Donnersbergkreis Mehr Drama geht nicht

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Winnweiler. Die Konturen werden stärker. Und das im Wochentakt. Am Ende der Saison könnte für den TTC Winnweiler der größte Erfolg der Clubhistorie stehen, der Aufstieg seiner Damen in die Oberliga Südwest. Könnte. Denn zwar thront der dynamische TTC ganz oben, gilt dazu als Top-Kandidat auf die Schale, doch „das heißt nicht, dass es so weiter geht“, warnt Punkt zwei, Angela Radetz. Hürden warten. Morgen steigt der Kracher der Saison.

Leise, ruhig, sachlich. Die Kraft liegt in der Nüchternheit der Außendarstellung. Sie ist auch eine feine Komponente, die im Tischtennis die Geschlechter unterscheidet. Herren spucken gerne mal große Töne oder verfallen in nervöse Euphorie. Damen hingegen sind Ruhepole, cool und rational. Wenigstens wirken sie oft so. „Wenn’s klappt“, sagt Tanja Schultz gelassen, „wäre das natürlich schön. Es ist möglich. Aber andere wollen auch aufsteigen.“ Mit der stattlichen Bilanz von 13:1-Punkten in der 1. Pfalzliga könnte ihr TTC Winnweiler jetzt durch die Welt posaunen. Meisterschaft, Aufstieg, Oberliga. Er tut es aber nicht. „Dass wir Erster sind, bedeutet ja nicht, dass wir es bleiben. Die ersten vier Plätze sind realistisch. Wo genau wir landen, hängt von vielen Sachen ab“, betont Angela Radetz, an Nummer zwei des TTC gesetzt. „Wir lassen das einfach auf uns zukommen“, erklärt auch Schultz. Der TTC Germersheim kennt die Winnweilerer Gefühlslage. Er hat einen nicht ganz unwichtigen Vorteil: In der Oberliga schlug er lange Jahre auf, beweisen muss er sich nichts mehr. Seit seinem Abstieg rangelt er Jahr für Jahr in der Spitzengruppe mit. Und er bietet die geballte Erfahrung auf. Anja Jakob, Anneli Heintz, Sabine Becker – 33:7-Einzel sind das bis dato. Schwer zu knacken. „Da muss man nicht viel zu sagen. Die sind bärenstark“, ahnt Radetz einen dicken Brocken. Jetzt wird’s nämlich ganz heiß. Morgen (15.30 Uhr) tritt der Südpfalz-Klub beim TTC an. Mehr Gipfeltreffen, mehr Drama geht nicht. Schultz, ehemalige Regionalliga-Spielerin, spricht von einem „Duell auf Augenhöhe“, Radetz von einem der „schwierigsten Spiele“ überhaupt. „Der Ausgang ist abhängig von der Tagesform, wenn man sich mal die Bilanzen anschaut“, glaubt Schultz. Gleichauf marschieren beide an der Liga-Spitze, durch ein 8:2 über den TTC Frankenthal am Mittwoch zog Germersheim gleich. Das Donnersberger Quartett schlug vergangene Woche Frankenthal II souverän 8:1. Ein bisschen wird es auch der Schlagabtausch der Generationen. Hier Winnweiler mit drei Jungen und einer blendend aufgelegten Tanja Schultz, die jüngst Bronze bei der Ü40-Pfalzrangliste abstaubte. Dort Germersheim, umgekehrt mit drei ausgefuchsten, erfahrenen Routiniers, die nichts so schnell umwirft. „Das ist ein mitentscheidendes Spiel“, blickt Schultz auf den pikanten Titelkampf. „Wir müssen das so ruhig wie immer angehen.“ Für Radetz könnte der bisherige Saisonhöhepunkt vorerst der letzte sein. Die 23-jährige Studentin geht in die USA, wird erst wieder ab Februar – vielleicht gerade in der brenzligen Phase – eingreifen können. Glück für den TTC: Mit Lea Zielonka wartet seit dieser Saison explosiver, adäquater Ersatz. Fulminante 15:1-Einzel in der 2. Pfalzliga! Sie belegen eine rasante Entwicklung. Denn erst seit Sommer geht Zielonka für den TTC auf Punktejagd. Noch nie stieg Winnweiler in die Oberliga auf. Es winkt die Premiere. Und mit dieser Formation wäre es an der Zeit. „Mit Tanja stehen wir super stark. Wir haben gute Chancen“, weiß Radetz. „Wenn wir als Mannschaft mal ein Jahr Oberliga spielen, würde das den Jungen einen Schub geben“, sagt Schultz. Eine Vorentscheidung fällt erst 2016. Morgen jedoch kann der TTC seine Sieben-Meilen-Stiefel auspacken... (ppp)

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