Donnersbergkreis Schneller Salifu, kreativer Kubiak
«KIRCHHEIMBOLANDEN/ROCKENHAUSEN.» Erfolgreicher Rückrundenauftakt für die nordpfälzischen Korbjäger in der Basketball-Landesliga: Dem BBC Fastbreakers Rockenhausen gelang am Sonntagabend mit 81:53 (41:11) die Revanche für die bittere Auftaktpleite gegen den TV Oppenheim. Auch der TV Kirchheimbolanden drehte im zweiten Saisonduell gegen die Regionalliga-Reserve des TV Bad Bergzabern mit 92:83 (44:36) den Spieß um.
Beide Donnersberg-Klubs gewannen mit den im Vergleich zu den Hinspielniederlagen höheren Rückspielsiegen jeweils den direkten Vergleich. Zumindest für den TVK könnte das in der Endabrechnung von besonderer Bedeutung sein. Am Wochenende jedenfalls gelang es der Truppe um Trainerin Eva Krause-Lott, in der Tabelle vorerst an Bad Bergzabern vorbeizuziehen und sich Platz drei zu sichern. Der TVK startete mit guter Trefferquote und ergriff von Anpfiff an die Initiative. 23:18 stand es nach dem ersten Viertel, danach gaben die Krause-Lott-Schützlinge den Vorsprung nicht mehr her, auch wenn es phasenweise noch sehr eng wurde – wie in der letzten Minute beim Stand von 87:83. Acht Punkte betrug die Führung zur Halbzeit, sieben Zähler nach dem dritten Durchgang. „Wenn wir Speed aufnahmen, richtig Tempo aufs Spielfeld brachten, dann punkteten wir einfach und oft. Doch wir trafen nicht immer richtige Entscheidungen, deshalb blieb auch Bergzabern bis zum Schluss im Spiel“, erklärte TVK-Coach Eva Krause-Lott. „Die meisten Rebounds gewannen wir, unterm Korb hatten wir die Hoheit. Mit schnellen Pässen, auch nach Ballgewinnen, schafften wir es, schnell von Abwehr auf Angriff umzuschalten und in Überzahlsituationen zu kommen.“ Zwei Akteure fielen bei dem gekonnten Fastbreak-Spiel besonders auf: Martin Kubiak, der mit tollen Pässen immer wieder seine Mitspieler kreativ in Szene setzte, und Kevin Salifu, der mit seiner enormen Antrittsschnelligkeit seinen Gegenspielern oft nur seinen Schatten zeigte und mit 22 Zählern zu den effektivsten TVK-Basketballern zählte. In Korblaune war auch Center Lukas Ruther, einmal mehr „Kibos“ erfolgreichster Werfer. Die Tiefe im TVK-Kader ist beeindruckend. Mit großer Ausgeglichenheit heizte der Turnverein seinem Namensvetter aus der Südpfalz 40 Minuten lang mächtig ein, ließ dem letztjährigen Vizemeister keine Gelegenheit, das Zepter zu übernehmen. Die stärkste Phase erwischten die Einheimischen Mitte des zweiten Viertels, als sie mit einer spektakulären 18:2-Serie auf 42:24 (15.) davonzogen – die Basis für den späteren Erfolg. „Vor der Halbzeit hätten wir eigentlich bereits die Entscheidung erzielen können, doch mit vielen vergebenen Freiwürfen bauten wir Bergzabern wieder auf, ließen den TVB noch vor dem Seitenwechsel wieder auf Tuchfühlung herankommen“, sagte Krause-Lott. „Wir probierten verschiedene Defensivvarianten, keine klappte richtig gut. Insgesamt waren elf Drei-Punkte-Treffer von Bergzabern einfach zu viele.“ Keine Spannung gab es auf der anderen Seite des Donnersberges. „Völlig untypisch war das erste Viertel. Meist kommen wir erst im zweiten Teilabschnitt auf Touren. Gegen den TV Oppenheim hat dies gleich zu Beginn geklappt“, sagte BBC-Kapitän Jürgen Manz. „Wer dieses Spiel sah, kann eigentlich nicht verstehen, wie wir im Hinspiel einen so deutlichen Halbzeitvorsprung noch verspielen konnten.“ Die Fastbreakers waren haushoch überlegen und legten ein Höllentempo vom ersten Sprungball an auf das Parkett. Den Frust von der Saisonauftaktpleite wollte sich jeder im BBC-Team möglichst schnell von der Seele schießen. Und das gelang Rockenhausen eindrucksvoll: Nach zehn Minuten stand es bereits 25:6, zur Halbzeit 41:11 – zwei Teams, zwei Welten. Die Rheinhessen fanden keine Mittel, verloren früh gegen die defensiv aggressiv in die Zweikämpfe gehenden Nordpfälzer reihenweise Zweikämpfe und Bälle. Rockenhausen dagegen nutzte diese Vorteile rigoros aus. Mit blitzschnellem Umschaltspiel rollte ein Fastbreak nach dem anderen auf den Oppenheimer Korb. Der Name der Fastbreakers war am Sonntagabend in der Donnersberghalle Programm. Mit 33 Punkten Differenz führte der Basketballclub bereits zur Pause – die Lehrstunde glich einem lockeren Trainingsspielchen. „Da war früh die Luft heraus“, meinte Manz. „Nach dem Seitenwechsel gab es eigentlich nur noch ein einziges Gedattel. Die zweite Hälfte verloren wir sogar knapp. Doch dieses Mal brannte nichts mehr an, wir hielten den sicheren Vorsprung in den Händen.“ So spielten sie TV Kirchheimbolanden: Ruther (25 Punkte), Salifu (22), Radloff (13), Kubiak (11), Braun (9), Vatter (5), Noll (5), Strock (2), Götter, Dreyer, Bauer. BBC Rockennhausen: Caldwell (20), Hardin (12), Tanner (11), Anderson (10), Manz (9), Murray (8), Hollmann (7), Turner (4).