Donnersbergkreis Nicht der Sohn, der Vater war’s

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In der Sage des Imsbacher „Elsebrünnche“ geht es um eine unerfüllte Liebe zwischen dem Sohn des königlich-bayrischen Oberförsters Georg Gareis und der Else. Der Sohn durfte das arme „Elsje“ nicht heiraten. Aus Kummer darüber, und weil sie sich dort immer trafen, benannte er das Brünnchen nach ihr. Der Geschichte nachspüren wollten jetzt am Ort des Geschehens auch Nachfahren des Oberförsters. Und ein bisschen muss nach dem, was sie an Informationen mitbrachten, wohl neu an der Legende gestrickt werden.

Bekannt ist, dass das Elsebrünnche 1912 vom örtlichen Pfälzerwaldverein bepflanzt und als Rastplatz angelegt wurde. Im Jahre 1990 zerstörte Sturm Wiebke den Platz fast vollständig. Doch Rudi Hofstadt und Brigitta Hertel nahmen sich des Brünnchens an, das seither ihr liebster Rastplatz ist. Als vor einiger Zeit dann auch noch der Urenkel des Oberförsters, Gerhard Gareis aus Vallendar, sich bei ihnen meldete und um eine Führung bat, waren beide voller Vorfreude und fingen sogleich an, nicht nur das Treffen mit den Nachfahren der Gareis-Familie zu planen, sondern das Elsebrünnche freizuschneiden und herzurichten. Aus Leipzig, Weilheim an der Teck, Königstein, Jockgrim und Vallendar kam der Gareis-Clan nach Imsbach. Gila Mende-Maciey aus Leipzig ist die Familienchronistin. Alles, was es über die Gareis-Familie an Unterlagen gibt, findet und verwaltet sie. Gerhard Theobald, erster Vorsitzender des Pfälzerwaldvereins, verlas bei diesem Treffen ein Gedicht, das er 2012 zum hundertjährigen Bestehen des Elsebrünnchens und über den unermüdlichen Einsatz von Rudi Hofstadt und Brigitta Hertel geschrieben hatte. Gunther Gareis, der Enkel des Oberförsters, berichtete, dass sein Vater oft von Imsbach und der Schule in Winnweiler erzählt habe. Ihm selbst sei es immer so erschienen, als habe die Familie seines Vaters sehr lange dort gelebt. Alle bei diesem Treffen Anwesenden erfahren jedoch auch, dass nicht einer der drei Söhne von Georg Gareis eine Liaison mit der Else hatte. Nein, Oberförster Gareis selbst habe die Affäre gehabt, über die die Familie lange Zeit nicht gern reden mochte. Georg Ludwig Gareis, geboren am 15. Oktober 1826 im oberfränkischen Enchenreuth, musste häufig mit seiner Frau und den vier Kindern – drei Söhne und eine Tochter – zum eigenen Schutz vor Wilderern versetzt werden, berichtete sein Urenkel Volker Gareis aus Kandel. Denn zu damaliger Zeit hätten Wilderer, um ungestört jagen zu können, mit ihrer Flinte auch schon mal die Förster ins Visier genommen. So kam es, dass Oberförster Georg Gareis von Kandel über mehrere Stationen im Bienwald zunächst nach Obermoschel und von dort um 1867 schließlich nach Imsbach kam. Hier war die Familie im Verhältnis zu den anderen Orten recht lange stationiert. Genau datieren, wie lange sie in Imsbach lebte, konnte allerdings niemand mehr. Immerhin hat sich eine Urkunde erhalten, die auf den 20. Juli 1874 ausgestellt wurde und den folgenden Vermerk enthält: „… dem Oberförster Georg Gareis zu Imsbach bei Winnweiler in Anerkennung der freiwilligen Leistungen bei der Pflege Verwundeter und Kranker während des siegreichen Feldzugs 1870-1871 verliehen.“ Daraus lässt sich zumindest schließen, dass die Familie diese sieben Jahre in Imsbach gelebt haben muss. Seine Ehefrau, glauben die Enkel und Urenkel, sei um Heiligabend in Imsbach verstorben. Georg Gareis selbst habe im Rentenalter kein eigenes Haus gehabt und sei von Kind zu Kind gezogen. So starb er am 16. August 1912 in Duisburg im Haus seiner einzigen Tochter Johanna. Leider wusste keiner der noch lebenden Nachkommen, wer die „Else“ war, mit der er sich heimlich am Brünnchen traf. Sicher sind sie aber, dass ihm die Frau sehr viel bedeutet haben muss – weil es sonst wohl kaum das Elsebrünnchen gäbe. Wahrscheinlich war sie aus Imsbach – doch da ist man bisher noch auf Vermutungen angewiesen. Vielleicht wissen andere ja mehr und können auch das letzte Geheimnis lüften.

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