Fußball
Steinbach ärgert das stärkste Team der Liga lange
Was wäre passiert, wenn in der vierten Minute der Pfosten nicht im Weg gestanden wäre? „Das frühe Tor hätte die Statik schon ein bisschen verändert. Es hätte uns schon extrem in die Karten gespielt“, sagte Daniel Ghoul, Spielertrainer der Donnersberg-Elf. Die war ganz nah dran am 0:1 in Mechtersheim. TuS Torwart Sören Pätzold war – mal wieder – beim Versuch, einen langen Ball zu schlagen weggerutscht, der Ball landete genau auf dem Fuß von Lorenzo Hernandez, der aus 40 Metern den Lupfer an den rechten Pfosten setzte (4.). Steinbachs Kapitän Felix Metzinger wollte nicht orakeln, wie dieses Tor den Fortgang der Partie beeinflusst hätte: „Mechtersheim ist gut genug, um das Spiel dann auch noch zu drehen, aber wir hätten dann schon noch andere Möglichkeiten gehabt. Geholfen hätte es uns schon.“
Durchatmen beim TuS Mechtersheim, der dann einen Strafstoß brauchte, um selbst richtig im Spiel anzukommen. Can Güney wurde von einem wegrutschenden Steinbacher getroffen, Andrew Wooten versenkte das unstrittige Geschenk sicher (13.). Nun gab der heimische TuS klar den Ton an, drängte die Gäste meist weit in deren Hälfte. Ausgerechnet die erste Ecke Steinbachs war Ausgangspunkt für das 2:0. Den geklärten Ball nahm der starke Lion Schubach auf, leitete ihn nach einem kurzen Sprint nach rechts auf den durchstartenden Aleksandar Biedermann weiter, der unwiderstehlich aus rund 16 Metern abschloss (27.).
Zwei Fehler, zwei Gegentore
„Mechtersheim macht es mit Ball schon gut. Aber beide Tore entstehen aus unseren Fehlern. Beim 2:0 müssen wir einfach nur ein Foul ziehen“, beklagte Ghoul nicht nur seine Personalsituation mit vielen Ausfällen, sondern auch das Agieren der Notelf.
Er selbst rückte vor 159 Zuschauern kurz vor der Pause in den Blickpunkt, als er mit Pätzold zusammenprallte, der Keeper liegenblieb, sich sofort ein Rudel bildete. Gelb für Ghoul, der meinte: „Er hat da aus wenig sehr viel gemacht.“
Nach der Pause agierte Mechtersheim lange souverän, Schubach fehlte bei einer Großchance der linke Fuß (52.), Nico Pantano traf nach guter Güney-Hereingabe in Rücklage nur den Pfosten (58.), ehe Schubach in letzter Sekunde beim Abschluss zur Ecke geblockt wurde (63.). Mit der Hereinnahme von Talha Baylan wurde die Vorentscheidung herbeigeführt, denn sein erster Ballkontakt war ein Flankenlauf, mit dem er Biedermann fand. Der bullige Stürmer hatte keine Mühe, in der Mitte zum 3:0 einzunetzen (72.).
Der Tabellenführer schwächelt
Zu null spielen, das ist aktuell nicht die große Stärke des Tabellenführers, der nachließ. Steinbach kam zunächst durch einen von Ricki Schander verwandelten Handelfmeter zum 3:1 (78.), dann zu Übergewicht. Der Favorit wackelte kurz und wäre vielleicht gefallen, wenn der Ball nach einer Steinbacher Ecke nicht nur im Gewühl irgendwie ins Mechtersheimer Tor gelangt wäre, sondern der Treffer auch gezählt hätte (81.). „Da hat wohl nur der Schiri exklusiv ein Foul gesehen“, ärgerte sich Ghoul über das Spielpech: „Der Torwart macht es clever, weil er schreit.“
Während sein Gegenüber Daniel Evrard ein klares Foul an Pätzold bestätigte, „auch wenn es die Fünfmeterraum-Regel nicht mehr gibt, er hat keine Chance auf den Ball, springt in den Mann“. Zuvor hatte der eingewechselte Cedrik Fischer noch zwei Chancen für Steinbach vergeben, scheiterte dabei einmal an der Latte (76.).
Metzinger zollte in seinem ersten Interview überhaupt, wie er anmerkte, Respekt an seine Mannschaft, „die mit so vielen Ausfällen nach dem 3:1 noch so Gas gegeben hat, noch zurückgekommen ist gegen diese Übermannschaft. Das ist ein Riesenpunkt für uns.“
Ein verdienter Sieg
So fiel der Sieg durch den Treffer von Baylan etwas deutlicher aus, als es zwischenzeitlich kurz wirkte. Er schoss den von Gästetorwart Milan Junghans abgewehrten Fallrückzieher des eingewechselten Rinor Berisha aus dem Rückraum zum 4:1 ein (83.). Verdient war der Sieg allemal, wegen der Chancen, beispielsweise den Lattentreffer von Marc Barisic (90.+2), ehe sich Evrard bei der letzten Offensivaktion, einer Mehrfachchance, am Knie verletzte. Lob hatte der Trainer für Joker Baylan, der das Spiel entschieden hatte: „Das ist ein enorm guter Junge, der bei jedem Verbandsligisten Stammspieler wäre. Bei uns hat er Pech, dass die Stammelf so gut funktioniert. Wenn er reinkommt, dann ist er dafür da, die Spiele zu entscheiden.“
Nach der Pleite beim laut Tabelle und auch der Einschätzung von Ghoul „stärksten Team der Liga“ rutschte Steinbach wieder auf Platz 16 der Tabelle ab.