Donnersbergkreis Medizin-Versorgung: Infos aus erster Hand gewünscht

Informationen aus erster Hand zur Zukunft der Krankenhäuser in Rockenhausen und Kirchheimbolanden wünscht der Verbandsgemeinderat Rockenhausen. Ärztlicher Direktor und Verwaltungschef des Westpfalz-Klinikums sollen vor dem Ratsgremium Rede und Antwort stehen. Der Beschluss basiert auf einem Antrag der Fraktion „Die Nordpfälzer“.

Der Sprecher der Ratsfraktion, Helmut Hyner, hatte den Antrag bei der Sitzung des Verbandsgemeinderats am Donnerstagabend in Gerbach gestellt (wir berichteten bereits am Samstag über die Zusammenkunft, bei der das Thema VG-Fusion im Mittelpunkt gestanden hatte). Hyner kritisierte, dass die vom VG-Rat auf den Weg gebrachte Resolution zum so wichtigen Thema medizinische Versorgung in der Nordpfalz und speziell im Westkreis ein Schnellschuss gewesen sei, der auf mangelnder Kenntnis basiere. Wie mehrfach berichtet, soll die Innere Abteilung des Rockenhauser Klinikum-Standorts nach Kirchheimbolanden verlagert werden. Die Debatte um den Antrag nutzte der Fraktionschef zu einer Attacke gegen Bürgermeister Michael Cullmann. Der habe in seiner Doppelfunktion als Aufsichtsrats-Mitglied der Westpfalz-Klinikums-Gesellschaft nur Unfrieden gestiftet. Mitgesellschafter derart vor den Kopf zu schlagen, sei geeignet, Wählerpotenzial auszureizen, sei jedoch der Sache nicht dienlich gewesen. Auf die Attacken hin wehte Hyner heftiger Wind entgegen. Cullmann widersprach den Vorwürfen entschieden, erhielt auch Schützenhilfe. Doch betonte der Verwaltungschef zum eigentlichen Inhalt des Antrags auch mehrmals: „Das habe ich von Anfang an gewollt, und somit habe ich auch keinerlei Problem damit.“ Die Ratsrunde fand rasch zu einer sachlichen Grundlage, die den weiteren Verlauf der Diskussion bestimmte. „Es geht uns ja allen nicht darum, zu sagen: Kirchheimbolanden ist der Böse“, verdeutlichte etwa Alexandra Koch (SPD), dass es nicht um Schuldzuweisungen gehen könne. Und Petra Frey (CDU) forderte: „Wir sollten parteiübergreifend alle Hebel in Bewegung setzen, um diese Maßnahme zu blockieren.“ Auf ausdrücklich geäußertes Verständnis der Antragsteller stieß Cullmanns Feststellung, man werde eine solche Informationsveranstaltung wohl kaum mehr vor der Kreistagssitzung am 19. Juni auf die Beine stellen können. Es sei schwerlich vorstellbar, dass sich die Verantwortlichen für den Klinik-Betrieb in so kurzer Zeit mobilisieren ließen. Am Dienstag kommender Woche entscheidet der Kreistag über die im Klinikums-Masterplan vorgesehene Umstrukturierung innerhalb der beiden Nordpfalz-Klinikstandorte. Auskünfte aus erster Hand einzufordern, dies allerdings erwies sich als ein Bedürfnis, das offenbar alle Fraktionen hegen. Angeregt wurde, den Kreis der Gäste zu erweitern, etwa auch Personalvertreter, Leitende Fachärzte aus dem Klinikum oder niedergelassene Ärzte der Region einzuladen. Die Information könne bei Bedarf auch die Form einer Podiumsdiskussion annehmen. Entscheidend sei nicht, dass dies noch vor der Kreistagssitzung passiere. „Wir müssen ja auch überlegen: Was wird, wenn wir am 19. Juni verlieren“, warf der Bürgermeister die Frage in den Raum, wie es in Sachen Notfallversorgung dann im Westkreis weitergehen soll. Cullmann verwahrte sich einmal mehr gegen die herrschende Position, medizinische Versorgung sei allein nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu strukturieren, müsse Gewinn bringen. „Wenn das durchkommt, was die AOK fordert – alle Krankenhäuser unter 500 Betten zu schließen –, dann haben wir in der Pfalz bald nur noch Kaiserslautern und Pirmasens“, sagte Cullmann. „Wir wollen nicht schlechter gestellt sein als andere. So wie das in Sachen Internet ja auch war ...“

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