Donnersbergkreis „Kriminalität eine Herausforderung“

Leiten die Polizeiinspektion Kirchheimbolanden: Werner Schneider und Simone von Focht.
Leiten die Polizeiinspektion Kirchheimbolanden: Werner Schneider und Simone von Focht.

«Kirchheimbolanden.» Ein altbekanntes und ein neues Gesicht: Die Polizeiinspektion in Kirchheimbolanden hat eine neue Leitung. Mit Werner Schneider führt jemand die Dienststelle, der sie bereits bestens kennt. Seine Stellvertreterin Simone von Focht ist dagegen gerade dabei, das Einsatzgebiet besser kennenzulernen – auch wenn es ihr nicht fremd ist. Beide eint eins: Sie haben bei der Polizei schon einiges erlebt. Und dann ist da noch eine Vergangenheit bei einem ehemaligen Bundeskanzler.

Werner Schneider folgt auf Karl Hofmeister, der 18 Jahre lang die Dienststelle in der Donnersberger Kreisstadt leitete und im November vergangenen Jahres verabschiedet wurde. Kommissarisch hatte Frank-Dieter Schuster die Leitung übernommen. Der ist nun nach Worms gewechselt, ist dort stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion. Und damit Nachfolger von Werner Schneider. So wie das schon im vergangenen Jahr der Fall war. Damals zog es Schneider von Kirchheimbolanden nach Worms. Dienst beim Kanzler „Es war ein schönes Jahr. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt“, sagt der 55-Jährige – und fügt an: „Worms ist eine größere Stadt, da ist natürlich auch mehr los.“ Nun also die Rückkehr. Die Leitung einer Polizeidienststelle – für den in Orbis lebenden, verheirateten Vater von zwei Kindern eine besondere Aufgabe. An die gemeinsamen fünf Jahre von 2013 bis 2018 in der Leitung in Kirchheimbolanden mit Hofmeister denkt Schneider gerne zurück. Die Dienststelle sieht er gut aufgestellt, auch wenn man mehr Personal nehmen würde. „Wir kommen aber gut über die Runden“, sagt der 55-Jährige mit Blick auf seine rund 50 Kollegen. 1980 fing Schneider bei der Polizei an, 1984 zog es ihn zur Autobahnpolizei, 1988 folgte die Ausbildung zum gehobenen Dienst. Der Orbiser befasste sich auch in leitender Funktion unter anderem mit den Bereichen Internetkriminalität und Ausländerkriminalität. Und er war in seiner Zeit bei der Polizei auch mal zwei Monate lang im Objektschutz beim damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl eingesetzt. „Das war mal was anderes, hatte Spaß gemacht.“ Dem Kanzler war er in dieser Zeit das eine oder andere Mal begegnet, wie Schneider sagt. Große Einsätze Zwar nicht beim Bundeskanzler, aber beim damaligen Ministerpräsidenten Rudolf Scharping in der Staatskanzlei war Simone von Focht eingesetzt. Deren Laufbahn bei der Polizei begann 1991 – damals in Trier. 1994 folgte der Wechsel zum Polizeipräsidium Mainz, wo die heute 47-Jährige unter anderem Dienstgruppenleiterin und zuletzt Polizeiführerin vom Dienst war. „Das war ein ganz anderes Tätigkeitsfeld. Wir hatten große Einsatzlagen“, erzählt sie. So erinnert sie sich an Vermisstensuchen, die landesweit zu koordinieren waren. In Kirchheimbolanden erwartet sie nun eine ganz andere Aufgabe. „In der Inspektionsleitung ist man viel mehr in der Personalverwaltung tätig“, sagt die verheiratete Mutter von zwei Kindern, die im Wormser Ortsteil Rheindürkheim wohnt. Eine Aufgabe, die die 47-Jährige in einem für sie nicht unbekannten Gebiet angeht – denn der Bereich der Polizeiinspektion Kirchheimbolanden, der östliche Donnersbergkreis, gehört auch zum Mainzer Polizeipräsidium. Die ersten Eindrücke empfindet sie als sehr positiv. Die Herausforderungen Und was sind die größten Herausforderungen für die Polizei am Donnersberg? „Die Kriminalität ist auch auf dem Land eine Herausforderung“, sagt Schneider. Vor allen Dingen im privaten Bereich: „Wir sind hier auch nicht verschont vom Enkeltrick oder von falschen Polizeibeamten.“ Wichtig sei die Beratung, gerade auch im Einbruchsschutz. Das auch, wenn die Wohnungseinbrüche wie zuletzt rückläufig sind. Der Leiter der Polizeiinspektion weiß, dass das nicht so bleiben muss. „Da gibt es immer mal ein Auf und Ab.“ Ein großes Thema sei auch die Internetkriminalität. Als gefährliche Region bezeichnen Schneider und von Focht die Verbandsgemeinden Eisenberg, Göllheim und Kirchheimbolanden aber keinesfalls. Im Gegenteil: „Hier auf dem Land ist man nicht so anonym, da gibt auch schon mal der Nachbar acht“, sagt von Focht. Und Schneider ergänzt: „Die sozialen Strukturen stimmen hier noch.“ So gebe es hier keine Orte, an denen man Angst haben müsse. Und so soll es auch bleiben, geht es nach der neuen Führung der Polizei in Kirchheimbolanden.

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