Handball
Saisonbilanz: Ein wichtiges und schwieriges Jahr für die HR-Herren
Nachdem die Saison 2019/20 vorzeitig abgebrochen wurde und die darauffolgende Spielzeit sogar komplett ausfiel, standen die Spiele in der Saison 2021/22 im Zeichen der Corona-Pandemie. Nachdem die HR den Aufstieg in die neue Bezirksliga als Tabellenzweiter der Kreisklasse A bereits sicher hatten, bot sich unverhofft die Möglichkeit über Aufstiegsspiele sogar gleich zwei Ligen höher in die Verbandsliga aufzusteigen. Letztlich bleibt die Qualifikation für die neue Bezirksliga und die Gewissheit sich als Mannschaft weiterentwickelt zu haben.
Es war das letzte Heimspiel der Saison am 3. April gegen die TG Waldsee II. Mit einem Sieg wären die „Nordpfälzer Wölfe“ Meister der A-Klasse geworden. Allerdings konnte die HR an diesem Abend nicht ihr Potenzial abrufen, unterlag dem Gegner und konnte „nur“ die Vize-Meisterschaft hinter der SG Lambsheim/Frankenthal feiern. Mit dem Meistertitel in der Hand wäre ihnen eventuell der direkte Aufstieg in die Verbandsliga geglückt. So gab es die Aufstiegsspiele gegen die HSG Dudenhofen/Schifferstadt II, die sie als Tabellenzweiter spielen mussten. Nach einem desaströsen Hinspiel, das die HR auswärts mit 27:39 verlor, schnupperten sie im Rückspiel beim 27:20-Sieg nach starker Leistung an einer Überraschung, mussten sich in der Endabrechnung aber knapp geschlagen geben. Somit spielen sie in der kommenden Runde in der neu eingeführten Bezirksliga.
Entwicklung wichtiger als das Ergebnis
Wirklich unzufrieden ist bei den „Wölfen“ trotz der vergebenen Chance aber niemand, wie Trainer Johannes Finck betont: „Es gibt keine Enttäuschung über den Ausgang der Relegation. Gerade das Rückspiel und die seit über zwei Jahren mal wieder tolle Publikumsresonanz, inklusive toller Stimmung, nimmt die Mannschaft als Motivation mit.“ Vielmehr legt der Übungsleiter großen Wert auf die individuelle Entwicklung der Spieler. „Nach den beiden Abstiegen aus der Pfalzliga in die A-Klasse war es uns im Trainerteam wichtig, wieder eine Struktur in Angriff und Abwehr zu entwickeln“, meint Finck.
Diese Arbeit sei durch das coronabedingte Aussetzen von fast zwei Spielzeiten erheblich erschwert worden. „Pandemiebedingt konnten wir auch keine Vorbereitungsspiele vor der Runde absolvieren. Somit war klar, dass wir die Vorrunde zum Einspielen benötigen werden. Dabei stand mehr der Spaß beim Spiel und weniger die athletische Entwicklung im Vordergrund“, sagt Finck.
In der Rückrunde aufgetrumpft
Die Zahlen bestätigen diese These. Lag die HR nach der Hinrunde mit 10:6 Punkten noch auf Rang vier, waren die „Wölfe“ in der Rückrunde mit nur einer einzigen Niederlage gegen Waldsee, die letztlich die Meisterschaft kostete, das beste Team der Liga. Dass es Johannes Finck und seinem Co-Trainer Andreas Knecht so schnell gelingen würde, die HR zu stabilisieren, war nicht unbedingt zu erwarten, da die beiden Haupttorschützen nicht mehr zur Verfügung standen. Marc Kuhn wechselte nach Kaiserslautern und Felix Selz absolvierte ein Auslandssemester. Letzterer war nur bei einem Saisonspiel dabei und zeigte mit sieben Treffern im Hinspiel der Aufstiegsspiele wie wichtig er für das Team ist.
Die Mannschaft wächst zusammen
Mit den A-Jugendlichen Jonas Griebe, Magnus Dhom und Tyler Franck konnten sich drei Talente im Aktivenbereich etablieren. In Eric Bolomsky hatten sie einen oberligaerfahrenen Führungsspieler, dessen Verbleib lange unsicher war. „Auch das war ein weiterer Faktor unserer positiven Entwicklung“, verdeutlicht Finck. Für den Coach zeigt sich die Weiterentwicklung besonders im spielerischen, aber auch im menschlichen Bereich. „Wir sind mehr und mehr zu einer Einheit geworden. Die Spieler verstehen langsam, wie notwendig es ist, miteinander zu kommunizieren und sich an einen Matchplan zu halten“, freut sich Finck und hofft, dass das Ende der Entwicklung noch nicht erreicht ist.
Für die kommende Runde wünscht er sich eine normale und störungsfreie Vorbereitung. Ein Trainingslager ist dafür schon geplant und gebucht. „Jeder Einzelne weiß, dass er konstanter seine Leistung bringen und sich noch steigern kann. Aber das ist nur durch Training zu erarbeiten“, formuliert Finck seine Ansprüche an seine Spieler. Zu- oder Abgänge für den Bezirksligisten stehen bisher noch nicht fest. „Bis Rundenbeginn kann sich ja aber noch das ein oder andere ändern“, sagt der Trainer.
Die HR in der Saison 2021/22
Dimitri Kerber (18 Spiele/53 Tore), Max Junghanß (18/44), Lukas Frey (18/1), Niclas Burton (17/80), Elias Burton (17/34), Erek Heinz (16/91), Samuel Boger (16/63), Alexander Drude (16/48), Tarek Franck (16/33), Daniel Griebe (14/0), Eric Bolomsky (13/40), Jonas Griebe (13/0), Magnus Dhom (9/7), Yannick Boger (7/0), Leon Boger (5/9), Gunther Hogfrede (5/0), Lukas Hartelt (4/4), Philipp Kullmann (4/3), Reinhold Weber (4/3), Stefan Herzog (4/2), Matthias Stoverock (3/5), Marco Besch (2/2), Martin Schaab (2/0), Felix Selz (1/7), Peter Helges (1/1), Jannik Obenauer (1/0).