mit Rundbordsteinen abgegrenzt und werden mit Betonsteinpflaster versehen. Am Straßenrand sind sowohl markierte Stellplätze als auch Bäume vorgesehen. Für die Kämswiese und Am Niederborn ist ein Ausbau im sogenannten Mischungsprinzip vorgesehen, das heißt es gibt eine gemeinsame, zirka neun Meter Breite Verkehrsfläche für Fahrzeuge und Fußgänger. In der Mitte befindet sich eine Muldenrinne (50 Zentimeter breit) für das abfließende Wasser. Die gesamte Straßenoberfläche soll mit Betonsteinpflaster befestigt werden. Baumpflanzungen und Stellplätze sollen für einen „Wohnstraßencharakter“ sorgen. Auf die Frage von Vettermann ans Publikum: „Sind mehr Bäume oder mehr Parkplätze gewünscht?“ war eher eine Tendenz zu mehr Parkplätzen erkennbar.

Die Ausschreibung der Gewerke ist für September, die Vergabe für Oktober diesen Jahres vorgesehen. Ende Oktober könnte Baubeginn sein. Bis Dezember 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Veranschlagt sind Kosten von 810.000 Euro für den Straßenbau, 375.000 Euro für die Wasserleitungen und 90.000 Euro für den Kanal – insgesamt 2,085 Millionen Euro.

Beitragszahlung in drei Raten

Die kaufmännische VG-Werkleiterin Elke Dahl informierte über die Beitragserhebung und erläuterte dabei die Unterschiede zwischen Einmaligen Beiträgen, Wiederkehrenden Beiträgen sowie Benutzungsgebühren. In den kommenden Wochen gehen den Grundstückseigentümern sogenannte „Unverbindliche Unterrichtungen“ zu, aus denen sie die voraussichtliche Höhe der Vorausleistungen ersehen können. Die Bescheide selbst werden erst mit Beginn der Baumaßnahmen verschickt, die Raten werden nach drei, sechs und neun Monaten fällig.

Anhand eines Beispiels machte Dahl deutlich, dass der Inhaber eines 600 Quadratmeter großen Grundstücks einen Einmalbetrag von 3290 Euro für das Schmutzwasser und von 2440 Euro für das Leitungswasser zu zahlen hat. Wer dies nicht erbringen kann, für den ist ein Aufschub oder eine Zahlung in kleineren Raten möglich. Cullmann versicherte den Anwesenden, dass sich die Verwaltung gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie um individuelle und gerechte Lösungen bemühe.

VG-Bauamtsleiter Michael Groß ergänzte, dass die Wiederherstellung der Straße nicht direkt nach den Tiefbauarbeiten erfolgen muss. Dadurch verringere sich der Betrag um zirka 50.000 auf 760.000 Euro. Dieser muss von allen Grundstückseigentümern in Rockenhausen übernommen werden. Der Richtwert beträgt 0,36 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche.

Von der Möglichkeit, Fragen zu stellen, machten die Besucher wenig Gebrauch. Die Nachfrage, ob die deutlich größer dimensionierten Abwasserleitungen eine Rückstauschutzklappe für das Haus notwendig machen, wurde mit dem Hinweis beantwortet, dass diese sogar verpflichtend sei, um Wasser im Keller zu vermeiden. Andere wollten Details über den örtlich-zeitlichen Ablauf der Arbeiten sowie die Erneuerung der Hausanschlüsse wissen.

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