Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Kirchheimbolanden: Hospizdienst ehrt Mitarbeiter der ersten Stunde

Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter stellten sich im Halbkreis auf, legten dem Nachbarn eine Hand auf die Schulter und emp
Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter stellten sich im Halbkreis auf, legten dem Nachbarn eine Hand auf die Schulter und empfingen den Segen von Pfarrerin Birgit Rummer und Pastoralreferentin Stefanie Susenburger. Foto: Stepan

Seit 15 Jahren gibt es im Donnersbergkreis den Hospiz- und Palliativdienst und den dafür engagierten Förderverein. Das war Anlass für einen ökumenischen Jubiläumsgottesdienst, der auch Gelegenheit gab, verdiente Mitarbeiter der ersten Stunde für ihren Einsatz zu ehren.

Gestaltet wurde der Gottesdienst von der protestantischen Pfarrerin Birgit Rummer, der katholischen Pastoralreferentin Stefanie Susenburger, dem Vorsitzenden des Fördervereins, Pfarrer Friedrich Schmidt aus Winnweiler, sowie Pfarrerin Sabine Jung vom Vorstand des Diakonischen Werkes der Pfalz. Gewürdigt wurden zugleich zwei Institutionen, wie Susenburger in ihrer Begrüßung deutlich machte: Einmal der „Ambulante Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Donnersberg-Ost“, zum anderen der „Förderverein Ambulante Hospizarbeit im Donnersbergkreis“.

Von Licht und Dunkel

Beim Betreten der Kirche fiel eine Art Ersatzaltar auf, eine Installation vorm eigentlichen Altar: Es handelte sich um einige Kisten, im Halbrund angeordnet, die mit weißen und braunen Tüchern bedeckt waren, auf denen sich Kerzen, Zweige und ein Rindenstück befanden, davor ein alter Wurzelstock, aus dem eine blühende Rose hervorschaute. Das gleiche Motiv war auf dem Bild auf der Vorderseite des Gottesdienstprogramms zu finden, wobei die Rose hier in einem hellen von oben kommenden Leuchten zu sehen war, während an den Rändern des Bildes tiefe Dunkelheit herrschte.

Die beiden Gegenpole „Licht und Dunkel“ wurden im weiteren Verlauf des Gottesdienstes noch mehrfach thematisiert. So in der Lesung aus Jesaja: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“ Auch in ihrer Predigt bezog sich Pfarrerin Rummer auf das Bild und stellte besonders den Kontrast heraus: Auf der einen Seite der alte abgestorbene Wurzelstock, um den herum Schwarz und Grau überhand nehmen, auf der anderen Seite die prachtvolle blühende Rose, die von oben hell erleuchtet wird, offensichtlich ein Symbol für Jesus. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Kirchenchor aus Dannenfels unter Leitung von Christa Franken.

Schmerzfreies, selbstbestimmtes Leben

In der Predigt von Pfarrerin Rummer stand vor allem der Hospizdienst im Mittelpunkt. Der Dienst an Schwerkranken und Sterbenden sei nicht sinnlos, sondern Dienst am Menschen. Den Betroffenen soll auf ihrem letzten Weg ein möglichst schmerzfreies selbstbestimmtes Leben in gewohnter Umgebung ermöglicht werden, die Angehörigen sollen Zuspruch erfahren, unterstützt und entlastet werden. Mit Sicherheit würden beide Parteien dadurch Positives verspüren.

Nach der Predigt wurden die Anwesenden aufgefordert nach vorne zu kommen und im Gedenken an einen verstorbenen Menschen eine Kerze anzuzünden und auf dem Ersatzaltar abzustellen. Danach sollte ein „Mutmachzettel“ mit einem Spruch, an dem eine kleine Klammer mit Rose hing, aus einem Körbchen mitgenommen werden. Diese emotionale Aktion wurde von vielen wahrgenommen.

Dem Vorsitzenden des Fördervereins, Pfarrer Schmidt, oblag es dann, zusammen mit Pfarrerin Jung vom Diakonischen Werk der Pfalz eine Reihe von Ehrungen durchzuführen. Für 15 Jahre hauptamtliche Tätigkeit im Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst wurden mit Urkunde und Blumenstrauß geehrt: Ingrid Horsch, Sabine Nauland-Bundus und Waltraud Klein. Für dieselbe Zeitspanne im Ehrenamt: Kerstin Eich, Christa Christmann, Marion Zelt und Ute Ehmke. Wiederum für 15 Jahre Tätigkeit als Vorstand im Förderverein, wurden Erich Morschhäuser und Rudi Zapp ausgezeichnet. Klaus-Dieter Magsig stand auf der gleichen Liste, war aber nicht anwesend. Als neue Mitarbeiterin für den Dienst in Rockenhausen wurde Astrid Holzheiser vorgestellt. Zum Abschluss der Ehrungen ein schönes Bild: Sämtliche haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellten sich im Halbkreis auf, legten dem Nachbarn eine Hand auf die Schulter und erfuhren durch Rummer und Susenburger eine Segensbitte.

Das Diakonische Werk der Pfalz ist zusammen mit den Diakonissen Speyer für die Trägerschaft der Hospizarbeit zuständig. In ihrem Grußwort sprach als Vertreterin des Vorstandes Pfarrerin Sabine Jung mutmachende Worte. Nach dem ökumenischen Segen durch Rummer und Susenburger gab es einen weiteren musikalischen Akzent mit dem Chorlied „Gott segne Dich“.

Zur Sache: Hospiz- und Palliativdienst

Eine lebensbedrohliche Erkrankung, der nahende Tod: das sind äußerst belastende Situationen. Die Aufgabe der Hospizmitarbeiter besteht in einer einfühlsamen Begleitung sowie tatkräftiger Hilfe und Unterstützung. Ziel ist, dass die Betroffenen auch am Ende noch ein möglichst schmerzfreies und selbstbestimmtes Leben in ihrem vertrauten Umfeld führen können. Angehörige und Pflegepersonen sollen auch entlastet werden. Mit Palliativtherapie ist eine medizinische Behandlung gemeint, die nicht auf Heilung, sondern auf Linderung von Symptomen und Schmerzen abzielt und damit die Lebensqualität verbessert. Im Donnersbergkreis gibt es im West- und im Ostkreis, unterstützt vom Förderverein Ambulante Hospizarbeit. Ansprechpartner sind hier neben Pfarrer Schmidt aus Winnweiler, sowohl Pfarrerin Birgit Rummer als auch Pastoralreferentin Stefanie Susenburger.

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