Rockenhausen
Parkplatz am Bahnhof wird mit einem „Aber“ gebaut
Auf dem rund 900 Quadratmeter großen Gelände südlich des Bahnhofs sollen für Zugpendler sowie für Beschäftigte und Kunden der Innenstadt 27 weitere Pkw-Flächen angelegt werden. Vorgesehen ist eine Parkregelung ohne zeitliche Beschränkung. Das rechteckige Areal, das schon seit geraumer Zeit der Stadt gehört, wird begrenzt vom Bahnhofsgebäude, dem Bahnübergang zum Gothental, den Gleisen und der Bahnhofstraße. Nach Ende der Winterperiode soll der Bau so schnell wie möglich beginnen – bei günstigem Verlauf könnte der Parkplatz dann im Laufe des Sommers zur Verfügung stehen.
Für das Projekt waren vor rund fünf Jahren Kosten von 224.000 Euro ermittelt worden. Zugesagt war ein Zuschuss des Landes in Höhe von 134.000 Euro, die Stadt hätte demnach einen Anteil von 90.000 Euro zu tragen. Angesichts der gestiegenen Preise in der Baubranche verwundert es jedoch kaum, dass die damals veranschlagte Summe nicht zu halten ist. An einer Ausschreibung hatten sich im vergangenen Herbst zwölf Firmen beteiligt – selbst der günstigste Bieter „liegt 110.000 Euro über dem Betrag, den wir als Haushaltsmittel angesetzt hatten“, erläuterte VG-Bauamtsleiter Michael Groß in der Sitzung des städtischen Ausschusses für Umwelt, Planen und Bauen.
Auf notwendigste Arbeiten beschränken
Mehrere Optionen habe man daraufhin geprüft. Erste Möglichkeit: Der Parkplatz wird trotz Mehrkosten wie vorgesehen gebaut. „Dann kommt aber mit Sicherheit die Kommunalaufsicht und sagt: ,Ihr müsst andere Maßnahmen zurückfahren oder zusätzliche Einnahmen generieren, um diese finanzielle Lücke wieder zu schließen’“, sagte Groß. Zumal die zweite Variante – beim Land eine weitere Förderung zu beantragen – ausscheide: „Eine Erhöhung des Zuschusses ist bei gleicher Planung nicht möglich.“
Zum Zuge kommt stattdessen nun die dritte Variante: eine Änderung der Planung. „Wir bauen den Parkplatz, beschränken aber die Arbeiten vorerst auf das, was unbedingt notwendig ist, damit das Gelände nutzbar ist“, so der Bauamtsleiter. Für die Tiefbauarbeiten hat das Büro eine Auftragssumme von 210.000 Euro errechnet, die Gesamtkosten liegen dann bei rund 240.000 Euro. Das Land habe in Gesprächen bereits signalisiert, keine Einwände gegen dieses Vorgehen zu haben. Groß: „Vielleicht ist es sogar möglich, bei einem eventuellen Endausbau in ein paar Jahren erneut einen Antrag auf Förderung zu stellen“,
Parkflächen werden nur geschottert
Nach dem neuen Entwurf soll nun „alles nach unten sowie die äußere Erschließung“ angefertigt werden. Dazu wird im nördlichen Bereich eine als Zufahrt zur ehemaligen Güterhalle der Bahn dienende Rampe teils zurückgebaut sowie als Abgrenzung zu den Bahngleisen eine Winkelmauer samt Zaun errichtet. Die Entwässerungsleitungen werden verlegt und die Einläufe hergestellt. Dabei wird „der Unterbau auf das bestehende Areal aufgesetzt, damit wir nicht so tief in die Erde müssen“, informierte Groß.
Bei den Parkflächen selbst werde fürs Erste „auf jegliche Befestigung verzichtet, sie werden lediglich geschottert. Damit aber die Autos nicht „wild“ platziert werden, soll die in der Mitte des langgezogenen Grundstücks verlaufende Fahrspur zur besseren Orientierung mit einer sechs Zentimeter dünnen Deckschicht versehen werden. Links und rechts davon wird dann in Schrägaufstellung geparkt – die Einfahrt erfolgt beim Bahnübergang, die Ausfahrt an besagter Rampe. In diesem Bereich sind auch zwei Behinderten-Parkplätze vorgesehen, die ebenfalls asphaltiert werden sollen.
Richtung beim Parken soll vorgegeben werden
Gut möglich sei, dass die Fahrspur „in acht bis zehn Jahren kaputt ist“, so Groß. Doch bis zur etwaigen „richtigen“ Fertigstellung der Oberfläche in ein paar Jahren erfülle sie in jedem Fall ihren Zweck. Noch gesucht wird nach einer Lösung, wie zumindest den am Beginn einer Reihe – und damit auch allen anderen – Parkenden die Richtung beim Abstellen ihrer Wagen vorgegeben werden kann; ins Gespräch gebracht wurden unter anderem eine Markierung mit Sprühfarbe, Rasengittersteinen oder Holzbalken.
Diese Frage muss ebenso noch geklärt werden wie die genaue Ausgestaltung der beiden E-Ladesäulen, die im Zuge der Arbeiten installiert werden sollen. Angedacht sind derzeit drei Anschlüsse mit normaler Leistung (3,7 Kilowatt) sowie eine Schnellladestation (22 Kilowatt); einen Beschluss – der nicht zuletzt von der Höhe der Anschaffungs- und Betriebskosten sowie der Förderung abhängt – hat der Ausschuss aber noch nicht gefasst. Im Gegensatz zur neuen Parkplatz-Planung, die einstimmig (eine Enthaltung) abgesegnet wurde. Sofern die unterlegenen Bieter binnen sieben Tagen keinen Einspruch einlegen, geht auch der abgespeckte Auftrag an die Firma, die bereits bei der Ausschreibung das günstigste Angebot abgegeben hatte. Zurück zum eingangs genannten Provisorium: Dieses sei zwar, so Groß, „aus der Not geboren – könnte aber trotzdem recht lange bestehen bleiben“.