Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Rockenhausen: „Weinbrunnen“ und Fassanstich zum 70. Herbstfest

Erfreute sich früher großer Beliebtheit: der „Weinbrunnen“ am Schloss, in der Nähe des bis 1999 auf dem Rognacplatz stehenden Fe
Erfreute sich früher großer Beliebtheit: der »Weinbrunnen« am Schloss, in der Nähe des bis 1999 auf dem Rognacplatz stehenden Festzeltes. Dieses Jahr wird es wieder einen zentralen Weinausschank im Schlosspark geben, allerdings weiter »unten« vor der Bühne. Die Aufnahme stammt aus den 1970er oder 80er Jahren.

Das Nordpfälzer Herbstfest feiert 70. Jubiläum – mit altbekannten Elementen, aber auch Neuerungen. Von Freitag bis Montag wird musikalisch, kulinarisch, kulturell und sportlich jede Menge geboten. Von A(lkoholverbot) bis Z(elt) haben wir wichtige Fragen und Antworten zusammengestellt.

Was ist neu?

Zum 70. Herbstfest-Geburtstag lässt die Stadt zusammen mit dem Hotel am Schloss eine gute alte Tradition wieder aufleben: den „Weinbrunnen“ im Schlosspark. Dieser war, so lange das Festzelt auf dem Rognacplatz stand, stets dicht umlagert – mit dem Zelt-Umzug in die Brühlgasse im Jahr 2000 ging das Interesse an dem einst so beliebten „Woiständche“ mehr und mehr zurück, ehe es 2006 vom Weindorf abgelöst wurde. Nun ist ein Nachfolger in Sicht: Auf der Rasenfläche vor der Schlosspark-Bühne wird ein zentraler Ausschank mit Rebensäften der auch im Zelt vertretenen Winzer errichtet. Sitzmöglichkeiten bieten vier (außen offene) Pagodenzelte, die sternförmig angeordnet werden.

Zwei Änderungen betreffen den Montag im Festzelt: Erstmals wird es um 10 Uhr einen Fassanstich mit dem Winnweilerer Brauerei-Chef Sven Bischoff geben. Nicht neu, sondern nach längerer Pause „recycelt“ ist die Idee musikalischer Begleitung am Nachmittag: Ab 14 Uhr heizt Alleinunterhalter Kalli Koppold die Stimmung an.

Jubiläum feiert auch der Basketballclub Fastbreakers mit seinem 10. Entenrennen auf der Alsenz. Das eigentliche Spektakel (Beginn 15.30 Uhr, Damian-Kreichgauer-Brücke; zuvor findet um 14.30 Uhr ein Sponsorenlauf statt) mit den 1000 Plastikenten wird daher von zusätzlichen Attraktionen bereichert: Ab 13.30 Uhr und auch nach dem Rennen gibt es auf dem Gelände am Rathaus spezielle Angebote für Kinder – allen voran einen „Eventpool“ mit Laufbällen.

Etwas einfallen lassen haben sich auch die Schausteller auf dem Kerweplatz, der von Freitag, 17 Uhr, bis Montagabend geöffnet hat: Am Samstag von 13 bis 14.30 Uhr locken die Betreiber mit einer „Familienaktion“. Eine weitere Premiere ist der Malwettbewerb für Kinder, mit dem die „Herbstfestfreunde“ – die unter anderem finanziell zum Feuerwerk beitragen und die Prämierung der schönsten Motive des Festumzugs sponsern – ein neues Logo für die beliebten Ansteck-Buttons suchen. Ausgezeichnet werden die Gewinner des Malwettbewerbs am Sonntag, 17.30 Uhr, im Festzelt, parallel zur Umzugs-Prämierung.

Wie sieht’s mit der Sicherheit aus?

Als „stimmig und im Ergebnis gut aufgegangen“ bezeichnet Matthias Ankner, Leiter der Polizeiinspektion Rockenhausen, das Sicherheitskonzept der vergangenen Jahre. Grund für größere Veränderungen gebe es daher nicht. Ein Eckpfeiler sei dabei, gerade am Samstag- und Montagabend auf dem Festplatz Präsenz zu zeigen. „Hier arbeiten wir eng mit dem Ordnungsamt der Verbandsgemeinde und dem Security-Dienst zusammen“, sagte Ankner im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Ebenfalls bewährt hat sich das erstmals 2008 von der VG über das Fest verhängte Alkoholverbot – in der Verwaltungssprache als Allgemeinverfügung bezeichnet – rund um den Festplatz und den angrenzenden Straßen. Damit soll auch „der Effekt verhindert werden, den wir ja von allen größeren Festen kennen: das sogenannte Vorglühen, bei dem sich Jugendliche an Tankstellen oder Supermärkten mit alkoholischen Getränken eindecken und diesen vor Besuch der eigentlichen Veranstaltung konsumieren“, so der PI-Chef. Zudem habe das Ordnungsamt das Gespräch mit den Geschäftsleuten gesucht, einige werden an diesem Abend wohl auf den Verkauf von Alkoholika verzichten. Im Zelt setze das Ordnungsamt zum Einhalten des Jugendschutzes wieder auf farbige Bändchen für die verschiedenen Altersstufen. Personell ist die Rockenhausener Polizei laut Ankner während des Herbstfests gut aufgestellt und habe zusätzliche Kräfte im Einsatz, „sowohl aus unserer Inspektion als auch von anderen Dienststellen unseres Direktionsbereiches“.

Was kostet, was nicht?

20 Euro beträgt am Freitag ab 19 Uhr in der Donnersberghalle der Eintritt für die Weinverkostung, die wieder auf das in den Vorjahren erfolgreiche Konzept mit einem verkürzten offiziellen Teil und mehr Zeit für individuelles Probieren setzt. Bislang sind rund 300 Karten verkauft – Tickets gibt es noch im Rathaus, Zimmer 22, Reservierungen sind auch unter Telefon 06361 451-231 möglich. Wer am Samstagabend im Festzelt die Party-Band „Allgäu-Power“ erleben will, zahlt zehn Euro. Für den Triathlon der VT Rockenhausen (Start Samstag, 10 Uhr, Stadion Obermühle; Infos: www.triathlon-vt-rockenhausen.de) wird eine Teilnahmegebühr von 25 Euro für Einzelstarter und 60 Euro für Teams erhoben. Ein Ticket fürs Entenrennen kostet 2,50 Euro. Der Vorverkauf findet am Freitag, 10 bis 16 Uhr auf dem Marktplatz und von 14 bis 16 Uhr auf dem Edeka-Parkplatz, sowie am Samstag, 10 bis 14 Uhr, an der VG-Verwaltung statt. Freier Eintritt ist am Freitag, 20 Uhr, bei „Rock im Schlosspark“, am Sonntag und Montag im Festzelt sowie an allen drei Tagen im Weindorf (siehe „Zur Sache“).

Wo spielt die Musik?

Vor allem Jüngere wird es vermutlich am Freitagabend in den Schlosspark ziehen: Dort spielen das Indie-Rock-Duo „The Black Lane“ aus Kaiserslautern und die „Grapevine Babies“ – eine Funkband aus Rijeka nahe der kroatischen Insel Krk, Partnerstadt von Rockenhausen. Die Bewirtung an diesem Abend übernimmt der FV Rockenhausen. Die Weinverkostung am Freitag begleitet die „Herrenkombo“, eine Marchingband aus Freinsheim. Im Weindorf unterhält am Samstag das „Wandertrio“ mit Stücken „von Volks- bis Filmmusik, gemischt mit knackigem Jazz und scharfen Funk“. Zeitgleich wird im Festzelt die Post abgehen mit „Allgäu Power“, die laut Ankündigung Volks-Party-Musik bieten. Am Sonntag unterhalten ab 15 Uhr im Schlosspark Showtanzgruppen der VTR und des Karnevalvereins Rohau, ab 15.30 Uhr geben im Festzelt mit den Ensembles aus Reipoltskirchen, Winnweiler und Lauterecken traditionell Musikvereine den Ton an. Nach Kalli Koppold wird die Gesangvereinskapelle Rockenhausen am Abend das Zelt sicher wieder zum Beben bringen – längst ist der Montag für viele der „Haupt-Herbstfest-Feiertag“.

Was sind die Besucher-Magnete?

Größter Anziehungspunkt ist wie gewohnt der Festumzug am Sonntag. Bislang haben rund 65 „Nummern“ ihre Teilnahme angemeldet – vielleicht wird ja passend zum Jubiläum die 70er Marke noch geknackt. Der Lindwurm startet um 13.30 Uhr in der Bezirksamtsstraße, schlängelt sich dann vorbei am Rathaus und über die Alsenzbrücke (Alte Post) durch die Innenstadt. Über die Kreuznacher Straße geht es am Amtsgericht in die Wiesenstraße, wo sich der Zug auflöst.

Besuchermagnete sind ferner Triathlon und Entenrennen am Samstag sowie das Höhenfeuerwerk am Montag ab 21 Uhr; am Sonntag von 13 bis 18 Uhr laden zudem die Händler im Stadtkern zum verkaufsoffenen Sonntag ein. Treffpunkte über das gesamte Fest sind das Weindorf beim Hotel am Schloss und natürlich das Festzelt.

Wo schmeckt’s?

Das Zelt ist zugleich Dreh- und Angelpunkt des kulinarischen Angebots. Am Werk ist ein eingespieltes Team: Seit 2012 bewirten der Feuerwehrförderverein und der Basketballclub Fastbreakers die Gäste – dafür erbringen sie insgesamt rund 1600 Helferstunden. Nur kleinere Speisen gibt es am „Party-Samstag“. Sonntag und vor allem Montag stehen dann die beliebten Klassiker auf der Speisekarte – von Matjes und Wurstsalat mit Bratkartoffeln über „Lewwerknepp“ und Rindfleischsalat bis hin zu Schnitzel-Variationen. Zudem wird eine „Jubiläumsbratwurst“ (vom Wildschwein) angeboten. Mit Ständen im Zelt vertreten sind die Weingüter Barth, Keller, Weinkollektiv (ehemals Lötzbeyer), Lahm, Schmidt sowie Wolf & Guth. Kulinarisches offeriert zudem im Weindorf das Hotel am Schloss, das auch die Gäste der Weinprobe verköstigt. Eine „Nordpfälzer Marktzeile“ mit regionalen Produkten gibt es am Sonntag ab 11 Uhr an der Sparkasse Donnersberg. Fürs leibliche Wohl ist auch beim Entenrennen gesorgt.

Was gibt’s kulturell?

Für die kulturelle beziehungsweise historische Note am Herbstfest sorgt zum 38. Mal der Nordpfälzer Geschichtsverein mit seinem Symposion. Am Samstag, 14.30 Uhr, referiert Christian von Jörg in der Donnersberghalle zum Thema „Zeitgemäße Vegetationspflege sensibler Kulissen“ (siehe Lokalseite 6). Fotografien aus Krk gibt es an der Weinverkostung zu sehen. Die Museen haben geöffnet, Infos unter www.rockenhausen.de.

Wann und wo ist gesperrt?

Verkehrsbehinderungen und Sperrungen gibt es am Samstagvormittag im südlichen Stadtgebiet zwischen Schulzentrum/Stadion Obermühle und Zentrum wegen des Triathlons; am Samstagnachmittag wegen des Entenrennens in der Bezirksamts-/Kaiserslauterer Straße; am Sonntag in der Innenstadt und den angrenzenden Straßen wegen des Festumzugs.

Zur Sache: Kein Eintritt im Weindorf

Der Eintritt in Höhe von drei Euro, den Besucher des Weindorfs im Vorjahr erstmals am Samstag zahlen mussten, wird wieder aufgehoben. Das hat Stadtbürgermeister Michael Vettermann (FDP) im Stadtrat auf Anfrage von Christopher Cullmann (SDP) mitgeteilt. Als Begründung nannte Vettermann, dass die Betreiber des Hotels am Schloss einen Kostenzuschuss für die musikalische Unterhaltung im Weindorf zugesagt hätten – „aber nur, wenn es keinen Eintritt kostet, weil sie sich dann eine größere Resonanz erhoffen“. Unterm Strich käme die Stadt so finanziell besser weg. Der Stadtchef sagte außerdem zu, am Samstag „persönlich mit dem Hut herumzulaufen“ und Spenden zu sammeln. Timo Blümmert (SPD) erwiderte, er wünsche sich, dass Vettermann „dann im nächsten Jahr auch mit dem Hut durchs Festzelt läuft“. Dieser betonte, es sei ihm auch nicht recht, „dass das Zelt als einziges Eintritt kostet“.

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