Rockenhausen
So könnte es im Schlosshotel weitergehen
Ganz weit oben auf der Agenda der Stadt Rockenhausen steht nach wie vor die Zukunft des Schlosshotels. Zwei Bewerber haben ihre Pläne nochmals konkret dem Stadtrat vorgestellt und ihre Pläne erläutert. Anna Schreiber plant weiterhin, das Hotel-Restaurant als Inklusionsbetrieb zu realisieren. Vasileios Ntemiris aus Emmelshausen möchte gerne zum Hotelbetrieb ein griechisches Restaurant etablieren. Zwei weitere Interessentinnen hatten zudem bei der Stadt angeklopft, sich zuletzt aber nicht mehr gemeldet.
Stadtbürgermeister Michael Vettermann (FDP) hatte damit gerechnet, dass zur Ratssitzung sogar drei Konzepte vorgestellt werden würden. Denn eine der neuen Interessentinnen wollte ihre Pläne ebenfalls präsentieren – sie kam aber nicht. Im Gegensatz zu Anna Schreiber und Vasileios Ntemiris. Erstere war schon einmal im Rat vorstellig geworden, hat ihre Ideen seitdem aber noch ausgearbeitet. Im Kern bleibt Schreibers Konzept gleich.
Wunsch: Im ersten Jahr keine Pacht
Sie würde aus dem Schlosshotel gerne einen „Ort der Begegnung für die Stadt Rockenhausen“ machen, wie sie erklärte. Sie möchte einen Inklusionsbetrieb aufbauen, würde ihren Mitarbeitern dann jeweils eine Küchenleitung, eine Hotelleitung und eine Sozialassistenz zur Seite stellen, eventuell auch eine Geschäftsführung. Im Schlosshotel sollen dann auch Seminare, Tagungen, Hochzeiten und Events möglich sein. „Es soll in der Woche zwei Ruhetage geben, ansonsten wollen wir täglich Tapas-Küche mit mediterranem Einschlag anbieten“, erläuterte Schreiber. Bevor sie starten könne, seien allerdings erheblich Investitionen nötig. 1,5 Millionen Euro – mitunter durch Fördergeld für Inklusionsbetriebe – möchte sie in die Renovierung der Zimmer und des Hotels fließen lassen. Zudem erhofft sie sich als Pächterin, dass die Stadt noch in das beschädigte Dach und andere Baustellen investiert. Etwa sechs bis acht Monate Arbeitszeit erwartet sie, ehe sie wirklich starten könne. Nach einem Jahr ohne Pacht sei sie bereit, im zweiten Jahr dann gegebenenfalls die Pacht an den Umsatz zu koppeln. „Da wäre ich in jedem Fall offen für weitere Gespräche“, sagte Schreiber.
Vasileios Ntemiris reiste aus Emmelshausen im Rhein-Hunsrück-Kreis an, wo er mit seiner Familie das Restaurant Mykonos führt. Das Konzept von dort will er in Teilen auf Rockenhausen übertragen. „Wir sind eine große Familie“, sagte er. Entsprechend gebe es genügend Personal, um einen Teil auch fest dem Schlosshotel zuzuteilen. Ntemiris, der 40 Jahre Erfahrung in der Gastronomie mitbringt, würde auch recht schnell eröffnen wollen. Einen Monat Vorlaufzeit benötige er. „Die Zimmer sind schön. Ein paar Reparaturen und Ausbesserungen wären hier und da nötig“, sagte Ntemiris.
Auch Veranstaltungen im Schlosspark bewirten
Im Odenwald habe er früher bereits ein Hotel in ähnlicher Größe betrieben, wisse demnach, was auf ihn zukommt. Da die Familie in Emmelshausen eine angrenzende Veranstaltungshalle mit bis zu 400 Personen Kapazität mitbetreut, sieht sich Ntemiris auch in der Lage, Veranstaltungen im Schlosspark zu bewirten. „Personal bringen wir mit und suchen dann eben noch Menschen von hier, die gerne arbeiten wollen“, gab er sich entspannt. Es werde nicht an den nötigen Servicekräften für dieses Vorhaben mangeln. Pacht würde Ntemiris von Beginn an zahlen wollen.
Der Stadtrat beriet sich im Anschluss noch im nicht-öffentlichen Teil über die beiden Bewerber. „Wir sind auch weiter an der Sache dran“, betonte Stadtbürgermeister Vettermann nun nochmals. Noch hoffe er auf Rückmeldungen der beiden neuen Interessentinnen. In der nächsten Ratssitzung soll das Thema dann erneut diskutiert werden.