WAHL WINNWEILER RHEINPFALZ Plus Artikel Kandidaten im Porträt: Rudolf Jacob ist Amtsinhaber und will es bleiben

Rudolf Jacob auf der Drehleiter mit Korb: Als VG-Chef ist er trotzdem auch aktiver Feuerwehrmann.
Rudolf Jacob auf der Drehleiter mit Korb: Als VG-Chef ist er trotzdem auch aktiver Feuerwehrmann.

Drei Kandidaten gibt es bei der Bürgermeisterwahl der Verbandsgemeinde Winnweiler am 25. Juni. Wir stellen sie vor. Heute: Rudolf Jacob, der für die CDU und die FWG antritt. Er ist der Amtsinhaber – und will das auch bleiben.

Rudolf Jacob ist gerne Politiker. Unter anderem daran erkennbar, dass er nicht nur Bürgermeister der Verbandsgemeinde, sondern auch Ortsbürgermeister in Winnweiler ist. Außerdem ist er Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag. Er stammt allerdings nicht aus Winnweiler, wo er seit 1998 lebt, sondern aus Kaiserslautern. Der 52-Jährige ist im Stadtteil Hohenecken aufgewachsen. Von Haus aus bringt er das Handwerkszeug als Verwaltungschef mit, hat er doch ein Studium für kommunale und staatliche Verwaltung absolviert, bevor er seine Laufbahn bei der Stadt Kaiserslautern begann. Später wechselte er zur VG Winnweiler – er kennt sein Haus also nicht nur als Chef, sondern auch als Mitarbeiter.

Die Entscheidung, sich politisch zu engagieren, fiel 2001, als er erstmals als VG-Bürgermeister kandidierte. „Damals verlor ich knapp gegen meinen Chef Peter Schulz. Im Wahlkampf 2007 habe ich dann von meiner Erfahrung profitiert und mich gegen Mattias Becker von der SPD in der Stichwahl durchgesetzt“, blickt Jacob zurück. Seit 2009 ist er auch Ortschef von Winnweiler. „Das politische Engagement liegt wahrscheinlich bei uns in der Familie“, sinniert Jacob, der verheiratet ist. „Meine ältere Schwester ist in Baden-Württemberg engagiert, und in der Kaiserslauterer Stadtpolitik ist weitere Verwandtschaft unterwegs.“

Leidenschaften: Fußball und Feuerwehr

Sein besonderes Augenmerk als VG-Chef liegt gegenwärtig auf dem Ausbau der regenerativen Energien, Stichwort Bürgerstrom und Wärmeplanung, und auf den Kindertagesstätten: „Kitas sind unsere arbeitsintensivste und kostenträchtigste Aufgabe“, sagt er dazu. Dass in Winnweiler die dritte Gruppe auf eigene Kosten eingerichtet wurde, als es keinen Zuschuss gab, hält Jacob seinem Riecher zugute: „Die Entscheidung war richtig. Jetzt wird die Gruppe gebraucht.“ Bei der Umsetzung des Kita-Zukunftsgesetzes sieht er die VG auf einem guten Weg. „Allerdings haben wir nach wie vor ein Kapazitätsproblem in der Fläche.“

Sein großes Hobby ist der Fußball. „Ich spiele, seit ich fünf bin. Mit zunehmendem Alter allerdings weniger und schlechter.“ Zudem schwimmt er, fährt Rad, joggt und wandert. Seit 30 Jahren ist Jacob außerdem bei der Feuerwehr, zuerst in Hohenecken und Kaiserslautern, inzwischen natürlich in Winnweiler. Zwar bekleidet er keine Leitungsfunktion, das würde mit seiner hauptamtlichen Tätigkeit kollidieren, die Qualifikation dafür hat er aber: „Ich bin ausgebildeter Verbandsführer und könnte Wehrleiter oder Brand- und Katastrophenschutzinspekteur sein.“

Darüber hinaus engagiert er sich als Vorsitzender des Feuerwehrausschusses des Gemeinde- und Städtebundes und als Mitglied im Landesbeirat Brandschutz. Und nicht zu vergessen: Er ist nach wie vor aktives Mitglied der Ortswehr Winnweiler und rückt nach Möglichkeit auch mit aus. Er ist unter anderem berechtigt, das größte Fahrzeug im Fuhrpark, die Drehleiter mit Korb, zu steuern – „was einen allerdings nicht unbedingt davon abhält, im Einsatz auch mal in den Graben zu fahren“, wie er sich selbstironisch auf einen Vorfall im Wochenendgebiet Falkenstein vor einigen Jahren bezieht.

Frust wegen Formalismus und Langsamkeit

Was die Zukunft angeht, sieht er die VG gut aufgestellt. Sorgen macht ihm allerdings der Wohnraummangel im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise: „Wir sind heute in einer schlimmeren Situation als 2015, 16 und 17.“ Ein Zukunftsprojekt, für das Jacob sich nachdrücklich eingesetzt hat, ist das Ärztehaus. „Ich bin stolz darauf, dass Ärzte hier bauen und zukunftsfähige Strukturen schaffen. Es war ja im Grunde meine Initiative, ich habe alle an einen Tisch gebracht, ich war behilflich, einen Bauplatz zu finden, und als VG haben wir für günstige Rahmenbedingungen gesorgt.“

Was er sich für die Zukunft wünscht: „Dass man uns die Verwaltungsarbeit einfacher macht. Der Formalismus und die Langsamkeit, mit der bei Bund und Land gearbeitet wird, sind frustrierend. Wir könnten besser arbeiten, wenn man uns nur lassen und vor allem die Kommunen auskömmlich ausstatten würde.“ Ein Vorschlag Jacobs wäre, Zweckzuweisungen abzuschaffen, stattdessen Zuschüsse orientiert an der Einwohnerzahl zu vergeben und es den Leuten vor Ort zu überlassen, wie das Geld eingesetzt wird. „Es werden oft ideologisch geprägte Konzepte gefördert, die viel Arbeit machen, dann aber in einer Schublade verschwinden.“

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