Donnersbergkreis Singende Könige auf winterlichen Straßen

Früher wurde mit Kreide geschrieben, heute wird auch schon mal ein Aufkleber an die Tür geklebt. Der Segen ist aber noch der alte: Mit „20*C+M+B+15“ werden die Sternsinger sich zu Beginn des neuen Jahres über den Eingängen der Nordpfälzer Häuser verewigen. Ab Freitag machen sich die Kinder auf den Weg.
„Immer mehr Leute wollen besucht werden“, sagt Tanja Rieger, Katholische Gemeindereferentin in Rockenhausen auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Dort klingeln die Sternsinger nicht an jeder Tür, sondern erst einmal an den Stellen, wo ein katholisches Gemeindemitglied wohnt – und bei denen, die sich vorher dafür anmelden. Mehr Menschen mit Vorfreude auf Caspar, Melchior und Balthasar stehen in der Stadt Rockenhausen und Umgebung immer weniger Kinder gegenüber, die sich auf den Weg machen. „Früher hat das dazu gehört“, sagt Rieger. Vor allem in kleinen Gemeinden werden es immer weniger Freiwillige. Dabei dürfte es an Motivation nicht mangeln. Die Kinder sind gemeinschaftlich in Gruppen unterwegs, und „es gibt immer noch wahnsinnig viele Süßigkeiten für die Sternsinger“, so Rieger. Rund 50 Kinder werden sich in Rockenhausen in den Straßen verteilen. Dort singen sie, tragen Sprüche vor und bitten um Spenden für einen wohltätigen Zweck. „Man darf das nicht unterschätzen“, sagt Rieger und berichtet von den mehrstündigen Touren, die die kleinen „Könige“ zwischen sechs und 18 Jahren zurücklegen. Das kann auch Gabriele Heinz, Gemeindereferentin beim Katholischen Pfarramt Winnweiler, bestätigen. Bis zur nächsten Pause seien die Grüppchen oft zwei bis drei Stunden unterwegs. Ein weiter Weg für kleine Kinderfüße. Wie viel an den Haustüren gesungen wird, sei übrigens witterungsabhängig, sagt sie und lacht. Für diesmal fällt die Prognose eher frostig aus. Dennoch machen sich auch in Winnweiler, Imsbach und Falkenstein insgesamt über 40 Kinder auf den Weg, wie Heinz vorab schätzt. Das gesammelte Geld wird zentral an das Kindermissionswerk in Aachen gegeben. Von dort aus kommt es unter dem Jahresmotto 2015 „Segen bringen, Segen sein“ gesunder Ernährung für Kinder in aller Welt zugute. Gabriele Heinz berichtet von jungen „Weisen aus dem Morgenland“, die mit fünf Jahren das erste Mal gemeinsam mit ihren Eltern dabei waren und die heute noch immer begeistert mitlaufen. Von den Winnweilerer Drittklässlern in der Kommunionsvorbereitung erwarte sie, zumindest eine Straße zu begleiten. Viel Spaß mache den Kindern dabei vor allem die Gemeinschaft und die gemeinsame Mittagspause. Denn in Winnweiler gibt’s als Belohnung für den weiten Weg warmen Tee und ein Mittagessen. (rxs)