Donnersbergkreis
Rockenhausen: Musikalische Reise um die Welt in der Sparkassen-Kundenhalle
Es war zugleich eine musikalische Zeit- und Weltreise am Mittwochabend in der Kundenhalle der Sparkasse Donnersberg in Rockenhausen: das Konzert des Violinisten János Oláh. Dazwischen gab es Einblicke in ein besonderes Projekt.
Der Mann mit der magischen Violine? „Das stimmt so nicht“, stellte der aus dem SWR-Fernsehen bekannte Moderator Holger Wienpahl mit Blick auf die Ankündigung des Konzertes klar – und fügte an: „Er hat magische Hände.“ Wer das Violinspiel des 1985 geborenen, extra aus Budapest angereisten Musikers beobachtete, wer die Leichtigkeit dabei sah, die Liebe zu diesem Instrument, der konnte tatsächlich zu dem Schluss kommen, dass da so etwas wie Magie in seinen Fingern ist.
Oláh stammt aus einer Künstlerfamilie, wurde früh von seiner Mutter gefördert. Ab dem siebten Lebensjahr besuchte er die Budapester Musikschule Antal Molnár, wechselte später auf das renommierte Béla Bartok Konservatorium. Nun ist er „in aller Welt unterwegs“, wie es Wienphal nannte. In Rockenhausen war nicht nur seine Managerin Brigitte Fröde-Hutz dabei, der er sogar ein eigenes Lied geschrieben hat, sondern auch sein Cousin Csaba Oláh Junior am Piano. Und die beiden harmonierten wunderbar.
Von Brahms bis Sinatra
Das Duo nahm die Besucher nicht nur mit auf eine Zeit-, sondern auch eine Weltreise. So kam Johannes Brahms genauso im Programm vor wie Frank Sinatra, die Besucher bekamen brasilianische Lebensfreude ebenso zu spüren wie das ungarische Temperament. Die weitere instrumentale Begleitung vom Band hätte Olàh dabei nicht gebraucht. Violine und Klavier, diese Kombination wirkte in der Kundenhalle mit der guten Akustik besonders. Dazu die Ausdrucksstärke des Mannes an der Violine, der schon mal spielend ins Publikum lief.
Garniert wurde das alles von der Moderation Holger Wienpahls – zu jedem Thema den passenden Ton treffend. Wienpahl moderierte jedes Lied an, erzählte Geschichten dazu. Der Moderator – ein Ass, das sich auch von einem streikenden Mikrofon nicht aus der Ruhe bringen ließ.
Etwas Nachhaltiges aufbauen
Und das die Besucher mit in das rheinland-pfälzische Partnerland Ruanda nahm. Aus gutem Grund: Gibt es doch in Rockenhausen ein „Leuchtturmprojekt“ mit jungen Menschen aus diesem Land. Die Idee dazu entstand 2014. Rema-Chef Reiner Rudolphi und seine Frau Nicole waren zu Besuch in Ruanda. „Wir haben uns direkt in das Land verliebt“, schwärmt Rudolphi noch heute. Und dass man in diesem Land sehr direkt miteinander umgehe, habe ihm als Unternehmer sehr gut gefallen.
So fiel eine Entscheidung: Jedes Jahr erhalten drei junge Ruander, darunter mindestens eine Frau, die Chance, Deutsch zu lernen und eine duale Berufsausbildung in dreieinhalb Jahren bei Rema zu absolvieren. Nach ihrer Ausbildung kehren sie in ihre Heimat zurück, wo aktuell ein Fertigungsbetrieb in Kigali entsteht. Dort sollen sie dann auch ihr in Deutschland erlerntes Wissen weitergeben. Ein Projekt, das rund 1,5 Millionen Euro in zehn Jahren kosten werde. „Für ein Unternehmen mit 70 Mitarbeitern eine steile Nummer“, wie Rudolphi erzählte. Doch das Geld sei hier nicht das Entscheidende. Mit „Machining for Rwanda's future“ will er etwas Nachhaltiges aufbauen.
Deutsche Pünktlichkeit beeindruckt
„Er ist der Beweis dafür, dass jeder einzelne die Welt ein bisschen besser machen kann“, sagte der Moderator. Auch hier passte Wienpahl wiederum wunderbar dazu – er ist mit Rudolphi befreundet und kennt das Projekt bestens. Vor kurzem hatte Wienpahl auch eine Laudatio auf Reiner Rudolphi gehalten, als dieser in Eisenberg mit dem Zukunftspreis des Vereins Zukunfts-Region Westpfalz (ZRW) ausgezeichnet worden ist.
Beim Konzert in Rockenhausen wurden Spenden gesammelt, mit denen der Firmenchef Kurzzeittrainings in Ruanda anbieten möchte. Mit Redemta und Aimable standen auch zwei junge Ruander dem Moderator Rede und Antwort. Die Sprache sei anfangs schon ein Problem gewesen, verriet Redemta. Was ihr am besten hier gefällt? „Die Ausbildung. Das duale System ist sehr gut. Und die Pünktlichkeit. Das kenne ich so nicht.“