Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Personelle Probleme: TuS Rüssingen steht plötzlich ohne Mannschaft da

Von den Rüssinger Spielern, die sich hier vor dem Verbandspokalspiel im August gegen Steinbach im Kreis einschwören, ist im komm
Von den Rüssinger Spielern, die sich hier vor dem Verbandspokalspiel im August gegen Steinbach im Kreis einschwören, ist im kommenden Januar keiner mehr da.

Schon seit einiger Zeit befindet sich der TuS Rüssingen in unruhigem Fahrwasser. Doch nun hat sich fast das komplette Landesligateam verabschiedet. Ist das jetzt das Ende?

Nicht nur, dass der TuS Rüssingen in der Landesliga West in akuter Abstiegsgefahr schwebt. Er hat nun auch ein riesengroßes personelles Problem. Wollen doch 16 Spieler nach der Winterpause nicht mehr für den TuS spielen. Auch Trainer Behcet Öztürk wirft das Handtuch.

Eine überraschende Wendung

Eigentlich war der Gesprächstermin mit Behcet Öztürk vereinbart, um wie üblich vor der Winterpause die bisher absolvierten 17 Spiele der Landesligamannschaft des TuS Rüssingen zu analysieren. Zugegebenermaßen kein angenehmer Termin für den Spielertrainer des TuS, denn mit nur 13 Punkten steht seine Mannschaft auf dem vorletzten Tabellenplatz und schwebt in akuter Abstiegsgefahr. Doch die Unterhaltung nahm direkt eine überraschende Wendung.

Öztürk redete nicht lange um den heißen Brei herum, die Landesligasaison steht für den TuS auf der Kippe, ist vielleicht sogar schon beendet. Er bestätigt das, was mittlerweile auch auf der Internetseite Fupa.de zu lesen ist, dass 16 Spieler den Verein in der Winterpause verlassen werden. Da er unter diesen Umständen – praktisch ohne Mannschaft – keine Basis mehr sah, die Saison zu Ende zu spielen, hat auch er ein Angebot des badischen Landesligisten SV Schwetzingen angenommen und wird dort ab Januar als Spielertrainer aktiv sein. Kleines Bonmot am Rande, auch die Schwetzinger stehen derzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz und haben schon zwölf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

Das gab’s bisher noch nie beim TuS Rüssingen

In Rüssingen ist man ja, was die Kontinuität in der ersten Fußballmannschaft angeht, in den letzten Jahren nicht sonderlich verwöhnt gewesen. Nicht selten haben, spätestens seit dem Aufstieg 2013 in die Landesliga, die Mannschaften im Sommer komplett ihr Gesicht geändert. Auch in den Winterpausen wurde häufig Personal ausgetauscht. Dass aber quasi eine komplette Mannschaft zur Hälfte der Saison geht, das gab es bisher noch nicht.

Was sind die Gründe dafür? Laut dem in Mannheim lebenden Behcet Öztürk war es ein schleichender Prozess. Auf den erfolgreichen Start in die Saison, mit einem 2:1-Sieg gegen den Aufsteiger TuS Bedesbach-Patersbach, folgten drei Niederlagen und der Absturz auf einen Abstiegsplatz. Noch kein Problem, denn die Punktabstände waren klein und mit einem Auswärtspunkt beim TSC Zweibrücken blieb man dran. Nach zwei weiteren Niederlagen folgte dann im frühen Herbst die beste Phase der Saison. Acht Punkte holten die Rüssinger aus fünf Spielen, und bei der knappen Niederlage gegen Tabellenführer SC Hauenstein zeigte der TuS eine starke Leistung. Hoffnung keimte.

Mit der folgenden 1:4-Niederlage beim Mitkonkurrenten FC Schmittweiler-Callbach begann der Niedergang. Der Spielertrainer klagte über personelle Probleme und, wie sich jetzt herausstellt, waren es nicht immer Verletzungen und Krankheiten, die den Kader dezimierten. „Ehrlicherweise muss ich sagen, dass da schon die ersten Spieler abgesprungen sind und es immer schwieriger wurde, eine wettbewerbsfähige Mannschaft aufzustellen“, erklärt er.

Mehraufwand nicht entschädigt

Ein Hauptgrund dafür war nach seiner Aussage der Zeitaufwand. „Die Spieler kommen fast alle aus dem vorder- und kurpfälzischen Raum, und da werden die Auswärtsfahrten in die Westpfalz zu ganztägigen Ausflügen. Öfter sind wir erst nach 20 Uhr zurückgekommen. In der letzten Saison waren wir in der Verbandsliga oft in der Vorder- und Südpfalz sowie im Mainzer Raum unterwegs. Da war das einfacher.“ Er gibt zu, dass das vor der Saison ein bisschen unterschätzt wurde. Laut seiner Aussage war der Verein nicht in der Lage, diesen Mehraufwand zu entschädigen. Deshalb gaben die Spieler in einer Sitzung Ende Oktober bekannt, dass sie in der Rückrunde nicht mehr für den TuS spielen wollen. Öztürk hatte sich das Ende seiner ersten Trainerstation anders vorgestellt: „Es war klar, dass ich Ende der Saison aufhören werde, aber dass es so endet, tut mir schon weh. Ich habe anderthalb Jahre hart geschuftet und viel Kraft investiert. Aber es ist unheimlich schwer, Spieler für Rüssingen zu begeistern, um in höheren Ligen zu spielen.“

Vorsitzende des TuS Rüssingen nicht erreichbar

Wird die Mannschaft jetzt vom Spielbetrieb abgemeldet? Öztürk sieht kaum eine Chance, das zu verhindern. Allerdings ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Laut seiner Aussage versucht Klaus-Peter Hornung, Vorsitzender des TuS, eine neue Mannschaft für den Rest der Saison zusammenzustellen. Allerdings war Hornung aktuell für die RHEINPFALZ telefonisch nicht erreichbar.

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