Donnersbergkreis Kommunikativer Familienmensch
Alzey/Kirchheimbolanden. Er ist ein Familienmensch, ein leidenschaftlicher Ehrenamtler und er ist ein Gesicht des Alzeyer Energieversorgers ERP: Udo Beckmann. Bereits seit 40 Jahren ist der 56-Jährige in der Energiewirtschaft tätig. Eigentlich stammt er aus dem Ruhrgebiet, doch Rheinhessen und auch die Nordpfalz werden ihn nicht mehr loslassen, da ist sich Beckmann sicher.
„Die Grenzen zwischen Rheinhessen und der Pfalz kenne ich so gar nicht“, sagt Udo Beckmann mit einem Lächeln – und fügt hinzu: „Für mich ist das alles Rheinland-Pfalz.“ Hier fühlt er sich wohl, in Alzey, wo er lebt, aber auch in Kirchheimbolanden. Die Kleine Residenz hat es ihm angetan. Beckmann ist froh, dass sein Geschäftsführer-Kollege Peter Missal ein millionenschweres Forschungsprojekt in der Donnersberger Kreisstadt vorantreibt, bei dem ERP zusammen mit weiteren Partnern bis 2018 herausfinden möchte, ob sich Kirchheimbolanden möglichst autark über erneuerbare Energien versorgen lässt. Wenn Udo Beckmann über sich und über seine berufliche Karriere spricht, dann dauert es nicht lange, bis der Blick zu seiner Frau Gabi wandert. „Ohne dich hätte ich vieles nicht geschafft“, sagt der 56-Jährige. „Familie muss mitspielen.“ Ganz besonders, wenn es darum geht, seine Heimat zu verlassen und ein neues Leben anzufangen. Vor einer solchen Entscheidung standen die Beckmanns 1993. Bis dahin lebte die Familie in Mühlheim an der Ruhr. Dort kam Udo Beckmann zur Welt, dort begann er 1975 bei der Rhenag (Rheinische Energie Aktiengesellschaft) seine Ausbildung zum Industriekaufmann. 1982 holte ihn das Unternehmen in die zentrale Abteilung Datenverarbeitung und Organisation nach Köln. 1990 wurde er Referatsleiter Software-Entwicklung und Organisation. Dann schließlich kam das Jahr 1993, die Entscheidung, sich mit 35 Jahren im alten E-Werk in Ingelheim sowohl dem Aufsichtsrat der EWG Alzey wie auch dem rheinhessischen Ingelheim als Bewerber für die Kaufmännische Geschäftsführung vorzustellen. „Das war die richtige Entscheidung“, sagt er heute. Die Stadt Alzey ist ihm ans Herz gewachsen, hier ist er ehrenamtlich aktiv, ist unter anderem Vorsitzender des Turnvereins 1846 Alzey, dem größten Verein der Stadt. „Wir fühlen uns hier wohl.“ 2009 übernahm er die Geschäftsführung der damals neu gegründeten ERP, einer Tochtergesellschaft der EWG Alzey und der Stadtwerke Kirchheimbolanden. Im Oktober 2007 wurde er auch Geschäftsführer der Stadtwerke Kirchheimbolanden. Die Energie- und Wasserwirtschaft weiterzuentwickeln, ist eines seiner großen Bestreben. Seit 2011 ist Beckmann nun Geschäftsführer der ERP GmbH, die durch die Fusion der EWG Alzey, Stadtwerke Kibo, Teilbetrieb Thüga Energie Netze und Teilbetrieb Thüga Energie Vertrieb entstanden ist. „Er ist ein einfühlsamer, vorausschauender Fährmann, der das Ziel nie aus den Augen verloren hatte und Klippen umschiffte“, sagt der Alzeyer Bürgermeister Christoph Burkhard, gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender der ERP, über Beckmann. Burkhards Stellvertreter ist – zusammen mit Kirchheimbolandens Stadtbürgermeister Klaus Hartmüller – Otto Huber, Prokurist der Thüga Aktiengesellschaft. „Udo Beckmann ist durchsetzungsstark und hartnäckig, aber auch kommunikativ, nimmt die Leute mit und spricht Dinge direkt an“, sagt dieser über den 56-Jährigen. Udo Beckmann, jemand den Technik und Computer faszinieren, bezeichnet sich aber gerne selbst auch mal als ungeduldig, wie Peter Missal, der zweite ERP-Geschäftsführer verrät. Ganz besonders ist Beckmann aber ein Familienmensch. „Wenn die Frau anruft, muss auch der Aufsichtsratsvorsitzende warten“, weiß Missal. Seine beiden Kinder, die drei Enkelinnen, auf sie ist Beckmann besonders stolz. Dass er nun schon 40 Berufsjahre auf dem Buckel hat, so ganz glauben kann er das nicht. „Ich fühle mich noch gar nicht so“, sagt er. Gestern wurde das Dienstjubiläum in Alzey groß gefeiert – mit viel Prominenz. Am Freitag steht die nächste Feier mit allen Mitarbeitern an. Beckmann freut sich darauf. Auch Andrea Heck vom Betriebsrat, die Beckmann als fairen Verhandlungspartner schätzt: „Er pflegt einen direkten Bezug zu den Mitarbeitern. Das ist nicht selbstverständlich.“