Winnweiler Musikverein: In Corona-Zeit keine Aktiven verloren
Erstens haben die Musiker pandemiebedingt zwei Jahre in Folge den beliebten Termin aus dem Kalender streichen müssen, zweitens wollte man das 111. Jubiläum des Vereins gebührend feiern. Aus diesem Grund haben sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, ausnahmsweise im Oktober der Öffentlichkeit ihr Können zu präsentieren. Zur Freude von rund 150 Gästen, die am Samstag im Festhaus voll auf ihre Kosten gekommen sind.
„Besonders stolz“ sei man darauf, dass der Verein in der Corona-Zeit keine aktiven Musiker verloren habe, betonte erster Vorsitzender Joel Jung. Dies sei keine Selbstverständlichkeit, hätten doch viele Vereine im Kreis nach zwei Jahren Zwangspause einen deutlichen Mitgliederschwund zu verzeichnen. Ferner habe „jeder Einzelne engagiert auf das Konzert hingearbeitet“, betonte Jung, der im Frühjahr dieses Jahres die Nachfolge von Nicolas Geminn angetreten hat. Dieser wiederum hatte 2012 den Vorsitz von Otto Leidinger übernommen, in seiner Amtszeit unter anderem das Jugendorchester „Zukunftsmusik“ gegründet, das seither Jens Illichmann leitet.
Konzert auch Ehepaar Leidinger gewidmet
„Otto Leidinger hat sich sehr um die Generierung von Jugendlichen gekümmert. Er hat unter anderem Nicolas Geminn – damals 24 Jahre alt – gefördert und zu seinem Nachfolger gemacht“, so Jung. Er betont, dass dieses Konzert auch dem im Frühjahr 2020 verstorbenen Ehepaar Leidinger gewidmet ist. „Da wir Musiker durch die Beschränkungen nur mit dem Saxophon-Quartett bei der Bestattung dabei sein konnten, holen wir dies nun mit dem kompletten Ensemble nach.“
Mit Blick in die Zukunft sagte Jung, dass der Verein modern bleiben, den Fokus daher unter anderem verstärkt auf die sozialen Medien legen wolle. „Das Durchschnittsalter unserer 31 aktiven Musiker liegt bei etwa 38 Jahren“, fügt der Vorsitzende hinzu. Und er hebt hervor, dass seit 24 Jahren Dirigent Harry Geib eine tragende Säule des Musikvereins sei. Er arrangiere „sensationell“ die verschiedenen Instrumente des Orchesters zu einem im wahrsten Wortsinn stimmigen Gesamtbild – am Konzert ganz besonders schön bei dem Stück „The Genius of Ray Charles“ zu sehen und zu hören.
Wolfgang Stadtmüller hat den Abend gekonnt moderiert, eine Präsentation auf der Leinwand lieferte weitere interessante Informationen zu dem rundum gelungenen Programm.