Albisheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neben Haus Zellertal: Betreutes Wohnen und Tagespflege

So soll das neue Gebäude einmal aussehen.
So soll das neue Gebäude einmal aussehen.

Auf dem Gelände vor dem Seniorenheim „Haus Zellertal“ in Albisheim wird derzeit gebaut. Die Protestantische Altenhilfe Westpfalz (PAW) investiert in Servicewohnungen für Senioren und will im Untergeschoss des mehrstöckigen Gebäudes außerdem einen Pflegestützpunkt einrichten.

Die Überalterung der Gesellschaft, der sogenannte „demografische Wandel“, bringt es mit sich: Wohnen für Senioren wird das Thema der Zukunft sein. Zwischen komplett unabhängigen älteren Menschen, die noch wunderbar alleine zurechtkommen, und ans Bett gefesselten Pflegefällen tut sich ein weites Feld auf, das Raum für individuell zugeschnittene Wohn- und Betreuungskonzepte bietet.

Eines dieser Konzepte ist das Servicewohnen, auch als „betreutes Wohnen“ bekannt. Die Mieter oder Eigentümer solcher Wohnungen sind noch weitgehend selbstständig, können sich aber gewisse Serviceleistungen hinzubuchen. 18 Einheiten für diese spezielle Wohnform entstehen derzeit in direkter Nachbarschaft des Senioren- und Pflegeheims „Haus Zellertal“ in Albisheim. Bauherrin ist die Protestantische Altenhilfe Westpfalz (PAW), die auch Haus Zellertal betreibt.

Tagespflege-Einrichtung mit 30 Plätzen

Zusätzlich zu den Wohnungen sollen in dem neuen Gebäude Büroräume des benachbarten Seniorenheims untergebracht werden, dazu Büros für den Mobilen Pflegedienst Donnersberg und darüber hinaus Räumlichkeiten für eine Tagespflege-Einrichtung, die ebenfalls von der PAW betrieben wird. Eine ähnliche Einrichtung desselben Trägers mit einer Kapazität für 20 Plätze gibt es bereits in Kirchheimbolanden. Laut PAW-Geschäftsführer Klaus Zimmermann wird es in Albisheim ein Platzangebot für 30 Personen geben.

Die 18 Servicewohnungen werden in den beiden Obergeschossen entstehen. Wie Zimmermann mitteilt, sollen sie zwischen 50 und 95 Quadratmeter groß sein, und sie sollen als Ein- und Dreizimmerwohnungen angeboten werden. Es ist außerdem geplant, in den Räumen der Tagespflege einen allgemeinen Mittagstisch für Senioren anzubieten, den auch Bürger, die nicht in der Einrichtung leben, nutzen können. Regelrechte Pflegeheimplätze, die das Angebot des im Jahr 2005 eröffneten Hauses Zellertal, das 76 Plätze vorhält, erweitern könnten, sind in dem neuen Gebäude nicht geplant. Allerdings soll es einen Verbindungstrakt zwischen den beiden Häusern geben. Dieser wird im nächsten Bauabschnitt angegangen.

Bauarbeiten liegen im Zeitplan

Mit dem Baufortschritt sind alle Beteiligten zufrieden. „Wir liegen voll im Zeitplan“, sagte Architekt Andreas Schmitt am Montag. „Heute haben wird die Decke über dem ersten Obergeschoss betoniert, morgen wird ausgeschalt, und ab Mittwoch wird das Gerüst für das nächste Geschoss gestellt“, so Schmitt. Danach kommen die Steine für die Wände auf die Decke. „Das sind sehr große Steine, von der Art her wie Legosteine, die werden mit einem Kran versetzt. Das ist sehr großformatig, damit kommen wir mit großen Schritten voran“, sagt Schmitt. Nächstes Vorhaben werden die Fenster sein, die sind bereits bestellt. Schmitt rechnet damit, dass sie Anfang November eingebaut werden können.

„Das Ziel für dieses Jahr ist, die Hülle dicht zu bekommen, deswegen wird es auch eine Notabdeckung des Daches geben“, sagt der Architekt. Die Fenster werden zweifarbig sein, außen anthrazit, innen weiß, danach geht es an die Balkone, sie werden vor dem eigentlichen Gebäude aufgeständert. Wie Schmitt vorrechnet, ist das gesamte Bauvorhaben mit rund sechs Millionen Euro angesetzt – „finanziell und baulich mit 13 Einfamilienhäusern zu vergleichen“.

Neue Arbeitsplätze

Die ersten Bewohner werden voraussichtlich im Hochsommer kommenden Jahres einziehen können. Nachfrage für das betreute Wohnen gibt es bereits: „Wir haben eine Interessentenliste für die Servicewohnungen“, sagt Zimmermann. „Die Interessierten warten jetzt darauf, dass sie die Wohnungen besichtigen können, was im Rohbau im Moment noch nicht möglich ist.“ Die Interessenten kämen überwiegend aus der näheren Umgebung. „Einige auch von weiter her. Die haben dann Kinder, die hier wohnen und in deren Nähe sie ziehen wollen“, sagt er.

Durch das neue Angebot der Tagespflege sollen, je nach Zeitumfang, zwischen fünf und zehn neue Arbeitsplätze entstehen. Auch für die Serviceleistungen für das betreute Wohnen werden Arbeitskräfte im hauswirtschaftlichen Bereich gebraucht werden.

Der Rohbau von vorn. Im Hintergrund rechts das bereits bestehende Senioren- und Pflegeheim.
Der Rohbau von vorn. Im Hintergrund rechts das bereits bestehende Senioren- und Pflegeheim.
Der Komplex mit Neubau (rechts) und bestehendem Gebäudeensemble aus Richtung Ortsausgang.
Der Komplex mit Neubau (rechts) und bestehendem Gebäudeensemble aus Richtung Ortsausgang.
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